• 15.10.2010, 16:06:11
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"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Gnade vor Unrecht"

Gut integrierte Asylwerber kalt abzuschieben, ist inhuman und widersinnig.

Wien (OTS) - Zwischen Franz Küberl und Christoph Leitl liegen an
sich Welten. Der eine kümmert sich als Caritas-Chef um die Ärmsten
der Armen. Der andere vertritt seit zehn Jahren erfolgreich die
Interessen der Unternehmer. Küberl machte gestern im KURIER als
Erster massiv für eine "Generalamnestie" für gut integrierte
Flüchtlinge mobil, denen die Abschiebung droht. Ins gleiche Horn
stößt nun auch Wirtschaftsboss Leitl: Unbescholtene Asylwerber,
die fünf Jahre hier sind und denen Verankerung in der neuen Heimat
bescheinigt wird, sollen bleiben dürfen.
Maria Fekter verschanzt sich weiter eisern hinter
Fremdengesetzen, die zu vollziehen sind - bei Kindern künftig
aber mit "Samthandschuhen". Wie jenen im Fall der 14-jährigen
Schülerin, die im Klassenzimmer in Schubhaft genommen werden sollte?
Der wahre Skandal sind die Paragrafen, die solche
Unmenschlichkeiten erzwingen. Diese kann und muss man ändern. Bis
dahin sollte Gnade vor Unrecht gehen.
Gut integrierte Familien und Kinder abzuschieben, ist kein Beitrag
zur Hebung des Sicherheit. Es bedient nicht einmal das viel zitierte
Sicherheitsgefühl.
Es ist schlicht widersinnig und inhuman. Und einem der reichsten
Länder der Welt unwürdig.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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