• 23.09.2010, 17:11:52
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  • OTS0305 OTW0305

Heeresreform: Auswirkungen auf Zivildienst bedenken

Wiener Caritasdirektor Landau warnt vor "unfairen und unsozialen" Folgen für alte Menschen oder Menschen mit Behinderungen

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Wien (OTS) - Wien, 23.09.10 (PEW) Bei den Überlegungen zur
Abschaffung der Wehrpflicht müssen auch die Auswirkungen auf den
Zivildienst bedacht werden, forderte der Wiener Caritasdirektor Msgr.
Michael Landau am Donnerstag im Gespräch mit dem "Pressedienst der
Erzdiözese Wien". Wörtlich meinte Landau: "Die Caritas ist mit
Sicherheit nicht für Fragen der Heeresreform zuständig, aber sie weiß
aus der täglichen Arbeit, welche wichtigen Aufgaben von Zivildienern
für hilfsbedürftige Menschen am Rand der Gesellschaft und am Rand des
Lebens erbracht werden". Würde der Zivildienst ersatzlos gestrichen
werden, wären Engpässe in der Betreuung etwa von älteren Menschen,
Menschen mit Behinderungen oder Obdachlosen die Folge. Nach den
Angaben Landaus sind pro Jahr in der Erzdiözese Wien rund 140
Zivildiener beschäftigt, in ganz Österreich um die 500. Landau: "Wird
der Zivildienst abgeschafft, muss es aus Sicht der Caritas einen
entsprechenden Ersatz geben. Dieser Diskussion muss man sich stellen
und zwar umfassend und ohne ideologische Scheuklappen". Es wäre
"unfair und unsozial", wenn etwa alte Menschen oder Menschen mit
Behinderung die Folgekosten einer Heeresreform tragen müssten.

Der Wiener Caritasdirektor warnte davor, "allein auf ehrenamtliche
Dienste" zu setzen. Es brauche vielmehr einen "Maßnahmen-Mix" mit
konkreten Förderungen. Landau plädierte dafür, das "Freiwillige
Soziale Jahr" (FSJ), das es bereits seit Jahren gibt, "endlich
gesetzlich zu verankern". In diesem Zusammenhang müssten auch echte
Anreize geschaffen werden, wie etwa die Zuerkennung der
Familienleistungen während des FSJ (Familienbeihilfe, Waisenrente
usw.), die volle Einbindung in die Sozialversicherung mit Anrechnung
der sozialen Tätigkeit für Pension und Krankenversicherung, die
Gewährung eines Taschengeldes in Höhe des derzeitigen
Zivildienstentgelts sowie die Übernahme der Kosten für Ausbildung und
Begleitung (Supervision). Die öffentliche Hand sei gefordert, die
Verantwortung für die Hilfebedürftigen zu übernehmen, die heute auf
die Zivildiener angewiesen sind.

Landau meinte, dass neben jungen Leuten - Burschen wie Mädchen -
auch Pensionisten, die "Kapazitäten und Potenzial haben und gesund
sind", für das "Freiwillige Soziale Jahr" motiviert werden könnten.
(ende)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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