- 21.09.2010, 11:50:58
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Große Empörung über überfallsartige Verschlechterungen!
Gewerkschaft Öffentlicher Dienst in Vorarlberg lehnt Null-Lohnrunde ab!
Bregenz (OTS) - Von der Politik "arg vor den Kopf gestoßen" wurden
die gewählten Interessenvertretungen im öffentlichen Dienst: Ohne
jegliche Verhandlungen sei am 14.September mitgeteilt worden, dass
man ab sofort die bisher übliche Teuerungsabgeltung nicht mehr
gewähren wolle und auch Null-Lohnrunden möglich seien, empört sich
Eugen Lampert, Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst
(GÖD) in Vorarlberg.
"Damit hat der Arbeitgeber Land die bisherigen
sozialpartnerschaftlichen Gepflogenheiten aufgegeben. Neben der
jährlichen Inflationsabgeltung sollen auch im Bereich sozialer
Zulagen Einschnitte erfolgen. Diese Vorgangsweise ist einmalig für
Vorarlberg und in dieser Form abzulehnen", so Lampert.
Dienstrechtliche Änderungen seien bis dato im Vorfeld mit den
gesetzlich gewählten Organen sachlich diskutiert worden, wobei immer
wieder für beide Seiten tragfähige Konsenslösungen gefunden wurden.
"Im Landesdienst - speziell in den Krankenhäusern - arbeiten sehr
viele Frauen, davon wieder viele in Teilzeit. Gerade dieser
Personenkreis würde durch eine Null-Lohnrunde und weitere
Einsparungen arg betroffen. Schon jetzt wissen viele
Alleinerzieherinnen nicht, wie sie über die Runden kommen sollen", so
Lampert weiter.
Der GÖD-Landesvorsitzende erinnert in diesem Zusammenhang daran,
dass "die Gehaltsabschlüsse im Landesdienst in den letzten Jahren um
über 1,3% unter jenen des Bundes lagen - im Vergleich mit
privatwirtschaftlichen Bereichen sogar um über 4%!" Die diesjährige
Teuerungsrate liege bisher (Stand August 2010) bei ca 1,5%. Zudem
seien die "Lebenshaltungskosten in Vorarlberg höher wie in den
meisten anderen Regionen Österreichs."
Auch auf Bundesebene sei den öffentlich Bediensteten von der
zuständigen Frauenministerin, Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), bereits
im Sommer über die Medien mitgeteilt worden, dass eine Null-Lohnrunde
für den öffentlichen Dienst möglich wäre. Dabei werde immer wieder
der Eindruck erweckt, dass im Bereich des öffentlichen Dienstes nur
Großverdiener arbeiten würden. Das entspreche aber leider nicht den
Tatsachen, so Lampert. "Schon heute können Bedienstete der unteren
Gehaltsbereiche mit ihrem Einkommen kaum auskommen".
Weiters stellt Lampert klar, dass "die öffentlich Bediensteten mit
den kriminellen Machenschaften der Spekulanten und Finanzhaie nichts
zu tun haben. Jeder Bürger wird nun dafür in die Verantwortung
genommen - ohne die Schuldigen wirklich zur Rechenschaft zu ziehen.
Sparen ist sicher notwendig - das darf aber nicht auf dem Rücken
einzelner Berufsgruppen passieren", betont Lampert.
Die durch die Krise geänderten Rahmenbedingungen werden zur
Kenntnis genommen, wobei einseitig verordnete Sparmaßnahmen zu Netto-
Reallohnverlusten führen und somit voll zu Lasten der Bediensteten
gehen würden. Lampert fordert von der Politik ein faires Miteinander
und offene Verhandlungen über die anstehenden Probleme.
Rückfragehinweis:
Eugen Lampert, Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Tel. 0664 3230981
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