"trend": Prater-Gutachten mit schweren Vorwürfen an die Stadt Wien

In einem Gutachten zum Bau des Pratervorplatzes werden schwere Vorwürfe an den Totalunternehmer Explore 5 D und die Vertreter der Stadt Wien geäußert.

Wien (OTS) - Ein in der Causa "Pratervorplatz" von der Staatsanwaltschaft beauftragtes Gutachten, verfasst vom Wirtschaftstreuhänder Thomas Havranek, belastet drei Seiten, berichtet das am kommenden Montag erscheinende Wirtschaftsmagazin "trend": Den von der Stadt Wien beauftragten Totalunternehmer "Explore 5 D", den Vertreter der finanzierenden "Immoconsult" (IC), sowie die Riesenradplatz-Errichtungsgesellschaft RRPE, eine 100-Prozent-Tochter der Stadt. Der skandalträchtige Neubau des Pratervorplatzes endete 2008 mit einer Pleite und dem Rücktritt der zuständigen Vizebürgermeisterin Grete Laska. Das Gutachten kommt nun zu dem Schluss, dass der von der Stadt Wien beauftragte Totalunternehmer einen "offensichtlichen Mangel an Erfahrung in der Umsetzung solcher Projekte" aufwies. Schon der Akt der Vertragsunterzeichnung sei verantwortungslos gewesen: "Der vertragslose Zustand vor Unterzeichnung, der an der Realität bei Unterzeichnung vorbeigehende Vertrag und die offensichtlich mangelnde Kontrolle von eingesetzten Steuergeldern durch den Auftraggeber IC, dessen Vertreter nicht einmal die Projektstatusberichte gelesen hatte" habe zu "massiven Missverständnissen", gegenseitigen Vorwürfen und im weiteren zur Zahlungsunfähigkeit geführt.
Zwischen dem "tatsächlichen Bauherren" RRPE und dem Totalunternehmer bestand kein Vertragsverhältnis, obwohl die RRPE, Zitat Gutachten, "faktisch und wirtschaftlich Bauherr und über sämtliche Entwicklungen informiert und daher auch für die Gesamtsituation mit verantwortlich" war.

Ein im Gutachten ausgesprochener schwerer Verdacht ist, dass "durch die Ignoranz der Mehrkosten ein Ausgleich produziert wurde", um daraus einen wirtschaftlichen Vorteil auf dem Rücken der Gläubiger zu erlangen.
Die Grüne Planungssprecherin Sabine Gretner erwartet nun eine rasche Anklage des Staatsanwalts, sie glaubt, dass die Vertreter der Stadt "für Chaos, Zahlungsunfähigkeit und Ausgleichsverfahren verantwortlich" seien.
Georg Wurz, Geschäftsführer der RRPE (heute: Praterservice GmbH) weist, vom "trend" mit dem Gutachten konfrontiert, alle Vorwürfe von sich: "Wir können nachweisen, dass der Ausgleich die einzig mögliche wirtschaftliche Entscheidung war". Die Behauptung, dass Lintner (IC) und er de facto Geschäftsführer des Totalunternehmers waren, sei "absurd". Fehler sieht er hingegen beim Unternehmen Explore 5 D. Wurz würde "heute einen Totalunternehmer suchen, der finanziell potenter ist".

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