atomstopp: Temelin-Ausbau wegen Krise und interner Probleme bei CEZ verschoben.

Steht Ausbau-Verschiebung im Zusammenhang mit deutscher Laufzeitverlängerung?

Linz (OTS) - "Wenn es sich bewahrheitet, dass sich der Temelin-Ausbau wegen der Finanzkrise verschiebt, wäre das wohl die erste positive Auswirkung der Finanzkrise und eine große Erleichterung für die Bevölkerung in Österreich!", so Roland Egger und Gabi Schweiger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich in einer ersten Reaktion auf die einschlägigen tschechischen Medienberichte, denenzufolge man sich beim tschechischen Atomkonzern CEZ nicht mehr sicher ist, ob man den Strom aus den neuen Blöcken 3 und 4 im Jahr 2020 überhaupt verkaufen wird können.

Interessant ist in jedem Fall, dass die Entscheidung Temelin doch nicht zum jetzigen Zeitpunkt ausbauen zu wollen, mit der Entscheidung in Deutschland, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre verlängern zu wollen und somit erst 2036 mit dem letzten Atommeiler vom Netz zu gehen, zusammenfällt. Ursprünglich ging man -wohl auch in Tschechien davon aus - dass 2022 das letzte deutsche Atomkraftwerk abgeschaltet wird.

"Die Atomreaktoren Temelin 3 und 4 sollten 2020 in Betrieb gehen und hätten damit den Ausfall der deutschen Atomkapazitäten "abfangen" können. Mit größter Wahrscheinlichkeit ist ein Atomstromexport nach Deutschland im großen Stil angepeilt worden. Nun haben aber die Deutschen mit der Laufzeitverlängerung den Investitionsplänen Tschechiens möglicherweise einen Strich durch die Rechnung gemacht!", so Egger und Schweiger weiter.

"Es scheint in der Argumentation völlig paradox: Gegen die deutschen AKWs kämpfen, heißt die tschechischen AKW stützen. Tschechische AKWs bekämpfen bedeutet, der Laufzeitverlängerung in Deutschland Vorschub leisten.", so Egger und Schweiger weiter.

"Das Problem "Atomenergie" kann nur im Gesamtkontext gesehen werden. Wenn man die Privilegien der Atomenergie über den EURATOM-Vertrag nicht endlich stoppt, die billige Kreditvergabe über EURATOM sowie die Förderung der Forschung an neuartigen Atomreaktortypen weiter forciert, wird das Problem bestenfalls hin und her geschoben. Dass Österreich die europäische Atomeuphorie aber auch noch über die Mitgliedschaft bei der völlig demokratiefernen EURATOM stützt, lässt schwere Zweifel an der österreichischen Antiatompolitik aufkommen.", so Egger und Schweiger abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Roland Egger, Tel. + 43 680 23 93 019
Gabriele Schweiger, Tel. + 43 664 390 77 09

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ATM0001