• 20.10.2010, 11:15:17
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ÖZIV: Endlich weg mit dem Pflegegeld

Behinderte Menschen nehmen Abstand von der anstrengenden Selbstbestimmung und überantworten sich der öffentlichen Fürsorge!

Wien (OTS) - Angesichts der derzeitigen Entwicklung werden alle
Pflegegeldbezieher aufgefordert, ihr Pflegegeld zurückzuschicken und
sich in die Obhut des Staates bzw. dessen Einrichtungen zu begeben.

Damit können

- endlich die von allen Arbeitssuchenden begehrten Arbeitsplätze im
  Pflegebereich geschaffen werden,

- die pflegenden Angehörigen entlastet werden und

- sich pflegende Frauen endlich vernünftigen Tätigkeiten widmen bzw.
  ihre fürstliche Entlohnung für das einstreifen, was sie bisher
  ehrenamtlich gemacht haben.

Viel Freude Herr Sozialminister bei der Finanzierung dieses
Modells. Die Unterstützung der Gewerkschaft und der
Trägerorganisationen ist Ihnen sicher!

Beschämende Diskussion

Erste Berechnungen des ÖZIV zeigen, dass die geplanten
Verschärfungen bei den Zugangskriterien in die unteren Pflegestufen
ein jährliches Einsparungspotential von rund Euro 20 Mio. bringen. Um
diesen Preis, der nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein des
steigenden Bedarfs ist, wird viel Leid unter den Betroffenen
geschaffen. Denn wie wir wissen, deckt das Pflegegeld in den unteren
Stufen nicht einmal 20 Prozent der tatsächlichen Kosten.

Wenn nun, wie oben polemisiert, tatsächlich alle
Bundespflegegeldbezieher sich der öffentlichen Fürsorge bedienen
würden, müssten aufgrund der benötigten Pflegestunden etwa 250.000
Pflegekräfte eingestellt werden. Alleine die geschätzten
Personalkosten betragen dafür jährlich mehr als 8,8 Mrd. Euro. Hinzu
kommen natürlich noch nicht quantifizierbare Kosten für die
Errichtung von Pflegeheimen, den Bau von Großküchen, die Anschaffung
von Fahrzeugen für die mobile Hausbetreuung, etc.

Der ÖZIV fordert daher Sozialminister Hundstorfer erneut auf,
seine Sparpläne beim Pflegegeld aufzugeben und sich stattdessen für
die Valorisierung des Pflegegeldes einzusetzen, um den Betroffenen
ein selbstbestimmtes, würdevolles Leben zu ermöglichen.

Rückfragehinweis:
ÖZIV - Österreichischer Zivil-Invalidenverband
Präsident Dr. Klaus Voget
Tel.: 0664-263 76 69

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