EUROSPINE: Innovative internationale Forschungsdatenbank vorgestellt

Wirbelsäulenspezialisten fordern mehr Bewegung im Alltag und setzen auf Synergien in der Forschung

Wien (OTS) - Die in Wien tagenden Wirbelsäulenspezialisten sind sich einig: regelmäßige, ausgeglichene Bewegung in jungen Jahren beugt Langzeitfolgen bei Wirbelsäulenerkrankungen nach dem 50sten Lebensjahr vor.

Der nahezu dramatische Anstieg der Lebenserwartung stellt die Gesundheitssysteme vor immense Herausforderungen. Waren es 1995 noch 8,9 Millionen Frauen mit einem Alter von über 80 Jahren in Europa, werden es 2050 mehr als 27 Millionen sein - ein Zuwachs von mehr als 300 Prozent! Ähnlich hohe Vergleichswerte werden auch bei Männern prognostiziert. Die Anzahl der Wirbelsäulenprobleme nehmen ähnlich stark zu und können die Lebensqualität im täglichen Leben extrem einschränken. In Österreich zB litten mehr als 90 % der über 75jährigen im Verlauf der vergangenen 12 Monate an Rückenschmerzen.

Um Wirbelsäulenforschung und Erfahrungen mit Patienten schneller und effizienter evaluieren zu können, entwickelte die "EUROSPINE Society" ein umfassendes Datenbanksystem: SPINETANGO. Eine derzeit weltweit einzigartige Forschungsdatenbank, mittels welcher Ärzte ihre Forschungsergebnisse zentral verwalten und vergleichbar machen können.

"Mit SPINETANGO ist es gelungen, ein über die Grenzen von Europa funktionierendes System zu etablieren, das internationales Benchmarking im Gesundheitsbereich zulässt und so die Verbesserung von Behandlungsmethoden und Produktqualitäten erlaubt," erläutert Univ.Prof. Dr. Josef Grohs (AKH). "Der rasante Anstieg an Wirbelsäulenerkrankungen bedingt auch, dass für diesen großen medizinischen Bereich mehr Ressourcen eingeplant werden müssen," unterstreicht Grohs weiter. "Wir werden auf veränderte Bedingungen und Erkenntnisse nur dann besser reagieren können, wenn auch unter den Ärzten ein gesellschaftliches Umdenken passiert," so Prof. Dr. Ciaran Bolger, neuer Präsident der EUROSPINE Society. "Das SPINETANGO-System funktioniert dann, wenn schlechte Ergebnisse nicht automatisch mit dem Begriff ärztlicher Kunstfehler assoziiert werden und Kollegen ihre negativen Erfahrungen auch offen im System verwertbar machen," so Bolger weiter. Die Wirbelsäulenexperten sind sich einig: Damit die Wirbelsäule - die eigentlich laut Evolutionsforschern nicht für eine langes Leben gebaut wurde - den stetig wachsenden Belastungen standhält, ist es erforderlich, dass Menschen bereits früh mit ausgeglichener, abwechslungsreicher Bewegung beginnen und lange Steh- und Sitzzeiten vermeiden bzw. bewusst unterbrechen, um so die Wirbelsäule zu entlasten.

Eine der zukünftigen Herausforderungen für die europäische Wirbelsäulengesellschaft wird es sein, ein bereits erprobtes neues Modul-Ausbildungsmodell international zu implementieren. "Zielsetzung ist es, dass Wirbelsäulenspezialisten europaweit von einem einheitlichen, bestmöglichen Ausbildungsstandard profitieren, um Patienten optimal behandeln zu können," erklärt Univ.Prof. Dr. Michael Ogon (OSS). "Das erste deutschsprachige Modul wird Anfang 2011 gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie in Wien eingeführt," berichtet Professor Grohs.

Schon vor Ende des größten Kongresses für Wirbelsäulenmedizin steht für die Gastgeber fest, dass der EUROSPINE 2010 ein voller Erfolg ist, was nicht nur der erneute Besucherrekord untermauert. Mehr als 2200 Wirbelsäulenexperten und Fachärzte aus 85 Ländern informieren sich derzeit über die aktuellsten Forschungsergebnisse und Behandlungsmethoden, tauschen ihr profundes Wissen aus und beraten über zukünftige medizinische Entwicklungen sowie deren Auswirkungen. "Wien ist für uns die ideale Kongressstadt, die wissenschaftliche Dialoge nahezu von selbst stimuliert," so Professor Ogon.

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EuroSpine Society
Arno Ahornegger
Telefon: +41-(44)-586-75-00
E-Mail: eurospine2010@eu.apace.com
Web: www.eurospine.org

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