Offener Brief von Dr. Herbert Grundtner, als Geschäftsführender Vizepräsident an Herrn Dr. Heinz Hofer

Wien (OTS) - Unser heutiger Termin ist nach den geltenden ARBÖ Statuten lediglich als Zusammentreffen, nicht aber als Präsidiumssitzung zu werten. Die freundschaftliche Unterstützung deines vertrauten Rechnungsprüfers ist ein persönlicher Gefallen, jedoch keine juristische Bewertung und auch kein wirtschaftstreuhändisches Gutachten.

Meine erste Frage gilt deiner Formulierung "vereinsschädigendes Verhalten" meiner Seite.

Die zweite Frage betrifft das vom ehemaligen Generalsekretär in der Präsidiumssitzung vom März 2010, veranschlagte Minus von Euro 700.000,-.

Bitte präzisiere, wie dieser Abgang zu Stande kommt. Aus deinen widersprüchlichen Darstellungen der letzen Tage, geht nicht hervor, welche Summe fehlt und was du schlussendlich gedenkst, dagegen zu tun. Handelt es sich nun um ein prognostiziertes Minus oder um Einsparung? Deine unterschiedlichen rasch wechselnden Darstellungen der letzten Tage sind nicht dazu angetan, den ARBÖ im rechten Licht erscheinen zu lassen.

Die dritte Frage betrifft den Verkauf von Wertpapieren, denn auch hier wiederholt sich deine unterschiedliche Darstellungsweise vor und nach den Zeitungsartikeln. Da du mir trotz Urgenz bis heute keinerlei Auskunft über die Finanzen des ARBÖ gabst, blieb mir auch vorige Woche keine andere Wahl als dich über ein öffentliches Medium an deine Verantwortung und vor allem deine Pflicht zu erinnern. Die Finanzgebarung des ARBÖ liegt im öffentlichen Interesse. Es sind die Beiträge seiner Mitglieder, die die Funktionäre zu beaufsichtigen haben. Deine beharrliche Reserviertheit im Bezug auf deine Finanzgebarung von ARBÖ Vermögen ist mir nicht verständlich. Hier muss Transparenz gegen sein und diese habe ich mir spätestens seit dem März auch erwartet. Mein Interview mit der Zeitung habe ich schweren Herzens erwogen und es ist mir auch nicht leicht gefallen. Ich bin seit 40 Jahre Mitglied des ARBÖ und seit mehr als 27 Jahren gelten meine hauptberuflichen und ehrenamtlichen Bemühungen seinen Mitgliedern. Für den ARBÖ zu arbeiten heißt, den Auftrag zu erfüllen, der nicht auf organisatorische Tätigkeiten beschränkt ist, sondern darüber hinaus mehr als eine ideelle Dimension hat. Ich erwähne die Grundvoraussetzung für eine ehrenamtliche Mitarbeit bei unserem Verein ausdrücklich, da ich mich dazu durch die aktuellen Vorfälle bedauerlicher Weise veranlasst sehe. Umso mehr würde ich mich freuen, wenn möglichst heute, alle Unklarheiten beseitigt werden könnten. Ziehe bitte nicht nur den Imageschaden für den ARBÖ in Betracht, sondern auch die höchst bedenkliche Optik, in die seine Präsidenten und Funktionäre durch dein Handeln geraten können. Um den übrigen Präsidenten und Funktionären und unserem ARBÖ insgesamt weiterhin und fortgesetzte Unannehmlichkeiten, vor allem in der Öffentlichkeit zu ersparen, setze ich deine Rücksichtnahme und Akzeptanz eines diskreten Rücktrittes deinerseits voraus, denn angesichts deiner nachweislich mangelnden Erfolge und der offensichtlich enormen Belastung deiner Person und deiner engsten Freunde für den ARBÖ, appelliere ich an deine Einsicht, heute die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.

Abschließend lass mich eine persönliche Empfindung aussprechen, es ist mehr als traurig, dass dieser Termin heute stattfinden muss, denn an negativen Fakten deines Wirkens bleiben auch ein großer Verlust von Mitgliedern, sowie deine ungerechtfertigte, statutenwidrige Inanspruchnahme eines teuren Dienstwagens und eines Schofförs. Die ARBÖ statuten- und damit dienstvertragswidrige Genehmigung des dir nicht zustehenden Dienstwagens - die du und der ehemalige Generalsekretär - vor wenigen Tagen mit Unterschrift bestätigt haben - führte zur statuten- und rechtskonformen Entlassung des Herrn Stuppacher. Meine Hinzuziehung von weiteren Juristen und der juridischen Fakultät der Universität Wien ergab, dass dein Einwand und der deines Vertrauten aus Oberösterreich, der in seiner schriftlichen Gefälligkeitseinschätzung die Bestellung des Generalsekretärs als Funktionär mit der Errichtung des Dienstvertrages verwechselt hat, bzgl. meiner Alleinvertretungsbefugnis gegenstandslos ist.

Ich bin als geschäftsführender Vizepräsident bei der Auflösung des Dienstvertrages alleinvertretungsbefugt - siehe Auszug aus dem Vereinsregister - Vorlage des Generalsekretariats, bei der Einstellung und Vertragsgestaltung des Dienstvertrages des Generalsekretärs gemeinschaftlich mit dem Präsidenten.

Davon zu unterscheiden ist die Bestellung des Generalsekretärs als Funktionär, welche durch das Präsidium zu erfolgen hat
(Siehe Beilage 1: E-Mail des Generalsekretariats, Beilage 2: Auszug aus dem Vereinsregister, Beilage 3: Generalsekretär - Entlassung)

Mit besten Grüßen

H.Grundtner

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Dr. Herbert Grundtner
Tel.: 0664/167 93 92
Herbert.Grundtner@gmx.at

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