- 20.09.2010, 12:15:22
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Von der Energieeffizienz zur Nachhaltigkeit - BILD

Wien (OTS) - Ein Jahr ÖGNI: Erfolgreiche Etablierung der ÖGNI als
Plattform für Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften / Hohe Akzeptanz
des DGNB-Zertifikats zur Bewertung der Nachhaltigkeit in Österreich /
Umweltprodukt-Deklarationen (EPD) für Bauprodukte etablieren sich als
Grundlage für Bewertungs- und Vergleichssysteme von Gebäuden
Am 29.09.2009 haben 125 Unternehmen der Bau- und
Immobilienwirtschaft die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige
Immobilienwirtschaft (ÖGNI)ins Leben gerufen. Mittlerweile besteht
der Verein aus 182 Mitgliedern und gilt als wichtige Plattform für
Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften in Österreich. Ob ein Gebäude
wirklich nachhaltig ist, beginnt bei den verwendeten Baustoffen.
Aufschluss über die in Bauprodukten verwendeten Materialien geben
Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs, Environmental Product
Declarations). Sie stellen eine wichtige Bewertungsgrundlage für die
Nachhaltigkeit dar. Daher gewinnen sie für Bauprodukte zunehmend an
Bedeutung. Erkannt hat das unter anderem der Baustoffhersteller
TECHNOpor, der seinen Dämmstoff Glasschaum-Granulat mit einer EPD
des IBU - Institut Bauen und Umwelt e.V. durch das Wiener
Ingenieurbüro denkstatt zertifizieren ließ und dessen Nachhaltigkeit
nun nach internationalen Normen belegen kann.
Eine Nachhaltige Entwicklung ist in Österreich gesellschaftlicher
Konsens. Auch die Bau- und Immobilienwirtschaft muss hier ihren
Anteil leisten. Denn Gebäude sind die langlebigsten Wirtschaftsgüter
unserer Gesellschaft: Für ihren Bau und Betrieb werden bis zu 50% des
Gesamtumsatzes von Primärressourcen beansprucht. Ein Fünftel des
Deponievolumens ist baubedingt. Zudem bildet die Gebäudesanierung
bzw. der Rück- und Neubau das größte und wirtschaftlichste Potenzial
zur CO2-Einsparung.
Die Nachhaltigkeit eines Bauwerks wird immer mehr zu einem
Qualitäts- und Differenzierungsmerkmal, das für Bauherren, Mieter und
Investoren gleichermaßen interessant ist - Nachhaltigen Gebäuden
werden steigende Mieternachfrage, geringere Betriebskosten, höhere
Arbeitsproduktivität und bessere Reputation bescheinigt. Weltweit
liegt die Anzahl der zertifizierten Gebäude daher bereits im
fünfstelligen Bereich.
ÖGNI: Der Paradigmenwechsel vom Green zum Blue Building
Nachhaltiges Bauen ist auch in Österreich das Gebot der Stunde. Um
die Nachhaltigkeit eines Gebäudes festzustellen, reicht eine rein
ökologische Bewertung nicht aus. Nicht weniger wichtig sind die
Faktoren Gebäudenutzung und Gebäudekosten. Entscheidend ist der
"Gleichklang" zwischen Ökonomie, Ökologie, technischer
Leistungsfähigkeit und soziokulturellen Aspekten, der
verantwortungsbewusste Umgang mit Ressourcen und Energie und das
Beachten wirtschaftlicher wie menschlicher Bedürfnisse. Somit liegt
der Fokus nicht nur auf der Erstellungsphase eines Gebäudes, sondern
auf dessen Leistung während seiner gesamten Lebensdauer.
Die Entwicklung von der Energieeffizienz zur Nachhaltigkeit, vom
Green zum Blue Building, beschreibt ÖGNI-Gründungspräsident Philipp
Kaufmann: "Wir wollen nicht Verzicht lehren, sondern Gewinn
ermöglichen. Uns geht es nicht um Beschränkung, sondern um
Verantwortung. Nicht um Gängelung, sondern um Freiheit. Wir wollen
lustvoll bauen, bewirtschaften und leben."
Die Farbe blau zieht sich wie ein Faden durch zahlreiche
Aktivitäten der ÖGNI: so fand 2010 im Rahmen der Real Vienna erstmals
die Green- und Blue Building Conference (GBB) statt, ein
regelmässiger "blue talk" informiert über aktuelle Entwicklungen der
Branche mit interessanten Gesprächspartnern, und unter dem Namen
"blue print" plant man die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift für
Nachhaltige Immobilien.
Die ÖGNI als Open Source System für Nachhaltige Immobilien
Drei wesentliche Forderungen der Bau- und Immobilienbranche
führten im September 2009 zur Gründung der ÖGNI. Zum einen war dies
der Bedarf nach einer ingenieurmäßigen Betrachtung und Berechnung von
Nachhaltigen Immobilien - gefordert wurde ein System der zweiten
Generation, basierend auf der wissenschaftlichen Fundierung von
nachhaltigen Immobilien. Zum anderen bestand die Notwendigkeit eines
einheitlichen europäischen Standards für die Bewertung nachhaltiger
Gebäude. Und weiters ging es darum, ein System "von der Branche für
die Branche" zu schaffen, und damit Marktkräfte aus vorhandenen
Planungsteams zu nutzen.
Philipp Kaufmann: "Diese Forderungen können wir als treibende
Kraft in einem Partnernetzwerk erfüllen, das derzeit neben Österreich
unter anderem aus Partnern in Deutschland, Schweiz, Bulgarien,
Slowenien und Russland besteht."
Im ersten Jahr ihres Bestehens konnte die ÖGNI das DGNB-Zertifikat
erfolgreich an österreichische Bauvorschriften und Standards
anpassen. Erste Projekte wie der Linzer Power Tower, die Wiener
Projekte Biz Zwei und Rund Vier sowie eine Landesdirektion der
STRABAG in Molzbichl, wurden bereits mit dem DGNB-Zertifikat
ausge-zeichnet. Aktuell befinden sich mehr als 100 Projekte im Bau,
rund 100 Auditoren haben dafür eine entsprechende Ausbildung bei der
ÖGNI absolviert. Derzeit können neu errichtete Büro- und
Verwaltungs-gebäude, Handels-, Industrie- und Bildungsbauten
zertifiziert werden, Systemvarianten für weitere Gebäudetypen (z. B.
Wohngebäude, Hotel und Bestand) sind in Vorbereitung.
Mit zahlreichen Arbeitsgruppen, Expertentreffen, Veranstaltungen
und Forschungsaktivitäten, die offen für all jene sind, denen
Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften ein Anliegen ist, ist die ÖGNI
mittlerweile zum fixen Ansprechpartner der Branche für nachhaltige
Immobilien geworden. Dazu Philipp Kaufmann: "Die ÖGNI versteht sich
als offenes System, als aktiver Entwicklungsmotor für Nachhaltige
Immobilien. Dazu gehören die Themen CSR und ethisches Handeln,
Qualitätssicherung, integrale Planung, Immobilienbewertung, Rating
und Finanzierung - wir sind ein Mitmach-System und unser Wissen steht
allen zur Verfügung."
Am Anfang der Baustoff: EPD als Grundlage für Nachhaltiges Bauen
Ob ein Gebäude wirklich nachhaltig ist, beginnt bei den
verwendeten Materialien und Inhaltsstoffen der Bauprodukte. Zur
Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden ist daher ein
Informationssystem für Baustoffe und -produkte erforderlich, das den
gesamten Lebenszyklus des Produktes einbezieht.
Umwelt-Produktdeklarationen, kurz EPDs (Environmental Product
Declarations), werden solchen Anforderungen gerecht. Basis dieses
Informationssystems sind Daten zu den in Bauprodukten verwendeten
Materialien und Inhaltsstoffen, zu den Stoff- und Energieströmen in
den einzelnen Verfahrensstufen der Herstellung und des Transports
sowie zur Stofffreisetzung während der Nutzung und zur Entsorgung.
Das Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU), eine Initiative von
Baustoffherstellern, erstellt EPDs für Bauprodukte auf Grundlage der
international gültigen Normung (ISO 14025, ISO 14040/44). Das
EPD-Programm des IBU gilt derzeit als das umfangreichste und am
weitesten fortgeschrittenste Konzept in Europa.
Für Hans Peters, Geschäftsführer des IBU, gilt: "EPDs sind ohne
Zweifel ein notwendiges Informationssystem über Bauprodukte zur
Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden. Baustoffe und -produkte,
für die eine EPD vorliegt, sind aber nicht automatisch 'besser' oder
'nachhaltiger' als andere, da die Nachhaltigkeit von Bauprodukten
auch immer von ihrem Verwendungszusammenhang im Gebäude abhängt. EPDs
ermöglichen jedoch eine sinnvolle, quantitative Abschätzung zum
Ressourcen- und Energieverbrauch bei der Erstellung von Gebäuden und
damit zur Nachhaltigen Gestaltung der gebauten Umwelt."
Auch die Europäische Kommission sieht in EPDs das geeignete
Mittel, die Umweltleistung von Bauprodukten zu kommunizieren und das
Nachhaltige Bauen voranzubringen. Voraussichtlich ab 2011 werden EPDs
Bestandteil der europäischen Bauprodukte-Verordnung sein, welche die
Bedingungen für die Vermarktung von Bauprodukten in der EU
harmonisieren wird und dabei erstmals konkrete Aussagen zu bestimmten
Fragen der Nachhaltigkeit von den Produktherstellern verlangt. Ein
entsprechender Nachweis soll dabei über EPDs erfolgen.
Baustoffhersteller TECHNOpor: Vorreiterrolle bei Nachhaltigem Bauen
EPDs stellen glaubwürdige, von unabhängigen Sachverständigen
überprüfte und vergleichbare Informationen über die Umweltleistung
von Produkten bereit und dienen dabei allen am Bauprozess beteiligten
Gruppen: Architekten und Planer nutzen EPDs als Grundlage für die
Berechnung der Ökobilanz von Gebäuden. Ausschreibende setzen EPDs zur
Steuerung umweltbezogener Vorgaben für die Gebäudeplanung ein.
Immobiliengesellschaften und Bauherren bewerten ihre Investitionen
und Objekte höher. Handel und Endverbraucher finden in EPDs geprüfte
umweltrelevante Produktinformationen. Für Bauteil- und
Baustoffhersteller bedeutet dies, dass sie Informationen bezüglich
der funktionalen und umweltbezogenen Leistungsfähigkeit zur Verfügung
stellen müssen. Lange vor einer gesetzlichen Verpflichtung und als
erstes Unternehmen seiner Branche ließ der Baustoffhersteller
TECHNOpor sein Dämmmaterial Glasschaum-Granulat EPD-zertifizieren.
Für TECHNOpor-Geschäftsführer Armin W. Rainer war dabei die
ISO-genormte Erarbeitung des ökologischen Fußabdrucks seines Produkts
ausschlaggebend. Basis der von dem unabhängigen Ingenieurbüro
denkstatt in Wien erarbeiteten EPD ist eine vollständige Ökobilanz,
welche auf anerkannte, einschlägige Datenbanken bzw. auf Echtdaten
aus dem Herstellungswerk zurückgreift. Alle 3 Jahre muss das Produkt
einer Erneuerungsprüfung unterzogen und damit ständig an den Stand
der Technik im Herstellerwerk angepasst werden.
"Als Hersteller eines ökologischen Bauprodukts bin ich überzeugt
davon, dass die EPD-Zertifizierung einen deutlichen Marktimpuls für
das TECHNOpor Glasschaum Granulat zur Folge hat, da wir nun auch dem
kritischen Kunden ganz klar und transparent die Vorteile von
Glasschaum-Dämmlösungen gegenüber den Dämmplatten aus extrudiertem
Polystyrol aufzeigen können," so Armin W. Rainer.
Als Gründungsmitglied der ÖGNI sei TECHNOpor durch die
EPD-Zertifizierung zudem seinem Anspruch einer Vorreiterrolle bei
Nachhaltigem Bauen gerecht geworden. Denn im Zuge der Entwicklung
eines international anwendbaren Zertifizierungssystems für
nachhaltige Gebäude stelle sich zwingendermaßen die Frage nach der
Bewertung der am Markt befindlichen Baustoffe.
Über die ÖGNI
Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige
Immobilienwirtschaft (ÖGNI) ist eine Initiative der österreichischen
Bau- und Immobilienwirtschaft, um Nachhaltiges Bauen und
Bewirtschaften zu etablieren. Der Verein wurde am 29.09.2009 von 125
Gründungsmitgliedern gegründet. Die ÖGNI zertifiziert Nachhaltige
Gebäude mit dem internationalen DGNB-System, welches für den
österreichischen Markt adaptiert wurde, und ist Mitglied im World
Green Building Council (WGBC). www.oegni.at
Über das Institut Bauen und Umwelt (IBU)
Das Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) ist eine Initiative von
Baustoffherstellern, die die konkrete Umsetzung des
Nachhaltigkeitsgedankens im Bauwesen vorantreibt. Das IBU erstellt
Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs Environmental Product Declarations)
für Bauprodukte auf Grundlage der international gültigen Normung (ISO
14025, ISO 14040/44). Das EPD-Programm des IBU steht für umfassende
Ökobilanzen und einen unabhängigen Überprüfungsprozess.
www.bau-umwelt.com
Über TECHNOpor
Die Firma TECHNOpor mit Hauptsitz in Krems an der Donau und einem
Produktionsstandort in Sachsen stellt den innovativen und
ökologischen Baustoff Glasschaum-Granulat aus 100% Altglas mit 100%
Strom aus Wasserkraft her und vertreibt diesen europaweit als
CE-zertifizierte leichte Gesteinskörnung in verschiedenen
Produktqualitäten. Bauen auf Glas! - unter diesem Leitsatz setzte das
Unternehmen mit insgesamt rund 45 Mitarbeitern 2009 rund 3,5
Millionen Euro um. Eine 100%ige Schwesterfirma, die
TECHNOpor-Dämmbeton, vertreibt einen ultraleichten, patentierten
Konstruktions-Dämmbeton der Marke TECHNOlith, welcher monolithisches
Bauen in Sichtbetonbauweise unter Einhaltung der gängigen
Dämmvorschriften ermöglicht. www.technopor.com
Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=84&dir=201009&e=20100920_o&a=event
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