Alarmierende Veränderungen der Körpergröße bei älteren Menschen

Zwei Drittel der Seniorenheimbewohner in Österreich sind im Laufe ihres Lebens signifikant kleiner geworden. Eine Bestandsaufnahme.

Graz (OTS) - Weltweit durchgeführte Kampagnen zum Weltosteoporosetag rücken dieses Jahr die gefürchteten Wirbelkörperbrüche und ihre Folgen in den Mittelpunkt. Obwohl wissenschaftliche Studien belegen, dass eine Verringerung der Körpergröße ein Hinweis auf osteoporotische Wirbelkörperbrüche sein kann und obwohl sie die am häufigsten vorkommenden osteoporotischen Frakturen sind, werden sie von allen osteoporotischen Frakturen am seltensten diagnostiziert. Eine Therapie der zugrunde liegenden Osteoporose findet daher bei vielen Betroffenen nicht statt. Der Dachverband der Österreichischen Osteoporose Selbsthilfe hat nun mit einfachen Methoden eine Bestandsaufnahme der Körpergrößenveränderungen von Seniorenheimbewohnern durchgeführt und dabei Übereinstimmungen mit bereits bekannten Daten aus wissenschaftlichen Studien festgestellt.

Die Ergebnisse im Detail

62 % aller gemessenen Personen sind im Laufe ihres Lebens um mindestens 4 cm kleiner geworden. Von diesen war lediglich bei 37 % eine Osteoporose diagnostiziert. Der Prozentsatz derer, die um mindestens 8 cm kleiner geworden sind, liegt immer noch bei 27 %. Auch von diesen hat lediglich ein Drittel eine Osteoporose Diagnose erhalten. Für eine Verringerung der Körpergröße kann es viele Ursachen geben, sie deutet nicht zwingend auf eine Osteoporose hin. Schaut man sich aber an, wie viel Prozent der untersuchten Personen trotz einer Verringerung der Körpergröße um mindestens 4 cm und bereits erlittener Schenkelhalsfraktur und gleichzeitiger Diagnose Osteoporose keine Osteoporosetherapie erhalten - nämlich 79 % - dann ist das ein sehr alarmierendes Ergebnis. Dabei sei festgehalten, dass diese Missstände keinesfalls ein ausschließlich in Seniorenheimen auftretendes Phänomen sind, sondern sich dieses quer durch die Bevölkerung zieht.

Die Österreichische Osteoporose Selbsthilfe sieht Patienten und Ärzte in der Pflicht

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen richtet Elisabeth Feichter, Präsidentin des Dachverband der Österreichischen Osteoporose Selbsthilfegruppen, einen eindringlichen Appell an Patienten und an Ärzte: "Die Ergebnisse unserer Erhebung machen deutlich, wie wichtig und notwendig regelmäßige Größenmessungen sind. Durch das Zusammenspiel von Arzt und Patient kann mit einfachen Mitteln der Verlauf von Krankheiten, im Speziellen der Osteoporose, überprüft werden."

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