- 17.09.2010, 12:11:50
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Berlakovich: Klartext Richtung Deutschland - Druck vonseiten Österreichs beibehalten
Umweltminister macht beim Treffen mit deutschem Botschafter erneut Druck: "Unrentablen Uralt-Reaktor Isar 1 abschalten"

Wien (OTS) - "Deutschland muss uns Rede und Antwort stehen. An
dieser Position hat sich nichts geändert", betont Umweltminister Niki
Berlakovich. "Mir geht es um maximale Sicherheit für die
österreichische Bevölkerung", unterstreicht Berlakovich, der die
österreichische Position auch bei einem Treffen mit dem deutschen
Botschafter, Blohmeyer-Bartenstein, nachhaltig zum Ausdruck gebracht
hat. Der deutsche Botschafter hat zugesichert, der deutschen
Regierung von den österreichischen Einwänden und Sicherheitsbedenken
Bericht zu erstatten. Zudem hat Minister Berlakovich die laufende
Information und volle Transparenz über neue Entwicklungen verlangt.
"Wir dürfen in unserem Druck nicht nachlassen. Vor allem bei Isar 1,
der nahe der österreichischen Grenze steht, muss die maximale
Sicherheit für die Österreicherinnen und Österreicher gewährleistet
sein. Ich will wissen, wie es um die sicherheitstechnische
Nachrüstung bestellt ist. Aus jetziger Sicht muss Isar 1 abgeschaltet
werden."
Österreich wählt einen alternativen, sauberen Weg der
Energiegewinnung und setzt auf erneuerbare Energien. Damit nimmt
Österreich bereits heute schon eine Vorreiterrolle in Europa ein.
"Die AKW-Laufzeitenverlängerung ist ein enttäuschendes Signal unserer
deutschen Nachbarn. Bisher habe ich Deutschland als wichtigen Partner
für den Ausbau erneuerbarer Energien gesehen. Für uns ist klar:
Atomkraft ist keine Alternative. Österreich zeigt, wie es anders
gemacht werden kann", so der Minister.
Gleich nach Bekanntwerden der AKW- Laufzeitenverlängerung durch
die deutsche Bundesregierung hat der Umweltminister öffentlich - und
als Erster - die Entscheidung als "herben Rückschlag für erneuerbare
Energien" und "fatale Fehlentscheidung" kritisiert. Umgehend hat der
Minister mit seinem deutschen Amtskollegen, Bundesumweltminister
Röttgen telefoniert, und auch den Umweltminister Bayerns, Söder,
kontaktiert. Parallel dazu erging das formelle Schreiben an die
deutsche Bundesregierung, dass Österreich eine Sondersitzung im
Rahmen des bilateralen Nuklearinformationsabkommens urgiert.
"Atomkraft macht vor Grenzen nicht halt. Für mich steht der maximale
Schutz für die österreichische Bevölkerung im Vordergrund. Zusätzlich
werden wir unser Engagement beim Ausbau erneuerbarer Energien
verstärken", schließt Berlakovich.
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