EP-Journalistenpreis 2010 an Journalisten aus Polen, Schweden, Ungarn und Großbritannien verliehen

Jerzy Buzek: "Europaparlament will kritischen und unparteiischen Journalismus fördern."

Wien (OTS) - Das Europäische Parlament vergibt 2010 zum dritten
Mal einen Preis für herausragende journalistische Leistungen. Am heutigen Mittwochmorgen hat der Präsident des EP, Jerzy Buzek, Journalisten aus Polen, Großbritannien, Ungarn und Schweden mit dem diesjährigen Journalistenpreis des Europäischen Parlaments in insgesamt vier Kategorien ausgezeichnet: Print, Radio, TV und Internet. Jeder Gewinner erhielt 5000 Euro.

Witold Szablowski von der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza gewann den Preis in der Kategorie Printmedien für seinen Artikel:
"Heute werden zwei Leichen an Land gespült". Der Artikel setzt sich mit dem Problem der illegalen Zuwanderung in die Europäische Union auseinander. Laut der Jury ist der Beitrag "informativ, lebendig und authentisch". Ein Jurymitglied hob die Qualität der Schreibkunst hervor - diesen Artikel zu lesen sei wie das Lesen eines "literarischen Werks".

Kajsa Norell und Nuri Kino von Sveriges Radio Ekot (Schweden) gewannen den Preis in der Kategorie Radio für ihre Reportage über die finanzielle Unterstützung der Türkei durch die EU. Wie ihr investigativer Beitrag zeigt, kommen EU-Gelder nicht vollständig bei den örtlichen Landwirten in der Türkei an. Die Radiosendung ist laut Jury "eine hervorragende Untersuchung", ausgezeichnet durch ein "perfektes Timing" und "perfekte Länge". Gedreht wurde sowohl in der türkischen Provinz als auch in Ankara.

Zsolt Németh von MTV Ungarn gewann den Preis in der Kategorie TV für sein Programm "Euforia", das die Geschichte der EU in verständlicher Weise solchen Zuschauern näherbringt, die wenig über die EU wissen, und vor allem auch jüngeren Zuschauern. Die Jury lobte die Qualität des Programms sowie seine hohe Kreativität, die TV-Projekten über die EU oft fehlt. Vor allem aber schaffe es der ungarische Beitrag, "gleichzeitig attraktiv, witzig und lehrreich" zu sein.

James Clive-Matthews aus Großbritannien gewann den Preis in der Kategorie Internet für seinen Blogbeitrag "EUtopia - welcher Prozentsatz der Gesetze stammt von der EU?" In der Begründung der Jury hieß es, der Autor habe "hervorragende Recherchearbeit" geleistet, und der Beitrag sei sehr "verständlich, überzeugend und humorvoll" sowie "informativ und interessant". Der Journalist, der einer der "wenigen Blogger, die sich ernsthaft mit der EU befassen", sei, habe sehr ernsthafte statistische und vergleichende Arbeit geleistet, aber gleichzeitig könne sein Artikel "mit großem Vergnügen" gelesen werden.

Bei der Preisübergabe sagte Parlamentspräsident Jerzy Buzek: "Mit seiner Entscheidung, diesen Preis zu schaffen, will das Europäische Parlament, kritischen und unparteiischen Journalismus fördern. Ich weiß, wie schwer die Aufgabe sein kann, Europa, seine Politiken und seine Entscheidungen zu erklären. Aber es ist unerlässlich."

Er fügte hinzu: "Ich komme aus einem Land, in dem es fast 50 Jahre lang den Journalisten nicht gestattet war zu veröffentlichen, was sie sahen, zu schreiben, was sie dachten und laut auszusprechen, was sie fühlten. Ich weiß, wie wertvoll diese Werte - diese gemeinsamen europäischen Werte - sind. Ich glaube, es ist sogar wichtiger, denen zuzuhören, die kritisch sind, da sie für Kontrolle sorgen und uns zwingen, unsere Politiken besser zu erklären. Und manchmal weisen sie auf Fehler hin, die wir begangen haben."

Nach der Preisverleihung folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema "Journalisten - eine gefährdete Spezies?". Fast alle nationalen Gewinner der EU-Mitgliedstaaten besuchten die Veranstaltung. Zusätzlich waren auch 50 junge Journalisten anwesend, die an einem Workshop des EP teilnehmen.

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