• 27.09.2010, 16:05:09
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"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Darf Rot mit Blau?"

Wenn Voves mit seinem billigen Flirt Ernst macht, wird das für Faymann teuer.

Wien (OTS) - Noch läuft es unter Taktik. Wahlsieger Franz Voves
braucht mindestens sechs Fremd-Stimmen, um wieder Landeshauptmann zu
werden. Die kann er sich von der FPÖ holen, die genau über jene sechs
fehlenden Stimmen verfügt. Oder neuerlich von der ÖVP.
Einem rot-schwarzen Bündnis steht das zerrüttete Verhältnis
Voves/Schützenhöfer im Wege. Der rote Flirt mit Blau hat so vorerst
einmal den Sinn, den Druck auf den bisherigen Partner zu erhöhen.
Wenn sie Rot-Schwarz will, muss die ÖVP es künftig billiger geben.
Ein für sensible Gemüter ungustiöses Machtspiel, aber taktisch
legitim.
Kenner des roten "Spontifex maximus" trauen ihm freilich zu, dass
er am Ende des vielwöchigen Machtpokers aus dem taktischen Spiel
Ernst machen könnte. Und Voves statt mit einem weiter bockigen
Schützenhöfer lieber mit den willfährigen Blauen koaliert.
Dann ist in der SPÖ Feuer am Dach. Sie kann sich dann sparen, zu
deklamieren: Strache - nein Danke! Wer sich mit einer Partei ins Bett
legt, die mit einem Muezzin-Killer-Spiel punktet, hat vielleicht
einen Landesfürsten-Thron auf Zeit gerettet. Die Glaubwürdigkeit als
moralisches Bollwerk gegen Rechtsextrem ist damit österreichweit aber
nachhaltig verspielt.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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