Kinder in Schubhaft

Katholische Jungschar ist schockiert über Abschiebepraxis

Wien (OTS) - Bestürzt zeigt sich die Katholische Jungschar über die Inhaftierung zweier achtjähriger Mädchen aus dem Kosovo. "Bewaffnete Polizisten, die Kinder gegen ihren Willen mitnehmen und ins Gefängnis stecken, so was verbinde ich normalerweise mit Ländern aus denen Menschen zu uns flüchten", resümiert Christina Schneider, Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar: "Dass so was in einem EU-Mitgliedsstaat im 21. Jahrhundert möglich ist, schockiert mich und ist mit christlichen Werten nicht vereinbar. Außerdem widerspricht es der Kinderrechtskonvention." Kinderrechte gelten universell und unabhängig von Herkunft und Religion. Schubhaft für Kinder ist unzulässig. Erst Mitte September wurde bekannt, dass sich ein Minderjähriger in einem österreichischen Schubhaftgefängnis das Leben nahm.

Die Katholische Jungschar fordert seit Jahren eine durchgehende Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und die Rücknahme des österreichischen Erfüllungsvorbehalts. Durch eine verfassungsrechtliche Verankerung von Kinderrechten in der Verfassung können die Rechte auch individuell einklagbar werden und ähnliche Fälle in Zukunft verhindert werden. Die Konvention wurde bereits 1992 von Österreich ratifiziert. Sie sieht unter anderem vor, dass Kinder weder gegen ihren Willen von den Eltern getrennt werden noch aufgrund ihres Status oder der Betätigung ihrer Eltern bestraft werden dürfen. Bei allen staatlichen Maßnahmen, die Kinder betreffen, hat das Wohl des Kindes Vorrang.

Über die Katholische Jungschar

Die Katholisch Jungschar Österreichs (KJSÖ) wurde 1947 als Kinderorganisation der Katholischen Kirche gegründet. Mit etwa 90.000 Kindern zwischen 8 und 15 Jahren und mehr als 11.000 ehrenamtlichen Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern ist die KSJÖ die größte Kinderorganisation Österreichs. Die Katholische Jungschar ist Trägerin der außerschulischen kirchlichen Kinderarbeit und Teil der Katholischen Aktion, der Laienbewegung der Kirche.

Neben dem Engagement in den Pfarr-Kindergruppen und der Unterstützung von Ministranten und Ministrantinnen setzt sich die Katholische Jungschar als Interessensvertretung u. a. für die verfassungsrechtliche Verankerung von Kinderrechten ein. 1955 wurde mit der Dreikönigsaktion eine Spenden- und Hilfsaktion ins Leben gerufen. Die Katholische Jungschar unterstützt jährlich über 500 Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in mehr als 40 Ländern.

Weitere Informationen: http://www.jungschar.at

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Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Gesellschaftspolitik
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