• 26.09.2010, 08:00:14
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"trend": ÖIAG-Chef Michaelis beschwert sich über die SPÖ

ÖIAG-Chef Peter Michaelis beschwert sich darüber, wie ihn die SPÖ öffentlich prügelt, und überlegt eine Klage wegen Datendiebstahls.

Wien (OTS) - Nach wiederholter öffentlicher Kritik an ÖIAG-Chef
Peter Michaelis wehrt sich dieser nun in einem Interview mit dem
Wirtschaftsmagazin "trend": "Ich mache mir wirklich große Sorgen um
den Stil der Politik, der sich da offenbart. Wenn es Differenzen
gibt, können die ja diskutiert werden. Aber öffentlich Briefe zu
verschicken und mich anzuschütten, das ist unfassbar." Konsequenzen
werde er jedenfalls keine ziehen: "Ich habe einen vernünftigen Job
gemacht, deswegen hat der Aufsichtsrat meinen Vertrag auch bis Mitte
2011 verlängert. Und ich sehe keinen Grund, warum ich ihn nicht
erfüllen sollte." Und die Frage der Vertragsverlängerung stelle sich
heute nicht, meint Michaelis.
Sein Gehalt von 715.000 Euro will er nicht beurteilen, dies sei Sache
des Aufsichtsrates, aber: "Mein Gehalt hat sich in zehn Jahren nie
verändert. Man darf nicht vergessen, dass die ÖIAG erstmals einen
Alleinvorstand hat, was etwa bei der Privatisierung der AUA hohe
Verantwortung und hohes Haftungsrisiko bedeutete."

Einen der Gründe, warum "ich jetzt so stark in der Öffentlichkeit
geprügelt werde", sieht Michaelis darin, dass er zwei
Betriebsrätinnen über das Arbeitsgericht kündigen will: "Der massive
Widerstand hat damit begonnen. Gewerkschaft, Arbeiterkammer und SPÖ
sind über mich hergefallen." Er verteidigt sich im "trend"-Interview,
dass "vor allem der Bundeskanzler der Meinung ist, dass die ÖIAG
überbesetzt ist und am besten abgeschafft gehört. Nachdem uns
zusätzliche Aufgaben verweigert wurden, war klar, dass ich zumindest
die Struktur anpassen muss. Das betrifft nun letztlich nur sieben
Arbeitsplätze, darunter auch solche von Betriebsräten."
Michaelis überlegt nun, gerichtlich gegen den Diebstahl von Daten
vorzugehen, mit Hilfe derer die Kritik erst möglich wurde: "Es wurden
widerrechtlich Daten abgezogen und in Umlauf gebracht: zum Beispiel
meine Bonus-Zielvereinbarungen mit dem Aufsichtsrat oder die
DHL-Rechnung, aber auch anderes Material. Das sind eindeutig
strafrechtlich relevante Vorgänge."

Rückfragehinweis:
trend Redaktion, Tel.: (01) 534 70/3402

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