- 27.10.2010, 15:15:46
- /
- OTS0219 OTW0219
Privatkrankenversicherungen: Verhandlungen mit der Ärztekammer unterbrochen
Private Krankenversicherer stellen Verhandlungsmandat der Ärztekammer in Frage - Es droht ein vertragsloser Zustand ab 15. November 2010
Wien (OTS) - Zu einer bedrohlichen Situation kommt es
möglicherweise schon bald für alle privatkrankenversicherten
Patienten in Wien: Vor wenigen Minuten sind die Verhandlungen
zwischen Ärztekammer und dem Verband der Versicherungsunternehmen
Österreichs, Sektion Krankenversicherung (VVO), völlig überraschend
unterbrochen worden. Grund war die Infragestellung des
Verhandlungsmandats der Ärztekammer seitens der Versicherungen.
Sollte es in den nächsten Wochen zu keiner Einigung kommen, droht ab
15. November dieses Jahres ein vertragsloser Zustand. ****
In der heutigen, an sich routinemäßigen, Verhandlungsrunde haben
die Vertreter des VVO - zu ihnen gehören die Allianz-Elementar,
Donau, Generali, Merkur, Uniqa, Call direct, Muki sowie Vienna
Insurance Group - unerwartet das Ansinnen gestellt, zukünftig nicht
mehr mit den Ärzten über die Honorare verhandeln zu wollen, sondern
direkt mit den Spitälern.
"Da einzelne Versicherungen auch Träger von Krankenanstalten sind,
hieße das nichts anderes, als dass die jeweilige Versicherung mit
sich selbst über die Honorare für die Belegärzte verhandeln kann." Es
sei einzigartig in der jüngeren österreichischen Geschichte der
Privatkrankenversicherungen, dass freiberufliche ärztliche Honorare
von den Krankenanstalten verhandelt werden, und nicht von den
Ärztinnen und Ärzten selbst. Das sei für die Ärzteschaft "in dieser
Form nicht akzeptabel", betonte der Vizepräsident und Obmann der
Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres.
Die Ärztekammer hat nun dem VVO eine Frist von zwei Wochen
gesetzt. Szekeres: "Sollte der Verband tatsächlich auf seinem
Ansinnen beharren, müssen wir die Verhandlungen gänzlich abbrechen."
Für privatversicherte Patienten in Wien würde das bedeuten, dass
sie einerseits nicht mehr den Arzt ihres Vertrauens mit ins Spital
nehmen könnten und andererseits Arztrechnungen vor Ort zu bezahlen
hätten, um dann die Rechnungen bei der jeweiligen privaten
Krankenversicherung einzureichen.
Noch aber gibt es vorsichtigen Optimismus bei der Ärztekammer:
"Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass die Privatversicherer
die bei ihnen versicherten Patienten so vor den Kopf stoßen werden",
betont Szekeres. (hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:hpp@aekwien.at
http://www.aekwien.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAW