- 27.10.2010, 15:12:40
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Vollversammlung der AK Wien fordert nationalen Bildungsdialog
10-Prozent-Grenze für Neue Mittelschule muss fallen - Aufwertung der Lehre und der Berufsschulausbildung sowie ausreichende Finanzierung des Hochschulbereichs gefordert
Wien (OTS) - Die Vollversammlung der Kammer für Arbeiter und
Angestellte für Wien (AK Wien) fordert eine umfassende Reform des
österreichischen Bildungswesens. Grundzüge einer solchen Reform
müssen in einem österreichweiten Bildungsplan von der Krippe bis zum
Universitätsabschluss sowie für das Lebenslange Lernen festgelegt
werden. Die Vollversammlung der AK Wien fordert daher die Einberufung
eines demokratischen nationalen Bildungsdialogs unter Einbeziehung
der Schul- und Sozialpartner sowie der Bildungsforscher/innen. Ziel
und Kernpunkte der Reformen müssen Verbesserungen der Qualität des
Unterrichts sein, um die Qualifikationen und Kompetenzen junger
Menschen zu erhöhen. Eine zentrale Aufgabe des Bildungssystems muss
die Förderung der Bereitschaft zum kontinuierlichen,
lebensbegleitenden Lernen sein, da technische und gesellschaftliche
Veränderungspro-zesse zu rasch ändernden Qualitätsanforderungen
führen.
Außerdem fordert die Vollversammlung der AK Wien die Abschaffung
10-Prozent-Regelung für den Schulversuch Neue Mittelschule (NMS).
Aufgrund der großen Beliebtheit der NMS bei Eltern und SchülerInnen
sollte ein bedarfsgerechter Ausbau vorge-nommen werden. Allerdings
sollte einem Bundesland nur dann eine Überschreitung ge-nehmigt
werden, wenn auch AHS-Standorte das Modell der Neuen Mittelschule
übernehmen. Es muss verhindert werden, dass am Ende die frühe
Trennung mit dem 10. Lebensjahr bestehen bleibt, nämlich zwischen
Neuer Mittelschule und AHS-Unterstufe.
Die gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Entwicklung
muss auch in der Fachkräfte-Ausbildung berücksichtigt werden. Daher
fordert die Vollversammlung eine sichtbare Aufwertung der Lehre und
insbesondere der Berufsschulen (Ausweitung auf zwei Tage pro Woche).
Notwendig ist auch, dass Bildungsabschlüsse gebührenfrei nachgeholt
werden können. Daher fordert die Vollversammlung die Abschaffung der
Gebühren für Alphabetisierung, für Basisbildung, für das Nachholen
des Hauptschulabschlusses und für die Vorbereitung auf die
Berufsreifeprüfung.
Im Hochschulbereich spricht sich die Vollversammlung für eine
ausreichende Finanzie-rung aus. Vor allem in den großen
Studienrichtungen müssen akzeptable Betreuungsrelationen geschaffen
werden. Ziel ist es, bis spätestens 2020 den Anteil am
Bruttoinlandsprodukt von derzeit 1,3 Prozent auf 2 Prozent zu
steigern. Gleichzeitig müssen Effizienzpotenziale der tertiären
Einrichtungen geprüft werden. Dies betrifft sowohl die
Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung, eine erhöhte Durchlässigkeit
anstelle von Anrechnungshürden, die Entwicklung von
institutionsübergreifenden Studienangeboten, verstärkte Kooperationen
zwischen den Hochschulen bis hin zur Konzentration des
Studienangebotes und die mögliche Zusammenlegung von Hochschulen.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Sonja Fercher
Tel.: +43-1 501 65-2153
mailto:sonja.fercher@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at
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