Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco zum Tod von Karl Prantl

Wien (OTS) - Karl Prantl war ein unermüdlicher Kämpfer für das Informel. Deutlich habe ich noch seine strahlend blauen Augen und seine beredte Geste vor mir.

Im Umfeld des Phantastischen Realismus zum malenden Künstler geformt, entschied sich Prantl bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt für das Informel. Gerade im Kunstschaffen Fritz Wotrubas, in dessen zeichenhaften Aufrichtung von individuellen Formen und Figuren, sah Prantl für sich einen Pfad, der ihn zum ureigenen zeichenhaften Informel führte, durch das er den immer gegenstandsbezogenen Wotruba und einen Großteil seiner Schüler weit hinter sich ließ. In den frühen 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erkannte er seinen besonderen Bezug zum Naturstein, der ihm bis zu seinem Lebensende das wertvollste künstlerische Material wurde. Der Künstler brach vollends überzeugt mit der naturalistischen Auffassung, er gab die gesehene Wirklichkeit auf und stieß in das Urbild allen Seins, ins Geometrische, vor. Im Zentrum seiner Skulpturen steht immer das Diesseitige, die ewige Form, nicht die zufällige Erscheinung und das Vergehende.

Aus seiner Überzeugung für das Informel heraus wurde Prantl zum Kämpfer, der weder den Widerstand noch den Aufwand scheute. 1959 gründete er gemeinsam mit Heinrich Deutsch und Friedrich Czagan das weltweit erste Bildhauersymposion im burgenländischen St. Margarethen im Burgenland, das im Vorjahr sein 50-jähriges Jubiläum feierte.

Mit Karl Prantl verliert Österreich - so wie mit Alfred Hrdlicka, Bruno Gironcoli, Josef Pillhofer und Fritz Tiefenthaler - einen großen und bedeutenden Künstler und einen der letzten Steinbildhauer seiner Generation.

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