• 07.10.2010, 09:30:03
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Allianz Invest Quarterly 4/2010

Veranlagen im "New Normal": Geduldig durch das Zinstal

Wien (OTS) - Der Übergang Europas und der USA zu einer neuen
Ordnung der Weltwirtschaft wird nach Einschätzung der Allianz noch
mehrere Jahre andauern. Für das vierte Quartal raten Allianz Experten
bei weiterhin niedrigem Zinsniveau Anlegern zu flexiblen
Portfoliostrukturen - und Geduld.

"Die tief greifenden Veränderungen der Weltwirtschaft werden uns
sehr wahrscheinlich noch auf Jahre hinaus begleiten", erklärte Martin
Bruckner, Vorstand der Allianz Investmentbank AG und Chief Investment
Officer der Allianz Gruppe in Österreich, am Donnerstag vor
Journalisten. "Für die nächsten drei bis fünf Jahre erwarten wir eine
Entwicklung der Weltwirtschaft, die von niedrigeren Wachstumsraten
sowie einer Machtverschiebung zugunsten systemisch wichtiger,
aufstrebender Länder, wie zum Beispiel Brasilien und China, geprägt
sein wird."

"New Normal" dämpft Wachstum der Realwirtschaft

Die Dämpfung der Rezession sei vor allem auf Rettungspakete der
Regierungen sowie konzertierte Aktionen globaler Institutionen wie
IWF und Weltbank zurückzuführen. Positiv sei festzuhalten, dass die
gemeinsamen Maßnahmen gegriffen haben. Die Dynamik der
Konsolidierungsschritte der letzten Monate werde an Fahrt gewinnen
und damit eine Phase niedrigeren Wachstums einläuten, in der die
Politik weiterhin an Bedeutung gewinne. Als Risken dieser Entwicklung
charakterisiert Bruckner, dass kurzfristig notwendige staatliche
Interventionen langfristig zu einer exzessiven Regulierung ausarten
könnten, die, gemeinsam mit Steuererhöhungen, auf lange Sicht die
Wachstumschancen der jeweiligen Volkswirtschaften schmälern.

Anleihe-Märkte: Tiefes Zinsniveau, Erträge über Inflationsrate

"Niedriges Wachstum geht mit niedrigen Zinsen einher", erklärt
Mag. Martin Maier, Geschäftsführer der Allianz Invest KAG. Das
derzeitig tiefe Zinsniveau stimme auch mit den Inflationserwartungen
überein. Der Übergang zum "New Normal" manifestiere sich derzeit vor
allem in einem Rückgang der Renditen an den wichtigsten
Anleihemärkten. Das enorme Volumen der öffentlichen Schuldenaufnahme
in den Peripheriestaaten werde weiterhin für Unsicherheit und hohe
Volatilitäten sorgen. "Trotz des allgemein niedrigen Zinsniveaus
würden wir nicht dazu raten, die hohen Spreads, wie zum Beispiel in
Irland und Portugal, zu kaufen, sondern zu einer ausgewogenen
Gewichtung raten: Flucht in die Peripherie ist keine optimale
Strategie", erklärt Maier. Bei den Märkten löse das aufgrund des
geringen Wirtschaftswachstums historisch niedrige Zinsniveau eine
Reduktion der erwarteten Erträge aus. Doch selbst bei weiterhin
tiefen Zinsniveaus werden immer noch Zinserträge erwartet, welche
über der Inflation liegen. Hier zahle sich eine langfristige
Veranlagung aus: So erzielte beispielsweise der Allianz Invest
Vorsorgefonds in den letzten zehn Jahren eine durchschnittliche
Performance von 5,5 Prozent p.a. "Wir raten weiterhin zu Anleihen aus
dem Unternehmensbereich und Emerging Markets", so Maier. Als
Begründung für die Schwellenländer führt Maier stärkeres und
stabileres Wachstum und gesündere Staatshaushalte an, was für
langfristig höhere Erträge in Relation zu den Industrieländern
spricht.

Chancen für Anleger

Für den Gesamtausblick auf das nächste Quartal rät die Allianz,
sich im "New Normal" auf neue Rahmenbedingungen einzustellen. Wer als
Privatanleger seine Risken in einem volatilen Umfeld begrenzen
möchte, sollte auf Diversifikation und Flexibilität setzen. Aber auch
Geduld sei ein Gebot der Stunde: "Man kann nicht heute Apfelbäume
pflanzen und schon im nächsten Jahr die Früchte ernten", erklärt
Bruckner.

Für die Asset Allocation im vierten Quartal empfehlen die Allianz
Anlageexperten, Aktien und Anleihen ausgewogen zu gewichten. Auf der
Aktienseite würden sie Europa und Emerging Markets über- sowie USA
und Japan untergewichten. Im dritten Quartal haben sich die volatilen
Aktienmärkte von den Auswirkungen der Staatsschuldenkrise erholt.
Gute Unternehmensergebnisse, vermehrte M&A-Aktivitäten und hohe
Dividendenrenditen überwiegen scheinbar die aufgekommenen "Double
Dip"-Risiken. In Japan verlangsame sich der Aufschwung, in den USA
liegen die Aktienbewertungen über jenen anderer Regionen. In Europa
gebe es günstige Bewertungen und hohe Dividendenrenditen, die
Staatsschuldendiskussion sei jedoch noch nicht vom Tisch. In den
Emerging Markets bestätigen die Wirtschaftsdaten die
Wachstumserwartungen, die Aktien in diesem Segment erfahren hohe
Zuflüsse. Auf der Anleihenseite empfehlen die Experten, USA, Europa
und Japan unter- sowie Emerging Markets und Unternehmensanleihen
überzugewichten. In den USA sind Zinserhöhungen weiterhin nicht zu
erwarten, in Japan bleibt das absolute Zinsniveau weiterhin
unattraktiv. In Europa verzeichnen Peripherieländer einen deutlichen
Aufschlag gegenüber Deutschland, Anleihen aus den Emerging Markets
bieten vor allem im Segment der Lokalwährungsanleihen und Corporates
Chancen.

Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news/

- Foto: Martin Bruckner ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Foto: Mag. Martin Maier ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Pressemeldung als PDF
- Handout als PDF

Rückfragehinweis:

Dr. Marita Roloff
   Unternehmenskommunikation
   Allianz Gruppe in Österreich
   Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien
   Tel: 01/878 07 - 80690, Fax: - 40261
   E-Mail: [email protected]
   Internet: www.allianz.at

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