- 13.10.2010, 09:57:08
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atomstopp: Temelin-Ausbau wegen Krise und interner Probleme bei CEZ verschoben.
Steht Ausbau-Verschiebung im Zusammenhang mit deutscher Laufzeitverlängerung?
Linz (OTS) - "Wenn es sich bewahrheitet, dass sich der
Temelin-Ausbau wegen der Finanzkrise verschiebt, wäre das wohl die
erste positive Auswirkung der Finanzkrise und eine große
Erleichterung für die Bevölkerung in Österreich!", so Roland Egger
und Gabi Schweiger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich in einer
ersten Reaktion auf die einschlägigen tschechischen Medienberichte,
denenzufolge man sich beim tschechischen Atomkonzern CEZ nicht mehr
sicher ist, ob man den Strom aus den neuen Blöcken 3 und 4 im Jahr
2020 überhaupt verkaufen wird können.
Interessant ist in jedem Fall, dass die Entscheidung Temelin doch
nicht zum jetzigen Zeitpunkt ausbauen zu wollen, mit der Entscheidung
in Deutschland, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich
12 Jahre verlängern zu wollen und somit erst 2036 mit dem letzten
Atommeiler vom Netz zu gehen, zusammenfällt. Ursprünglich ging man -
wohl auch in Tschechien davon aus - dass 2022 das letzte deutsche
Atomkraftwerk abgeschaltet wird.
"Die Atomreaktoren Temelin 3 und 4 sollten 2020 in Betrieb gehen
und hätten damit den Ausfall der deutschen Atomkapazitäten "abfangen"
können. Mit größter Wahrscheinlichkeit ist ein Atomstromexport nach
Deutschland im großen Stil angepeilt worden. Nun haben aber die
Deutschen mit der Laufzeitverlängerung den Investitionsplänen
Tschechiens möglicherweise einen Strich durch die Rechnung gemacht!",
so Egger und Schweiger weiter.
"Es scheint in der Argumentation völlig paradox: Gegen die
deutschen AKWs kämpfen, heißt die tschechischen AKW stützen.
Tschechische AKWs bekämpfen bedeutet, der Laufzeitverlängerung in
Deutschland Vorschub leisten.", so Egger und Schweiger weiter.
"Das Problem "Atomenergie" kann nur im Gesamtkontext gesehen
werden. Wenn man die Privilegien der Atomenergie über den
EURATOM-Vertrag nicht endlich stoppt, die billige Kreditvergabe über
EURATOM sowie die Förderung der Forschung an neuartigen
Atomreaktortypen weiter forciert, wird das Problem bestenfalls hin
und her geschoben. Dass Österreich die europäische Atomeuphorie aber
auch noch über die Mitgliedschaft bei der völlig demokratiefernen
EURATOM stützt, lässt schwere Zweifel an der österreichischen
Antiatompolitik aufkommen.", so Egger und Schweiger abschließend.
Rückfragehinweis:
Roland Egger, Tel. + 43 680 23 93 019
Gabriele Schweiger, Tel. + 43 664 390 77 09
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