- 21.10.2010, 13:17:08
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Konstituierende Sitzung des Rates für Forschung und Technologieentwicklung:
Forschungsrat wählt die beiden Vorsitzenden und geht mit neuen Mitgliedern in seine dritte Funktionsperiode

Wien (OTS) - Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung
beginnt heute mit seiner konstituierenden Sitzung eine neue
Funktionsperiode mit acht neuen Mitgliedern. Jeweils vier
Ratsmitglieder wurden von Frau Bundesministerin Doris Bures (BMVIT)
und Frau Bundesministerin Beatrix Karl (BMWF) nominiert.
Der Vorsitzende des Forschungsrates und sein Stellvertreter wurden
einstimmig gewählt. Den Vorsitz übernimmt damit Dr. Hannes Androsch.
Die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden, die von Rektor
Univ.-Prof. DI Dr. Peter Skalicky ausgeübt wird, erfährt eine
signifikante Aufwertung, sodass in wichtigen operativen Bereichen
eine Gleichstellung mit dem Vorsitz eintritt.
Infrastrukturministerin Bures und Wissenschafts-ministerin Karl
entsenden jeweils vier Mitglieder in den Forschungsrat.
Bundesministerin Bures entsandte Dr.in Gabriele Ambros,
Verlagsleiterin beim Bohmann Verlag und Präsidentin von Forschung
Austria, Dkfm. Dr. Hannes Androsch, Industrieller, Aufsichtsratschef
des AIT Austrian Institute of Technology und Vorsitzender des
Uni-Rats der Montanuni Leoben, Prof.in Dr.in Gi Eun Kim,
Biotechnologin und Professorin an der Seokyeong University in Seoul
(Südkorea), und Mag.a pharm. Dr.in Karin Schaupp,
Unternehmensberaterin von International Innovation and Business
Consulting.
Ministerin Karl bestellte Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger,
Humangenetiker an der Medizinischen Universität Wien, Univ.-Prof.in
Dr.in Marianne Hilf, Rechtswissenschafterin an der Universität St.
Gallen, Univ.-Prof.in Dr.in Renée Schröder, Molekularbiologin an den
Max Perutz Laboratories, sowie Univ.-Prof. Dr. Peter Skalicky, Rektor
der Technischen Universität Wien in den Forschungsrat. Damit sind
erstmals mehr als 50 Prozent der Ratsmitglieder Frauen.
Zum Auftakt der neuen Ratsperiode wurden in der konstituierenden
Sitzung der neue Vorsitzende des Forschungsrates sowie sein
Stellvertreter gewählt. Die Wahl des Vorsitzenden fiel einstimmig auf
Dr. Hannes Androsch, der damit das Beratungsgremium bis September
2015 anführen wird. "Das ist ein wichtiger Tag für die Forschung in
Österreich. Wir sind ein Team, das gemeinsam mit der Regierung die
strategischen Weichenstellungen vornehmen wird. Voraussetzung dafür
ist, dass die dafür nötigen Mittel zur Verfügung stehen!" erklärte
Androsch zu seiner Wahl.
Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde ebenfalls einstimmig
Univ.-Prof. DI Dr. Peter Skalicky, Rektor der Technischen Universität
Wien, gewählt. Er ergänzte: "Wir haben heute das Gemeinsame in den
Vordergrund gestellt und da wird es auch bleiben. Ich werde mich
gemeinsam mit dem Vorsitzenden und allen Ratsmitgliedern für die
Stärkung des Forschungsstandortes Österreich einsetzen."
Die 1957 in Wien geborene Dr.in Gabriele AMBROS studierte
Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und trat 1993
in den Bohmann-Verlag ein, dessen Verlagsleiterin sie bereits ein
Jahr später wurde. Im Jahr 2000 wurde sie Geschäftsführerin des
Verlags und widmete sich in den folgenden Jahren der Neuorganisation
und Strukturierung der Auslandsbeteiligungen des Verlages in Ungarn,
Polen, Tschechien, Rumänien und Bulgarien sowie dem Ausbau der
grenzüberschreitenden Verlags- und Veranstaltungskooperationen in den
Bereichen City Technologies und Umwelttechnologie. 2004 schließlich
kaufte sie gemeinsam mit dem Geschäftsführer-Kollegen Gerhard
Milletich den Verlag zu 100% inklusive aller Auslandsbeteiligungen.
Mit dem Kauf des Verlages Holzhausen im Jahr 2009 ging schließlich
eine Intensivierung der wissenschaftlichen Publikationen einher.
Dem Thema Forschung und Entwicklung ist Dr.in Gabriele Ambros vor
allem verbunden durch ihre Funktion als Mitglied des Aufsichtsrates
der FFG (seit 2009) sowie als Präsidentin der Forschung Austria
(ebenfalls seit 2009).
Dkfm. Dr. Hannes ANDROSCH, geboren 1938 in Wien, studierte an der
damaligen Hochschule für Welthandel, wo er 1959 sein Diplom erlangte
und 1968 zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften promovierte. Von
1963 bis 1967 war Androsch zunächst Sekretär, dann Konsulent für
Wirtschaftsfragen des Parlamentsklubs der SPÖ und ab 1967 auch
Abgeordneter zum Nationalrat. 1970 wurde er zum Finanzminister
ernannt und 1976 auch zum Vizekanzler. Beide Funktionen hatte er bis
1981 inne.
Neben seinen Funktionen bei OECD und Weltwährungsfonds war
Androsch von 1981 bis 1988 Generaldirektor der damals im
Staatseigentum befindlichen Creditanstalt-Bankverein, und in den
Jahren 1988-89 Konsulent der Weltbank.
Seit 1989 ist Hannes Androsch Geschäftsführender Gesellschafter
der AIC-Androsch International Consulting und seit 1997 Miteigentümer
der Salinen Beteiligungs GmbH und Vorsitzender des Aufsichtsrates der
Österreichischen Salinen AG. Seit 1994 ist er zudem Miteigentümer und
Aufsichtsratsvorsitzender von AT & S, Europas größtem
Leiterplattenhersteller, sowie bei bwin.
Der Wissenschaft und Forschung besonders verbunden ist Hannes
Androsch durch die Errichtung der gemeinnützigen "Stiftung Hannes
Androsch bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften", durch
seine Tätigkeit als Vorsitzender des Universitätsrats der
Montanuniversität Leoben, seine Mitgliedschaft im Senat der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) sowie durch seine
Tätigkeit als Aufsichtsratschef des AIT Austrian Institute of
Technology.
Der 1968 in Linz geborene Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger
studierte Genetik an der Universität Wien und promovierte im Alter
von 24 Jahren als Universitätsassistent am Vienna Biocenter. Nach
einem Forschungsaufenthalt an der Yale University in den USA leitete
er die genetischen Labors der Frauenklinik Wien. 2003 wurde
Hengstschläger als jüngster Universitätsprofessor für Medizinische
Genetik an die Medi-zinische Universität Wien berufen. Hengstschläger
hat außerdem eine abgeschlossene Ausbildung zum Fachhumangenetiker.
Heute ist Hengstschläger Vorstand des Instituts für Medizinische
Genetik an der Medizinischen Universität Wien und leitet die
genetische Abteilung des Wunschbaby Zentrums, Institut für
Kinderwunsch, Wien. Sein gegen-wärtiger Forschungsschwerpunkt liegt
in der Grundlagenwissenschaft und Routinediagnostik im Bereich der
medizinischen Genetik. Er war einige Zeit Berater für die "Päpstliche
Akademie für das Leben" im Vatikan und ist auch bekannt als Moderator
der Medizin- und Wissenschaftssendung "Radiodoktor" im Radio Ö1.
Zudem ist Hengstschläger seit Oktober 2009 stellvertretender
Vorsitzender der Bioethik-Kommission beim Bundes-kanzleramt.
Univ.-Prof. Dr. Marianne Johanna Hilf, 1966 in Graz geboren,
studierte Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz,
wo sie 1995 mit einer Dissertation zum Thema "Der
Wiedergutmachungsgedanke in der österreichischen Strafrechtspflege -
Auf dem Weg zu einem neuen Kriminalrecht?" promovierte. Nach der
Gerichtspraxis im OLG-Sprengel Wiensowie im Bundesministerium für
Justiz folgte 2003 die Verleihung der Lehrbefugnis als
Universitätsdozentin für Strafrecht, Strafprozessrecht und
Kriminologie an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der
Karl-Franzens Universität Graz.
Von 2004 bis 2009 war Hilf a.o. Universitätsprofessorin für
Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie an der Karl-Franzens
Universität Graz; sie ist zudem Co-Kursdirektorin des Post Graduate
Course of Victimology, Victim Assistance and Criminal Justice, Inter
University Centre Dubrovnik/Kroatien und Johannesburg/Südafrika.
Seit 2009 ist Hilf Inhaberin des Lehrstuhls für Strafrecht,
Strafprozessrecht und Kriminologie unter besonderer Berücksichtigung
des Wirtschaftsstraf-rechts an der Universität St.Gallen (HSG). Zudem
engagiert sie sich in den Bereichen Opferhilfe (Weisser Ring, World
Society of Victimology), Täter-Opfer Ausgleich, Strafbarkeit von
Unternehmen, und Verantwortlichkeit in Unternehmen.
Prof.in Dr.in Ing.in Gi Eun Kim, 1958 in Südkorea geboren,
studierte Biotechnologie an der Korea University in Seoul und an der
Technischen Universität Berlin. Nach einem Stipendium der Konrad
Adenauer-Stiftung wurde sie 1985 wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Max-Planck-Institut und anschließend an der Technischen Universität
Berlin.
Kim ist Secretary General für Biotechnologie im Komitee für
Industriezusammenarbeit zwischen Korea und Deutschland sowie
Konsultantin für Technologietransfer und Industriezusammenarbeit
zwischen koreanischen und österreichischen sowie deutschen Firmen.
Seit 1998 ist sie zudem Professorin im Department für Biotechnologie
an die Seokyeong University in Seoul.
Die 1950 in Fohnsdorf geborene Mag.a pharm. Dr.in Karin Schaupp
studierte Pharmazeutische Chemie an der Universität Graz, wo sie 1978
auch promovierte. Danach war sie Hochschulassistentin am Institut für
Pharmazeutische Chemie an der Universität Graz, bevor sie durch die
Übernahme der Forschungsabteilung der Firma "Leopold Pharma" in die
Pharma-Industrie eintrat. Nach unterschiedlichen Funktionen im
Internationalen Forschungs-, Entwicklungs- und
Produktmanagementbereich wechselte sie in das Management und war nach
Geschäftsführer- und Regionalleiterpositionen bei verschiedenen
Pharmaunternehmen zuletzt Mitglied des Vorstandes der Fresenius Kabi
AG in Deutschland.
Seit 2003 ist Schaupp als freie selbständige Unternehmensberaterin
(Inter-national Innovation and Business Consulting) mit Schwerpunkt
Innova-tionstransfer und Strategische Unternehmensentwicklung tätig.
Zudem ist sie stellvertretende Vorsitzende des Unirates der
Montanuniversität Leoben.
Die 1953 in Joao Monlevade /Brasilien geborene Molekularbiologin
Univ.-Prof.in Dr.in Renée Schroeder studierte Biochemie und ist
österreichische Forscherin und Universitätsprofessorin am Department
für Biochemie der Max F. Perutz Laboratories, ein Joint Venture der
Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien. Sie forscht
auf dem Gebiet der Biochemie, vor allem über die Ribonukleinsäure.
Sie hat wissenschaftliche Stationen im In- und Ausland absolviert und
ist bestens in das internationale wissen-schaftliche Netzwerk
eingebunden
Von Juni 2001 bis November 2005 gehörte Schroeder der von der
öster-reichischen Bundesregierung ins Leben gerufenen
Bioethik-Kommission beim Bundeskanzleramt an. Von 2005 bis 2010 war
sie Vizepräsidentin des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen
Forschung (FWF).
Schroeder hat sich mehrmals kritisch zur Benachteiligung von
Frauen innerhalb der universitären Strukturen geäußert, sie engagiert
sich deshalb besonders für die Förderung von Frauen in der
Wissenschaft. Dieses langanhaltende Engagement brachte ihr 2001 den
von der UNESCO und der Firma L'Oréal gestifteten Special Honor Award
"For Women in Science" ein, 2007 erhielt sie den Wiener Frauenpreis.
Zudem erhielt sie 2003 die bedeutendste Auszeichnung für
österreichische WissenschafterInnen, den Wittgenstein-Preis des FWF,
und wurde als eine der ersten Frauen wirkliches Mitglied der
mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
Geboren 1941 in Berlin, aufgewachsen in Wien, studierte Rektor
Univ.-Prof. DI Dr. Peter Skalicky Technische Physik an der
Technischen Hoch-schule in Wien. 1964 graduierte er zum
Diplom-Ingenieur, und 1965 promovierte er im Bereich Technische
Physik. 1973 folgte die Habilitation im Fachgebiet Kristallphysik.
Nach einer Professur in Paris wurde Skalicky 1979 ordentlicher
Professor für Angewandte Physik an der TU Wien und Vorstand des
gleichnamigen Instituts. Nach einer Gastprofessur in China war er von
1986 bis 1991 Dekan der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät
der TU Wien und wurde 1991 erstmals zum Rektor gewählt - eine Stelle,
die er bis heute innehat.
Im Rahmen der Initiative TU-Austria (mit Wien, Graz und Leoben)
tritt er für eine Stärkung der technischen Wissenschaften und
Ingenieurswissen-schaften in Österreich ein (u.a. durch gemeinsamen
Auftritt in DACH, Abstimmung der Lehrpläne und Forschungsthemen,
Bereitstellung von Infrastruktur und Nutzung von Synergien im
Dienstleistungsbereich).
Skalicky tritt für eine hohe Autonomie der Universitäten ein.
Zudem bemängelt er die Unterfinanzierung der technischen und
naturwissenschaftlichen Universitäten in Österreich.
Rückfragehinweis:
DI Dr. Ludovit Garzik - Leiter der Geschäftsstelle des Rates für Forschung und Technologieentwicklung
Tel. 01 - 713 1414
E-Mail: [email protected]
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