• 13.10.2010, 16:05:12
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"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Selbstfindung"

Die ÖVP hat sich massive Schnitzer geleistet. Jetzt hat ihr Chef ins Ruder gegriffen

Wien (OTS) - Verpatzte Wahlkämpfe in der Steiermark und in Wien.
Eine steirische Partei, die Tage braucht, um ein Wahlergebnis zu
akzeptieren. Ein Bürgermeister, der in Wahlbetrug keinen
Rücktritts-Grund sieht. Und eine Innenministerin, die der skandalösen
Abschiebung von achtjährigen Mädchen das Prädikat "familiengerecht"
verleiht. Die ÖVP hat sich zuletzt, nobel formuliert, massive
Schnitzer geleistet.
Parteichef Josef Pröll musste mehrfach ins Ruder greifen. In
sportlicher Fairness rang er sich vor zwei Wochen im Ministerrat den
Satz ab, Franz Voves sei zu seinem Wahlgewinn zu gratulieren. Das
Wiener Debakel gestand Pröll ohne Wenn und Aber ein. Dem
Bürgermeister richtete er aus, er wolle bei Wahlbetrug "nicht
anstreifen" - woraufhin dieser dem Druck nachgab. Auch bei Fekters
Einsicht, dass solche brutalen Abschiebungen nicht passieren dürfen,
dürfte Josef Pröll nachgeholfen haben. Die Bundes-ÖVP zieht aus dem
Absturz in Wien offenbar die Lehre, es bringe nichts, der FPÖ auf
rechten Abwegen nachzulaufen.
Ein Blick nach Oberösterreich könnte der ÖVP bei ihrem
Selbstfindungsprozess helfen: Dort hat Josef Pühringer mit einem
Mittelstands-Angebot (Gratis-Kindergärten) den städtischen Linzer
Raum erobert.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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