- 13.10.2010, 16:16:22
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EP-Journalistenpreis 2010 an Journalisten aus Polen, Schweden, Ungarn und Großbritannien verliehen
Jerzy Buzek: "Europaparlament will kritischen und unparteiischen Journalismus fördern."
Wien (OTS) - Das Europäische Parlament vergibt 2010 zum dritten
Mal einen Preis für herausragende journalistische Leistungen. Am
heutigen Mittwochmorgen hat der Präsident des EP, Jerzy Buzek,
Journalisten aus Polen, Großbritannien, Ungarn und Schweden mit dem
diesjährigen Journalistenpreis des Europäischen Parlaments in
insgesamt vier Kategorien ausgezeichnet: Print, Radio, TV und
Internet. Jeder Gewinner erhielt 5000 Euro.
Witold Szablowski von der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza
gewann den Preis in der Kategorie Printmedien für seinen Artikel:
"Heute werden zwei Leichen an Land gespült". Der Artikel setzt sich
mit dem Problem der illegalen Zuwanderung in die Europäische Union
auseinander. Laut der Jury ist der Beitrag "informativ, lebendig und
authentisch". Ein Jurymitglied hob die Qualität der Schreibkunst
hervor - diesen Artikel zu lesen sei wie das Lesen eines
"literarischen Werks".
Kajsa Norell und Nuri Kino von Sveriges Radio Ekot (Schweden)
gewannen den Preis in der Kategorie Radio für ihre Reportage über die
finanzielle Unterstützung der Türkei durch die EU. Wie ihr
investigativer Beitrag zeigt, kommen EU-Gelder nicht vollständig bei
den örtlichen Landwirten in der Türkei an. Die Radiosendung ist laut
Jury "eine hervorragende Untersuchung", ausgezeichnet durch ein
"perfektes Timing" und "perfekte Länge". Gedreht wurde sowohl in der
türkischen Provinz als auch in Ankara.
Zsolt Németh von MTV Ungarn gewann den Preis in der Kategorie TV für
sein Programm "Euforia", das die Geschichte der EU in verständlicher
Weise solchen Zuschauern näherbringt, die wenig über die EU wissen,
und vor allem auch jüngeren Zuschauern. Die Jury lobte die Qualität
des Programms sowie seine hohe Kreativität, die TV-Projekten über die
EU oft fehlt. Vor allem aber schaffe es der ungarische Beitrag,
"gleichzeitig attraktiv, witzig und lehrreich" zu sein.
James Clive-Matthews aus Großbritannien gewann den Preis in der
Kategorie Internet für seinen Blogbeitrag "EUtopia - welcher
Prozentsatz der Gesetze stammt von der EU?" In der Begründung der
Jury hieß es, der Autor habe "hervorragende Recherchearbeit"
geleistet, und der Beitrag sei sehr "verständlich, überzeugend und
humorvoll" sowie "informativ und interessant". Der Journalist, der
einer der "wenigen Blogger, die sich ernsthaft mit der EU befassen",
sei, habe sehr ernsthafte statistische und vergleichende Arbeit
geleistet, aber gleichzeitig könne sein Artikel "mit großem
Vergnügen" gelesen werden.
Bei der Preisübergabe sagte Parlamentspräsident Jerzy Buzek: "Mit
seiner Entscheidung, diesen Preis zu schaffen, will das Europäische
Parlament, kritischen und unparteiischen Journalismus fördern. Ich
weiß, wie schwer die Aufgabe sein kann, Europa, seine Politiken und
seine Entscheidungen zu erklären. Aber es ist unerlässlich."
Er fügte hinzu: "Ich komme aus einem Land, in dem es fast 50 Jahre
lang den Journalisten nicht gestattet war zu veröffentlichen, was sie
sahen, zu schreiben, was sie dachten und laut auszusprechen, was sie
fühlten. Ich weiß, wie wertvoll diese Werte - diese gemeinsamen
europäischen Werte - sind. Ich glaube, es ist sogar wichtiger, denen
zuzuhören, die kritisch sind, da sie für Kontrolle sorgen und uns
zwingen, unsere Politiken besser zu erklären. Und manchmal weisen sie
auf Fehler hin, die wir begangen haben."
Nach der Preisverleihung folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema
"Journalisten - eine gefährdete Spezies?". Fast alle nationalen
Gewinner der EU-Mitgliedstaaten besuchten die Veranstaltung.
Zusätzlich waren auch 50 junge Journalisten anwesend, die an einem
Workshop des EP teilnehmen.
Rückfragehinweis:
Informationsbüro des Europäischen Parlaments für Österreich
Mag. Georg Pfeifer, Presse-Attaché
Tel.: (++43-1) 516 17/206
mailto:georg.pfeifer@europarl.europa.eu
http://www.europarl.at
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