• 17.10.2010, 19:26:27
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Neues Volksblatt: "Eintreten" (Von Hermann Schicho)

Ausgabe vom 18. Oktober 2010

Linz (OTS) - Höhere Strafen - weniger Übergriffe: Diese Rechnung
ist zu einfach und geht vermutlich nicht auf. Gerade beim sexuellen
Missbrauch. Denn leider ist dort die Dunkelziffer besonders hoch, die
Aufklärung und die Verurteilung der Täter besonders schwierig. Und
Triebtäter sind irrational und durch das rationale Argument der hohen
Strafe wohl kaum zu beeindrucken. Auch sind die meisten Experten mit
der Gesetzeslage in Österreich an und für sich eh zufrieden.
Trotzdem sind die Verschärfung und vor allem das gemeinsame
europäische Vorgehen gut. Denn es geht letztendlich um ein Signal:
Kinder sind die Zukunft, ihr Schutz und ihr Gedeihen gehören zu den
wichtigsten Aufgaben jeder Gesellschaft. Gerade in einer Union, die
keine Grenzschranken mehr kennt, und einer virtuellen Welt, die
überhaupt grenzenlos ist, ist dieses Signal besonders wichtig. Denn
es geht nicht nur um den Einzelfall, wer Kinder missbraucht, vergeht
sich immer auch an der Zukunft der Gesellschaft.
Eines ist klar: Kinder sollen nicht an die Macht, sondern die
Mächtigen sollen für Kinder eintreten - daher auch die EU-Richtlinie.
Neben dem Schutz wäre aber nun ein weiterer Schritt notwendig: die
Anerkennung der Kinderrechte in unserer Verfassung.

Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

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