- 08.10.2010, 14:47:12
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Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco zum Tod von Karl Prantl
Wien (OTS) - Karl Prantl war ein unermüdlicher Kämpfer für das
Informel. Deutlich habe ich noch seine strahlend blauen Augen und
seine beredte Geste vor mir.
Im Umfeld des Phantastischen Realismus zum malenden Künstler
geformt, entschied sich Prantl bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt
für das Informel. Gerade im Kunstschaffen Fritz Wotrubas, in dessen
zeichenhaften Aufrichtung von individuellen Formen und Figuren, sah
Prantl für sich einen Pfad, der ihn zum ureigenen zeichenhaften
Informel führte, durch das er den immer gegenstandsbezogenen Wotruba
und einen Großteil seiner Schüler weit hinter sich ließ. In den
frühen 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erkannte er seinen
besonderen Bezug zum Naturstein, der ihm bis zu seinem Lebensende das
wertvollste künstlerische Material wurde. Der Künstler brach vollends
überzeugt mit der naturalistischen Auffassung, er gab die gesehene
Wirklichkeit auf und stieß in das Urbild allen Seins, ins
Geometrische, vor. Im Zentrum seiner Skulpturen steht immer das
Diesseitige, die ewige Form, nicht die zufällige Erscheinung und das
Vergehende.
Aus seiner Überzeugung für das Informel heraus wurde Prantl zum
Kämpfer, der weder den Widerstand noch den Aufwand scheute. 1959
gründete er gemeinsam mit Heinrich Deutsch und Friedrich Czagan das
weltweit erste Bildhauersymposion im burgenländischen St. Margarethen
im Burgenland, das im Vorjahr sein 50-jähriges Jubiläum feierte.
Mit Karl Prantl verliert Österreich - so wie mit Alfred Hrdlicka,
Bruno Gironcoli, Josef Pillhofer und Fritz Tiefenthaler - einen
großen und bedeutenden Künstler und einen der letzten Steinbildhauer
seiner Generation.
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Belvedere Lena Maurer, Presse Tel: +43 1 79557-178 Fax: +43 1 79557-121 mailto:[email protected] www.belvedere.at
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