• 25.10.2010, 08:53:08
  • /
  • OTS0022 OTW0022

Österreich bei ausgewogenem Wachstum auf Platz 2 in der Euro-Zone

Allianz und Lisbon Council präsentieren aktuelle Studie "Euro Monitor"

Wien (OTS) - 13 von 16 Staaten sind nur Mittelmaß, Griechenland
und Irland gefährden gar die Stabilität der Eurozone - das zeigen die
Ergebnisse des "Euro Monitor" der Allianz und des "Lisbon Councils".
Um die Glaubwürdigkeit der gemeinsamen Währung beizubehalten, muss
sich in Sachen Wirtschaftspolitik einiges ändern, erklären die
Allianz Experten.

"Die 16 Länder der Eurozone müssen mehr leisten, um die Stabilität
ihrer gemeinsamen Währung und deren Glaubwürdigkeit an den
Finanzmärkten zu sichern", erklärt Dr. Wolfram Littich,
Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich. Dazu zählen
der Abbau staatlicher und privater Schulden ebenso wie die Erhöhung
der Wettbewerbsfähigkeit. Mittelfristig ist ein jährliches reales
Wirtschaftswachstum von mindestens 2 Prozent notwendig, um
substanziell die Verschuldung und Arbeitslosigkeit im Euroraum
abzubauen. Für 2011 werden nur 1,7 Prozent erwartet.

Österreich: Europameister bei "Beschäftigung, Produktivität und
Ressourceneffizienz"

Wirft man einen Blick auf die einzelnen Indikatoren der Studie, so
zeigt sich, dass sich Österreich im Vergleich gut schlägt. Österreich
konnte gegenüber dem Vorjahr in Relation zu vielen anderen
Mitgliedern der Euro-Zone seine Platzierungen halten. In der
Kategorie "Finanzielle Nachhaltigkeit" wurde Rang 4 erreicht, die
"Verschuldung privater inländischer Sektoren und
Nettoauslandsvermögenssituation" liegt mit Platz 3 ebenso auf
Vorjahresniveau, bei der "Wettbewerbsfähigkeit und Inlandsnachfrage"
konnte Platz 2 gefestigt werden. Bei "Beschäftigung, Produktivität
und Ressourceneffizienz" ist Österreich "Europameister". Über alle
insgesamt 15 quantitativen Indikatoren gerechnet, bedeutet das für
Österreich einen guten zweiten Platz hinter Deutschland.

Wirtschaftspolitische Reformen notwendig

Deutschland konnte neben Malta als einziges Land seine Bewertung
gegenüber 2005 verbessern und führt die Rangliste vor Österreich,
Luxemburg und den Niederlanden an. Keines der 16 Länder zeigt jedoch
unmittelbar nach der Finanz- und Wirtschaftskrise einen ausreichend
stabilen Wachstumskurs frei von wirtschaftspolitischen
Fehlentwicklungen. So sieht der Monitor auch bei drei der vier
führenden Länder - Deutschland, Österreich und den Niederlanden -
Handlungsbedarf bei der vergleichsweise schwachen Inlandsnachfrage
und beim Schuldenabbau. Alle drei verletzen das Maastricht-Kriterium
mit einem Schuldenstand von mehr als 60 Prozent in Relation zum
Bruttoinlandsprodukt. Die größten Divergenzen innerhalb der Eurozone
stellt der Monitor in den Bereichen "Wettbewerbsfähigkeit und
Inlandsnachfrage" sowie "Verschuldung privater inländischer Sektoren
und Vermögenspositionen gegenüber dem Ausland" fest. Letzteres gilt
vor allem für die vier Schlusslichter Portugal, Spanien, Irland und
Griechenland. Während Irland und Griechenland die Stabilität der
Eurozone akut gefährden, drohen Portugal und Spanien bei einer
wirtschaftlichen Abkühlung zu einem Risiko zu werden.

Strukturelle Reformen notwendig

Seit der Einführung des Euro haben sich bedeutende
Ungleichgewichte in der EWU entwickelt, welche die Glaubwürdigkeit
des Euro gefährden. Praktisch alle Staaten in der Eurozone haben ihre
Haushalte noch nicht im Griff. Jedes Zögern droht zu einer Belastung
für den Euro zu werden. "Glaubwürdige Konsolidierungsschritte und
Reformen müssen in den verschuldeten Ländern schnell eingeführt und
umgesetzt werden. Ebenso dringend ist eine Verbesserung der
strukturellen Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität", so Littich.

Dabei sei man in der Allianz überzeugt, dass das von der
EU-Kommission vorgeschlagene Verfahren bei einem übermäßigen
Ungleichgewicht (Excessive Imbalance Procedure) ein gutes Instrument
wäre, um Ungleichgewichte zu vermeiden und zu korrigieren. Aber
letztlich liege die Verantwortung bei den Ländern selbst, jetzt zu
handeln. Der "Euro Monitor" soll mit seiner Analyse die notwendige
Transparenz dafür bieten und den Prozess begleiten. Die Autoren des
"Euro Monitors" empfehlen für die bevorstehende Sitzung des
EU-Ministerrats, die von der EU-Kommission befürwortete Gesetzgebung
für eine bessere Kontrolle der Finanzpolitik und makroökonomischer
Ungleichgewichte schnell und ohne eine weitere Verwässerung
einzuführen. Dazu benötige die Eurozone nicht nur ein verbessertes
Monitoring, sondern auch klare und verbindliche Regeln für die
Mitgliedsstaaten. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt sollte ebenso
eindeutige Regeln und wirksame Sanktionsmöglichkeiten erhalten. Den
Sparprogrammen in den einzelnen Ländern sollten umgehend strukturelle
Reformen folgen.

"Der Euro Monitor 2010: Indikatoren für ausgewogenes Wachstum" ist
die erste Studie ihrer Art nach der Eurokrise. Gemeinsam
herausgegeben von den Volkswirten der Allianz SE und der Brüsseler
Denkfabrik The Lisbon Council analysiert der Monitor die 16 Staaten
der Eurozone auf Basis von 15 quantitativen Indikatoren in vier
Kategorien: Finanzielle Nachhaltigkeit; Wettbewerbsfähigkeit und
Inlandsnachfrage; Beschäftigung, Produktivität und
Ressourceneffizienz sowie Verschuldung privater inländischer Sektoren
und Vermögenspositionen gegenüber dem Ausland. Als makroökonomisches
Monitoring- und Frühwarnsystem dient der Monitor dazu, bestehende und
neu aufkommende wirtschaftspolitische Fehlentwicklungen aufzudecken.
Erstmals werden bei dieser Analyse auch Faktoren wie der
demografische Wandel und der Umgang mit natürlichen Ressourcen
einbezogen, weil sie aus Sicht der Allianz Volkswirte einen
wesentlichen Einfluss auf das nachhaltige Wachstum einzelner Länder
haben. Der Euro Monitor 2010 wird am 26. Oktober in Brüssel in
Anwesenheit von Olli Rehn, EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung,
vorgestellt.

Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news/

- Foto: Dr. Wolfram Littich ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Pressemeldung als PDF
- Euro Monitor als PDF

Rückfragehinweis:

Nicolai Tewes
   Allianz SE
   Tel. +49 (0)89-3800 4511 / +49 (0)171-86 02 154
   [email protected] 
   
   Dr. Lorenz Weimann
   Allianz SE
   Tel. +49 (0)89-3800 16891 / +49 (0)170-79 17 781
   [email protected]
   
   Dr. Marita Roloff
   Allianz Gruppe in Österreich 
   Tel: +43 (0)1/878 07 - 80690, Fax: +43 (0)1/878 07 - 40261

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AEV

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel