• 15.10.2010, 12:04:30
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Marek: Armut gilt als zentrale Ursache für Kinderhandel

Familienstaatssekretärin eröffnet Veranstaltung "Gemeinsam gegen Menschenhandel" anlässlich des "EU-Anti-Trafficking-Day 2010"

Wien (OTS/BMWFJ) - "Armut gilt als zentrale Ursache für
Kinderhandel. Kinder sind dann besonders gefährdet verkauft und
ausgebeutet zu werden, wenn ein niedriger Bildungsgrad, Gewalt und
Suchtverhalten in der Familie fehlende Perspektiven im sozialen
Umfeld ergänzen", betonte Familienstaatssekretärin Christine Marek
heute, Freitag, im Rahmen der Eröffnung der Veranstaltung "Gemeinsam
gegen Menschenhandel" anlässlich des "EU-Anti-Trafficking-Day 2010"
an der Diplomatischen Akademie Wien. Die Umsetzung der Kinderrechte,
der Schutz vor Gewalt und die Sicherstellung von Lebensperspektiven
seien die wichtigsten Bausteine, um dem wachsenden Geschäft mit
Kindern effektiv entgegenzuwirken.

Nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks UNICEF werden weltweit
jedes Jahr 1,2 Millionen Mädchen und Burschen unter 18 Jahren Opfer
von Kinderhandel.
"Da Kinderhandel im Verborgenen stattfindet und die Identifikation
von Opfern so schwierig ist, gibt es leider sehr wenig konkrete
Zahlen für Österreich", bedauerte Marek. Österreich sei jedoch sowohl
als Transit- als auch als Zielland betroffen. "Bei uns als Opfer von
Kinderhandel identifizierte Fälle kommen in der Regel aus
Südosteuropa aber auch aus asiatischen und afrikanischen Ländern", so
Marek.

Das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend setzt im
Kampf gegen Menschen- bzw. Kinderhandel auf verschiedensten Ebenen
an. Die Familienstaatssekretärin wies dabei beispielsweise auf die im
Jahr 2007 im Rahmen der Task Force Menschenhandel eingerichtete
"Arbeitsgruppe Kinderhandel" hin. Diese erfülle nicht nur die von den
Vereinten Nationen geforderte Funktion der Vernetzung und
Koordinierung aller Akteure. In ihr würden auch aktuelle
Entwicklungen und Lösungsvorschläge zum Schutz vor Kinderhandel und
im Bereich des Opferschutzes diskutiert. So habe die Arbeitsgruppe,
um die Identifizierung von Opfern zu erleichtern, den
Informationsfolder "Kinderhandel in Österreich" entwickelt. Dieser
enthält Hintergrundinformationen und eine "Checkliste" mit
Indikatoren, die Mitarbeiter/innen der Jugendwohlfahrt, der Polizei,
von Fremdenbehörden, Botschaften und Konsulaten aber auch von der
Justiz auf die Problematik "Kinderhandel" aufmerksam machen und
informieren soll.

"Der Großteil der Opfer von Menschenhandel wird sexuell
ausgebeutet", erklärte Marek, "deshalb wurde kürzlich im
Familienministerium auch eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet." Die
Aufgabe dieses "Koordinationsgremiums für den Schutz von Kindern vor
sexueller Ausbeutung" sei es, die Umsetzung des Zusatzprotokolls zur
Kinderrechtskonvention betreffend den Kinderhandel,
Kinderprostitution und Kinderpornographie zu koordinieren und zu
evaluieren.

Kampagne zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im
Tourismus

Kinderhandel sei nicht immer grenzüberschreitend. Es gäbe ebenso
viel Binnenhandel - Stichwort Kindersextourismus. Marek unterstrich
im Rahmen der Eröffnung die Bedeutung der von der Tourismus-Sektion
des BMWFJ mit Vertreter/innen der Reisebranche und NGOs im "Round
Table - Ethik im Tourismus" erarbeiteten Sensibilisierungs- und
Weiterbildungsprogramme, die einen wesentlichen Beitrag im Kampf
gegen Kindersextourismus leisten.

"Der Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus ist
mir seit vielen Jahren auch persönlich ein wichtiges Anliegen",
betonte Marek, die in diesem Zusammenhang darauf hinwies, dass sie
erst vor kurzem - am Welttourismustag - eine neue,
länderübergreifende Kampagne zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
vor sexueller Ausbeutung im Tourismus präsentiert habe. Kern der
Kampagne sei ein Videospot mit dem Titel "Witness", der Reisende mit
der Botschaft "Nicht wegsehen" für das Thema sensibilisieren soll.
"Der Film ist ein Aufruf an Urlauber, die Fälle von Missbrauch
beobachten, diese Verdachtsfälle weiterzugeben - und nicht
wegzusehen", erklärte Marek eindringlich. "Wir können sexuellen
Missbrauch von Kindern verhindern, wenn wir nicht wegsehen."

Wichtig sei, dass es erstmals auch eine leicht zu merkende
Meldeadresse in jedem Land zum Melden von Verdachtsfällen gibt. In
Österreich können Reisende Hinweise an die Mailadresse
[email protected] schicken. Marek zeigte sich abschließend
erfreut darüber, dass diese Kampagne in den drei beteiligten Ländern
Österreich, Schweiz und Deutschland auch durch die Wirtschaft breit
unterstützt werde. Zum Start der Kampagane hätten sich bereits einige
Unternehmen bereit erklärt, den Film zu zeigen. In Österreich werden
Austrian Airlines und Accor Hotels Österreich den Videospot über
einen längeren Zeitraum ausstrahlen. Auch y-doc Wartezimmerfernsehen
und Infoscreen werden den Film zeigen, womit ein breiter
Personenkreis erreicht werden kann.

Umfassende Informationen zu dieser neuen Kampagne und
Informationsmaterialien zum Thema "Schutz von Kindern und
Jugendlichen vor sexueller Ausbeutung" finden Sie auf der Website
des BMWFJ unter www.bmwfj.gv.at .

Informationen zum Thema Kinderrechte sowie die Berichte zum Thema
Kinderhandel bietet das Familienministerium auf der
Kinderrechtewebsite unter www.kinderrechte.gv.at .

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
   Staatssekretariat: DI (FH) Lukas Pohl
   Tel.: +43 (01) 711 00-5838
   
   Abteilung Presse: Mag. Wolfgang Schneider
   +43 (01) 711 00-5130
   [email protected]
   www.bmwfj.gv.at

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