• 27.09.2010, 08:39:20
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In Europas "Tierschutzhauptstadt" Wien leiden täglich Fiakerpferde

Wien (OTS) - Eine der bekanntesten Wiener Traditionen sind die
Fiaker. Bei Touristen beliebt, sollte aber jedem tierschutzbewussten
Menschen klar sein: Die Fiaker müssen raus aus der Stadt. Die Tiere
verbringen einen Großteil des Tages auf Asphalt, sind den Witterungen
wie Regen, Schnee oder praller Sonne ungeschützt ausgesetzt und
müssen oft sieben Tage pro Woche "arbeiten". Seit Jahren bemühen sich
mehrere Tierschutzorganisationen um eine Verbesserung der Situation
für Fiakerpferde. Trotz des Fiakerschutzpakets aus dem Jahr 2009 ist
die Situation absolut nicht zufriedenstellend. Nun stehen in Wien
Landtagswahlen ins Haus: "Wir hoffen, dass sich durch eine mögliche
veränderte politische Situation die Lage für die Tiere verbessert.
Die SPÖ hat bisher viel geredet, aber nichts getan", erklärt Johanna
Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN: "Das endgültige Ziel kann
nur eine Verbannung der Fiaker aus Wiens Innenstadt sein - doch auch
in der Zwischenzeit muss die Situation der Pferde unbedingt
verbessert werden."

Daher haben sich die Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN, VGT
(Verein gegen Tierfabriken), Wiener Tierschutzverein sowie der
Pferdeschutzverband zu einem gemeinsamen Forderungspaket
entschlossen:

- "Sowohl die Standplätze als auch der Fahrbetrieb muss auf 
   Grünzonen wie etwa Schönbrunn, den Wiener Prater oder Laxenburg
   verlegt werden", erklärt Manfred Lottes, Obmann des
   Pferdeschutzverbands.
 - Die Arbeitszeit der Pferde muss auf maximal sechs Stunden pro Tag
   und fünf Tage pro Woche beschränkt werden. 
 - "Auf den Standplätzen muss für Schatten und Witterungsschutz
   gesorgt werden", fordert Alexander Willer, Pressesprecher des
   Wiener Tierschutzvereins. 
 - "Die gesetzlichen Voraussetzungen für Fiaker in Bezug auf 
   Haltung, Fütterung, Gesundheit und Betrieb müssen öfter und 
   genauer durch die Amtstierärzte überprüft werden. Bei
   Fehlverhalten soll es zu scharfen Sanktionen bis hin zum 
   Konzessionsentzug kommen. Gesetze können noch so oft verbessert 
   werden - werden sie nicht exekutiert, ändert sich nichts am 
   Status Quo", betont auch Johanna Stadler.

Die wichtigste Forderung ist jedoch die Änderung des
Bundestierschutzgesetzes: "Es fehlt eine Anlage zur
Tierhaltungsverordnung zum Thema "Pferde im Gewerbe", erklärt
Elisabeth Sablik, Kampagnenleiterin beim VGT: "Wir appellieren daher
dringend an die Wiener Stadtregierung, uns bei diesem Vorgehen zu
unterstützen."

Die Forderung nach einem Ende von Wiens tierquälerischem
Wahrzeichen ist übrigens gesinnungsübergreifend: Sowohl Grüne als
auch FPÖ sehen und verstehen die traurige Lage der Pferde.

Um der Tragik der Situation der Fiaker Ausdruck zu verleihen,
findet am Mittwoch, 29.9.2010, ab 10:00h eine gemeinsame Kundgebung
der teilnehmenden Tierschutzorganisationen vor dem Wiener Rathaus
statt. Menschen statt Pferde werden eine Kutsche bis zum
Stephansplatz ziehen, wo es um 11:30h zu einer Abschlusskundgebung
samt Fotoshoot geben wird. Jeder Wiener und jede Wienerin ist
herzlich eingeladen, dem Protestzug zu folgen.

Rückfragehinweis:

Mag. Nunu Kaller
   Press Office Austria
   Tel: +43-1-545 50 20-66       
   Mobile: +43 664 308 63 03
   Fax: +43 1 545 50 20-99
   [email protected]

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