• 24.09.2010, 15:50:59
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Annäherung zwischen Katholiken und Orthodoxen schreitet voran

Gemeinsame Pressekonferenz von Kardinal Schönborn, Metropolit Zizioulas und Erzbischof Koch in Wien

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Wien (OTS) - Wien, 24.09.10 (PEW) Die Annäherung zwischen
katholischer und orthodoxer Kirche schreitet voran, aber es bleibt
noch viel zu tun: Das wurde am Freitag im Wiener Kardinal-König-Haus
bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Kardinal Christoph
Schönborn sowie der beiden Delegationschefs bei der 12.
Vollversammlung der internationalen Kommission für den theologischen
Dialog zwischen katholischer und orthodoxer Kirche - Erzbischof Kurt
Koch und Metropolit Ioannis (Zizioulas) - deutlich. Wie Kardinal
Schönborn betonte, herrscht heute Übereinstimmung darüber, dass der
Bischof von Rom im ersten Jahrtausend in der damals noch geeinten
Weltkirche eine besondere Stellung hatte. Jetzt müsse man darüber
reden, was diese Vorrangstellung wirklich bedeutete.

Metropolit Ioannis (Zizioulas) von Pergamon (Bergama) in Kleinasien
legte dar, dass die Anerkennung der besonderen Rolle des Bischofs von
Rom bei der Vollversammlung der Kommission in Ravenna (2007)
vorbereitet wurde (dort hatten orthodoxe und katholische Theologen
die Bedeutung des "Primats" auf lokaler, regionaler und universaler
Ebene herausgearbeitet). Inzwischen sei man auch gemeinsam zur
Überzeugung gekommen, dass diese "besondere Rolle" auch von der
Geschichte des ersten Jahrtausends bestätigt wird. Jetzt gehe es
darum, gemeinsam zu erforschen, was das im kirchlichen Alltag
bedeutet habe. Der Metropolit setzte dabei einen Akzent der
orthodoxen Auffassung: Im ersten Jahrtausend habe der Bischof von Rom
offenbar nie gehandelt, ohne seine Mitbischöfe zu konsultieren.
Erzbischof Koch betonte seinerseits, dass es um den "Austausch der
Gaben" gehe: In der katholischen Kirche sei das Prinzip des Primats
stark betont worden, in der orthodoxen Kirche das Prinzip der
gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung (Synodalität). Diese
Prinzipien könnten einander wechselseitig bereichern.

Beide Delegationsleiter stimmten überein, dass es heute zwischen
katholischer und orthodoxer Kirche "gegenseitigen Respekt" und
"keinerlei Misstrauen" gibt. Zwischen den offiziellen Vertretern der
beiden Kirchen würden "freundliche und brüderliche Diskussionen"
geführt. Dieser Dialog sei auch eine Antwort auf die von Johannes
Paul II. im Jahr 1995 veröffentlichte Enzyklika "Ut unum sint", in
der er zum Gespräch über die Art der Ausübung des Petrus-Dienstes
einlud, sagte Metropolit Ioannis. Erzbischof Koch erinnerte
seinerseits an das ebenfalls von Johannes Paul II. geprägte Bild von
den zwei Lungen - der westlichen und der östlichen -, mit denen die
Christenheit atmen müsse. Die ökumenischen Kontakte seien damit "so
etwas wie Atemübungen". Der neue Präsident des Päpstlichen Rates
für die Einheit der Christen verwies aber auch darauf, dass der
heutige Papst Benedikt XVI. noch als Theologe im Jahr 1976 bei einem
aufsehenerregenden Vortrag in Graz betont hatte, dass von den
Orthodoxen "nicht mehr an Primatslehre" erwartet werden dürfe, "als
im ersten Jahrtausend gelebt wurde". (forts mgl)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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