ÖSTERREICH: Van der Bellen will Hürde für Grün-Veteranen abschaffen

Ex-Grünen-Chef: "Zweidrittel-Hürden sind "kontraproduktiv"- "Grüne brauchen Flügerl und Leute wie Efgani Dönmez"

Wien (OTS) - Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen rüttelt im ÖSTERREICH-Interview (Samstag-Ausgabe) an einem ehernen Gesetz der Grünen: Je nach Landesgruppe müssen altgediente Abgeordnete bei der Wiederwahl eine Zweidrittel-Hürde nehmen. Dies will der Vorgänger von Grünen-Chefin Eva Glawischng nach den beiden kommenden Landtagswahlen in der Steiermark und in Wien abschaffen. Van der Bellen: "Wir müssen nach der Wahl die Statuten überlegen. Dass lang gediente Abgeordnete eine Zweidrittel-Mehrheit brauchen, halte ich für kontraproduktiv. Eine Minderheit kann so einen Mandatar verhindern."

Den Grünen attestiert Van der Bellen zwar "kein Führungsproblem", das Potenzial werde aber "derzeit nicht ausgeschöpft". Warum? Van der Bellen: "Wir könnten ein bisschen mehr Flügerln gebrauchen. Vielleicht täten uns mehr Mandatare gut wie unser Bundesrat Efgani Dönmez: Der ist frech, das taugt mir."

Was die Wien-Wahl betrifft, unterstreicht Van der Bellen, dass er Wiener Stadtrat werden wolle: Interessieren würden ihn die Ressorts Finanzen, Bildung und Integration. Im Übrigen sei er dafür, dass die Grünen auch bei Stimmenverlusten in eine Koalition mit der SPÖ gehen sollten: "Eine Niederlage würde die Stimmung für einen Regierungseintritt verschlechtern. Faktisch geht es aber nur darum, ob sich Rot-Grün ausginge. Und daran besteht kein Zweifel. Die deutschen Grünen sind seinerzeit mit 6 % in die Regierung gegangen -und jetzt sind sie über 20 %. "

An Bürgermeister Michael Häupl appelliert er, nicht so wie Wolfgang Schüssel 2003 zu handeln: "Häupl muss sich überlegen, ob er als Häupl in die Geschichte eingeht oder als Schüssel. Schüssel hat 2003 die Chance verpasst, die Grünen in die Regierung zu holen."

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