• 14.10.2010, 11:51:26
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Symposium "Mobilität 2010plus: Klimaziele 2020 im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Emissionen" (+Foto)

Alternative Antriebe - Bewusstseinsbildung, attraktive Angebote und langfristig sichere Rahmenbedingungen nötig

Wien (OTS) - "Es gibt kein Antriebskonzept, das CO2-Einsparungen
mit niedrigeren Kosten erlaubt, als Erdgas. Erdgas könnte damit eine
wichtige Brückenstrategie für die Zukunft bilden", lautet die klare
Aussage des deutschen Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer beim
Symposium "Mobilität 2010plus: Klimaziele 2020 im Spannungsfeld
zwischen Wirtschaftlichkeit und Emissionen". Das Symposium für
betriebliche und kommunale Fuhrparkbetreiber wird heute im
Technischen Museum Wien von Energie-Unternehmen in Kooperation mit
der ÖAMTC AKADEMIE veranstaltet. Trotz der Kosten- und Umweltvorteile
fristen alternative Antriebe derzeit noch ein Schattendasein in
Österreich. "Von den 251.460 Pkw-Neuzulassungen von Jänner bis Ende
September haben nur 1.238 Fahrzeuge ein alternatives Antriebskonzept,
nur 119 Pkw-Fahrer haben sich für ein reines Erdgas-Fahrzeug
entschieden", berichtet Hans Peter Halouska. Den Hauptgrund ortet der
ÖAMTC-Generalsekretär im Fehlen von langfristig abgesicherten
Rahmenbedingungen - sowohl in Bezug auf Abgaben als auch in Bezug auf
Einsatzmöglichkeiten für das Fahrzeug.

"Es gibt keinen Widerspruch zwischen Wirtschaftlichkeit und den
Energie- und Klimazielen", betont Wirtschafts- und Energieminister
Reinhold Mitterlehner in seinem Vortrag. Mitterlehner skizziert vor
allem die Ziele der Energiestrategie Österreich, darunter den
effizienteren Einsatz von Energie, das Forcieren alternativer
Antriebe sowie eine Änderung beim Mobilitätsverhalten. "Der Weg zu
geringeren Emissionen führt auch über eine stärkere
Bewusstseinsbildung und attraktive Angebote, aus denen jeder Kunde
das wählen kann, was seinem Mobilitätsverhalten entspricht", so
Mitterlehner. Als Maßnahmen nennt Mitterlehner unter anderem die
stärkere Nutzung bestehender Antriebs-Alternativen wie Erdgas sowie
vor allem die intensivere Unterstützung der Elektromobilität. Hier
gebe es laufend Technologiesprünge.

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, den
Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent
gegenüber dem Jahr 1990 zu senken und den Anteil erneuerbarer
Energien auf 20 Prozent zu steigern. Österreich möchte diese Ziele
mit der Energiestrategie erreichen. Das soll u.a. durch die Förderung
alternativer und energieeffizienter Fahrzeuge, Antriebskonzepte bzw.
Energieträger erreicht werden.

In der Automobilindustrie werde das Potenzial, schnell und günstig
CO2-Emissionen zu senken, bisher nur unzureichend genutzt, beobachtet
Dudenhöffer. "Mit Erdgas steht ein bewährter Energieträger zur
Verfügung, dessen Nutzung es bei Neuwagen erlaubt, quasi über Nacht
die CO2-Emissionen zwischen 20 und 25 Prozent gegenüber Benzin bzw.
Diesel zu senken", so der Automobilexperte. Auch der Produktmanager
für Otto-Motoren von AVL-List, Hubert Friedl, sieht in alternativen
Kraftstoffen wie Alkohol und Erdgas enorme Potenziale zur
signifikanten Absenkung von CO2-Emissionen.

Positive Firmenerfahrungen mit alternativen Antriebssystemen
im Flottenbetrieb

Die meiste Erfahrung in der Praxis, so zeigen die Vorträge und
Diskussionen beim Symposium, gibt es derzeit mit Bio- und Erdgas.
CNG, also compressed natural gas, sei auch der einzige alternative
Kraftstoff, der in Österreich flächendeckend an Tankstellen
erhältlich ist, sagt Peter Seidinger, Leiter Bereich CNG bei der OMV.
Die Firmengruppe Dr. Richard Linien beschäftigt sich mit alternativen
Antriebssystemen von Bussen. Bis Jahresende soll die Zahl der im
Salzburger Liniennetz eingesetzten bio- und erdgasbetriebenen Busse
von derzeit acht auf 37 steigen. "Dieser Flottenmix setzt in Bezug
auf Abgas- und auch Lärmemissionen neue Maßstäbe und konnte operativ
gut in die betrieblichen Abläufe integriert werden", berichtet
Geschäftsführer Ludwig Richard im Rahmen des Symposiums der ÖAMTC
AKADEMIE. Auch der Paketdienstleister DPD engagiert sich seit Jahren
für eine nachhaltige Entwicklung in seinem Bereich. "Bei den
Kleintransportern sehen wir das größte Potenzial, um CO2, Feinstaub
und andere Emissionen nachhaltig zu senken", so DPD-Prokurist
Christian Pabst. DPD setzt dafür einerseits auf moderne, abgasarme
Dieselfahrzeuge, andererseits auf alternative Antriebssysteme. Im
Rahmen von Pilotprojekten werde permanent der Einsatz von Erdgas- und
Elektrofahrzeugen erprobt. Auf Erdgas setzt auch die Saubermacher
Dienstleistungs AG. Bereits 2007 hat sie als erster Entsorger im Raum
Wien einen erdgasbetriebenen Müllpresswagen in Betrieb genommen.
Geschäftsleiter Alois Fürnkranz: "Für uns hat sich gezeigt, dass
Erdgas ein sauberer Kraftstoff ist, der ideal für alle
Logistikunternehmen im innerstädtischen Bereich ist."

Großes Sparpotenzial bei alternativen Antriebskonzepten -
bessere Anreizsysteme notwendig

Erik Wolf, Geschäftsführer der Bundessparte Transport und Verkehr
in der Wirtschaftskammer Österreich, weist beim Symposium der ÖAMTC
AKADEMIE darauf hin, dass in Österreich schon mehr als 8.000 Pkw, Lkw
und Busse mit alternativen Antrieben oder Biokraftstoffen unterwegs
seien - jedes vierte Fahrzeug davon im gewerblichen Sektor. Durch die
Umstellung auf Biokraftstoffe und betriebliches Mobilitätsmanagement
könnten jährlich zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Wolf
fordert die Sicherung von bestehenden Förderschienen und zusätzliche
Anreize zur Umstellung der Fuhrparks. Gernot Pichorner,
Costcenter-Leiter beim Salzburger Kranhersteller Palfinger, kann das
nur bestätigen: "Wenn die Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativen
Antriebskonzepten für den Straßenverkehr groß genug wird oder
entsprechende Anreizsysteme geschaffen werden, wird sich die
Entwicklung und Umsetzung in diesem Bereich deutlich beschleunigen."

Von Fuhrparkmanagern sei dafür Mut zur Veränderung gefragt, sagt
Alfred Berger, Geschäftsführer von Raiffeisen-Leasing
Fuhrparkmanagement. Bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen bestehe
derzeit Unsicherheit, welche Antriebsart zu präferieren sei. Der
Fuhrparkmanager müsse deshalb in Zukunft nicht nur über
Einkaufsfähigkeiten verfügen, sondern auch die Gesamtkosten und die
Entwicklung des Tankstellennetzes berücksichtigen. "Das Positive an
diesen Entwicklungen ist, dass die Vielfalt der Antriebe und
Kraftstoffe, die früher nur eine Vision war, bereits gelebte Realität
ist", sagt die Geschäftsführerin der ÖAMTC AKADEMIE, Christine Zach,
abschließend. Um die richtigen Entscheidungen für den Fuhrpark
treffen zu können, würden die Unternehmen jetzt ausreichende
Informationen über die Vor- und Nachteile aller Systeme brauchen.

Nähere Informationen sowie Unterlagen zur Veranstaltung erhält man
online unter www.oeamtc-akademie.at .

Aviso an die Redaktionen: Bildmaterial zu dieser Aussendung ist in
Kürze unter www.oeamtc.at/presse abrufbar.

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at

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