Klimaerwärmung beeinflusst das Überleben in alpinen Seen

Wien (OTS) - Fünf Seen in den Niederen Tauern stehen im
Mittelpunkt eines Projektes zur Klimafolgenforschung. Zehn Jahre nach der ersten Untersuchung werden die Seen neuerlich von oberösterreichischen Wissenschaftern aus Mondsee unter die Lupe genommen um die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Wasserorganismen festzustellen.

Klimaalarm unter Wasser?

Das Klima wird wärmer - dieses Thema ist in den letzten Jahren in aller Munde. Es ist bekannt, dass sich die Durchschnittstemperatur in den Alpen in den letzten 25 Jahren um 1Grad C erhöht hat. Doch was bedeutet die Klimaveränderung für besonders sensible Ökosysteme wie Alpenseen? Bisher wurde die Klimaerwärmung in den Alpen vor allem anhand von Veränderungen in der Landvegetation untersucht. Was unter der Wasseroberfläche alpiner Seen passiert ist dagegen weitgehend unbekannt.

Artenvielfalt gefährdet

Oberösterreichische Wissenschaftler vom Institut für Limnologie in Mondsee (OÖ) nehmen im Rahmen des vom Nationalkomitee "Alpenforschung" unterstützten Forschungsprojekts DETECTIVE daher das Leben in 5 Seen der Niederen Tauern unter die Lupe. Diese Seen, in einer Höhe zwischen 1.600 und 2.100 m Höhe, beherbergen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Mit der Klimaerwärmung steigt auch die Temperatur des Wassers. Die Wissenschafter befürchten, dass die, auf kühle Temperaturen des Hochgebirges angepassten, Arten aus den Seen verschwinden werden und damit die Artenvielfalt in den Seen zurückgehen wird.

Molekulargenetische Methoden zeigen Veränderungen der letzten Dekade

"Wir haben bereits vor zehn Jahren eine genaue Kartierung der Mikroorganismen dieser fünf Seen durchgeführt", berichtet Projektleiter Dr. Rainer Kurmayer. Nun werden die Untersuchungen an tierischem und pflanzlichem Plankton sowie bodenlebenden, aquatischen Organismen wiederholt. Modernste molekulargenetische Methoden sollen zeigen, ob sich manche Arten an die veränderten Lebensbedingungen in den Gebirgsseen anpassen konnten um zu überleben. In den Seen versenkte Messgeräte zeichnen die Wassertemperatur der Seen kontinuierlich auf und liefern damit wertvolle Daten für die Klimaanalyse.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Sabine Wanzenböck
Institut für Limnologie Mondsee
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Tel.: +43 6232 3125
Email: sabine.wanzenboeck@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/limno

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