• 01.10.2010, 09:12:01
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GLOBAL 2000: Europäische Behörde verharmlost erneut Gefahr durch Massenchemikalie Bisphenol A

Augen zu, Ohren zu: EFSA ignoriert wissenschaftliche Fakten zugunsten wirtschaftlicher Interessen - Minister Stöger muss angekündigtes BPA-Verbot in Österreich verhängen!

Wien (OTS) - Gestern veröffentlichte die Europäische Behörde für
Lebensmittelsicherheit (EFSA) ihren seit Juli überfälligen Bericht
zur Sicherheit von Bisphenol A (BPA). Trotz zahlreicher Studien, die
die Risiken von BPA belegen, bleibt die EFSA bei ihrem
industriefreundlichen Standpunkt, BPA stelle keine Gefahr für die
menschliche Gesundheit dar. "Die EFSA verabsäumt einmal mehr ihre
Aufgabe, die Gesundheit der europäischen Bevölkerung zu schützen",
empört sich Daniela Hoffmann, Chemieexpertin von GLOBAL 2000.
Zahlreiche Studien belegen, dass die Massenchemikalie BPA bereits in
kleinsten Dosen wie ein Hormon im menschlichen Körper wirkt und
beträchtlichen Schaden anrichten kann. WissenschaftlerInnen und
MedizinerInnen haben mehrfach einen strengeren Umgang mit BPA
eingemahnt. "Die EFSA beugt sich erneut ungeniert den
wirtschaftlichen Interessen, die hinter einer unbeschränkten
Verwendung von Bisphenol A stehen", so Hoffmann weiter.

Nachdem GLOBAL 2000 bereits vergangenes Jahr BPA in Schnullern und
anderen Kinderprodukten nachgewiesen hat, kündigte
Gesundheitsminister Stöger vergangene Woche ein nationalstaatliches
Verbot für BPA in kindernahen Produkten an.
Theoretisch besteht noch die Möglichkeit, dass der europäische
Gesundheitskommissar BPA zumindest für besonders gefährdete Gruppen
wie Kinder und Schwangere verbietet. "Das ist jedoch sehr
unwahrscheinlich. Daher muss das österreichische
Gesundheitsministerium ein BPA-Verbot für kindernahe Produkte
unbedingt umsetzen", so Hoffmann.

BPA kommt in zahlreichen Alltagsprodukten vor. Es kann im Blut, Urin
und Gewebe nahezu aller Menschen egal welcher Nationalität oder
welchen Alters nachgewiesen werden. Hunderte Studien an
verschiedensten Säugetieren, aber auch Studien an Menschen legen
nahe, dass BPA für viele schwerwiegende Gesundheitsprobleme, wie
Unfruchtbarkeit, Herz-Kreislauferkrankungen, Entwicklungsstörungen
bei Kindern und Krebs mitverantwortlich ist. Das deutsche
Umweltbundesamt kam bereits 2009 zu der Erkenntnis, dass die derzeit
von der EFSA als sicher erachtete tägliche Aufnahmemenge von
Bisphenol A um das 2000fache zu hoch angesetzt wäre, um
Gesundheitsfolgen für Menschen ausschließen zu können.

Rückfragehinweis:
Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: [email protected]

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