"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Selbstfindung"

Die ÖVP hat sich massive Schnitzer geleistet. Jetzt hat ihr Chef ins Ruder gegriffen

Wien (OTS) - Verpatzte Wahlkämpfe in der Steiermark und in Wien. Eine steirische Partei, die Tage braucht, um ein Wahlergebnis zu akzeptieren. Ein Bürgermeister, der in Wahlbetrug keinen Rücktritts-Grund sieht. Und eine Innenministerin, die der skandalösen Abschiebung von achtjährigen Mädchen das Prädikat "familiengerecht" verleiht. Die ÖVP hat sich zuletzt, nobel formuliert, massive Schnitzer geleistet.
Parteichef Josef Pröll musste mehrfach ins Ruder greifen. In sportlicher Fairness rang er sich vor zwei Wochen im Ministerrat den Satz ab, Franz Voves sei zu seinem Wahlgewinn zu gratulieren. Das Wiener Debakel gestand Pröll ohne Wenn und Aber ein. Dem Bürgermeister richtete er aus, er wolle bei Wahlbetrug "nicht anstreifen" - woraufhin dieser dem Druck nachgab. Auch bei Fekters Einsicht, dass solche brutalen Abschiebungen nicht passieren dürfen, dürfte Josef Pröll nachgeholfen haben. Die Bundes-ÖVP zieht aus dem Absturz in Wien offenbar die Lehre, es bringe nichts, der FPÖ auf rechten Abwegen nachzulaufen.
Ein Blick nach Oberösterreich könnte der ÖVP bei ihrem Selbstfindungsprozess helfen: Dort hat Josef Pühringer mit einem Mittelstands-Angebot (Gratis-Kindergärten) den städtischen Linzer Raum erobert.

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