"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Gnade vor Unrecht"

Gut integrierte Asylwerber kalt abzuschieben, ist inhuman und widersinnig.

Wien (OTS) - Zwischen Franz Küberl und Christoph Leitl liegen an sich Welten. Der eine kümmert sich als Caritas-Chef um die Ärmsten der Armen. Der andere vertritt seit zehn Jahren erfolgreich die Interessen der Unternehmer. Küberl machte gestern im KURIER als Erster massiv für eine "Generalamnestie" für gut integrierte Flüchtlinge mobil, denen die Abschiebung droht. Ins gleiche Horn stößt nun auch Wirtschaftsboss Leitl: Unbescholtene Asylwerber, die fünf Jahre hier sind und denen Verankerung in der neuen Heimat bescheinigt wird, sollen bleiben dürfen.
Maria Fekter verschanzt sich weiter eisern hinter Fremdengesetzen, die zu vollziehen sind - bei Kindern künftig
aber mit "Samthandschuhen". Wie jenen im Fall der 14-jährigen Schülerin, die im Klassenzimmer in Schubhaft genommen werden sollte? Der wahre Skandal sind die Paragrafen, die solche Unmenschlichkeiten erzwingen. Diese kann und muss man ändern. Bis dahin sollte Gnade vor Unrecht gehen.
Gut integrierte Familien und Kinder abzuschieben, ist kein Beitrag zur Hebung des Sicherheit. Es bedient nicht einmal das viel zitierte Sicherheitsgefühl.
Es ist schlicht widersinnig und inhuman. Und einem der reichsten Länder der Welt unwürdig.

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