Eltern schließen sich der Initiative "Gegen Unrecht: Kinder gehören nicht ins Gefängnis" an

Aufruf der Elternverbände für Aufnahme der UN-Kinderrechtskonvention in die Verfassung

Wien (OTS) - Wien, 18.10.10 (PEW) Die großen österreichischen Elternverbände ("Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen" und "Hauptverband katholischer Elternvereine") haben sich der von Caritas, Diakonie, SOS-Kinderdorf und "Amnesty International" (ai) in Gang gesetzten Initiative "Gegen Unrecht:
Kinder gehören nicht ins Gefängnis" angeschlossen. Anlass für die Initiative war die Abschiebung der Komani-Zwillige. Mittlerweile könnten die beiden achtjährigen Mädchen bald wieder in Österreich sein; das Innenministerium hat einen Bescheid des Magistrats Steyr aufgehoben, der die Basis für die Ausweisung der kosovarischen Familie gebildet hatte. Trotzdem sei es notwendig, die Initiative "Gegen Unrecht: Kinder gehören nicht ins Gefängnis" weiterzuführen, "weil es nicht nur um die Komani-Zwillinge geht, sondern auch um andere Familien mit Kindern", so Cornelia Franckenstein, Vizepräsidentin des "Hauptverbands katholischer Elternvereine". Sie betonte weiter: "Kinder und Familien bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, disziplinäre Maßnahmen gegen die ausführende Exekutive ersetzen keinen rechtlich verankerten Schutz der Personenwürde."

Die Initiative "Gegen Unrecht: Kinder gehören nicht ins Gefängnis" hat sich zum Ziel gesetzt, durch das Sammeln möglichst vieler Unterschriften die Nationalratsabgeordneten zur Aufnahme der UN-Kinderrechtskonvention in die Verfassung zu motivieren. "Wir unterstützen und begrüßen diese Initiative, und bitten alle, persönlich ein Zeichen zu setzen", betonten die Elternvertreter gemeinsam in ihrem Aufruf. Theodor Saverschel, der Präsident der "Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen", betonte die Dringlichkeit eines geordneten Umgangs mit der Problematik: "Es gibt viele Fälle bereits integrierter Kinder, und es ist nicht einsehbar, warum schuldlose Kinder für die Fehler der Behörden büßen müssen. Wenn Kinder hier aufwachsen, dann darf man sie nicht einfach wie ein lästiges Objekt ohne Recht und Würde hinauswerfen. Ein solches Verhalten ist verantwortungslos und indiskutabel. Auch ein Auseinanderreißen von Familien ist nicht zu akzeptieren. Es gibt keine einfache Lösung in solchen Fragen, aber das Interesse der Kinder muss Vorrang haben, alles andere ist menschenunwürdig und einem zivilen Rechtsstaat nicht angemessen". Auch Stefan Mandahus, Präsident des "Hauptverbandes Katholischer Elternvereine Österreichs", zeigte sich empört über das unsensible Vorgehen der Behörden: "Eine Abschiebung nach sechs Jahren Aufenthalt in einer neuen Heimat ist unchristlich und die Festnahme von achtjährigen unbescholtenen Kindern ein absoluter Skandal. Auch die Festnahme von Minderjährigen in Schulen ist indiskutabel". (forts mgl)

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