- 16.09.2010, 18:42:33
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Missbrauch: Kirchliche Opferschutzstiftung nimmt Arbeit auf
Bischof Küng: "Kirche will Missbrauchsopfern menschlich und angemessen helfen" - Waltraud Klasnic, Spitzen der Männer- und Frauenorden sowie Vertreter der Bischofskonferenz im Kuratorium der Stiftung - Gesamtsumme der freiwilligen finanziellen Hilfe noch offen
St. Pölten, 16.09.10 (KAP) Die von der Bischofskonferenz im Juni
beschlossene "Stiftung Opferschutz" hat sich am Donnerstagnachmittag
konstituiert und ihre Arbeit aufgenommen. "Die Kirche in Österreich
bleibt konsequent auf ihrem Weg, den Opfern von Missbrauch und
Gewalt rasch, unbürokratisch, menschlich und angemessen zu helfen",
betonte Bischof Klaus Küng gegenüber "Kathpress" nach der ersten
Sitzung der Opferschutzstiftung in St. Pölten. Die hochkarätige
Zusammensetzung des Kuratoriums zeige, dass die ganze Kirche "an
einem Strang ziehen will, um den Opfern zu helfe," hob Bischof Küng
hervor, der zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt wurde. Auch die
personelle Zusammensetzung der beschlossenen Geschäftsführung würden
eine "rasche und kompetente" Vorgangsweise sicherstellen, zeigte
sich der St. Pöltner Diözesanbischof überzeugt.
Im leitenden Kuratorium der Stiftung sind die Ordensgemeinschaften
durch den Vorsitzenden der Superiorenkonferenz, Propst Maximilian
Fürnsinn, und die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden, Sr.
Kunigunde Fürst, vertreten. Waltraud Klasnic wurde von der
Bischofskonferenz gebeten, im Kuratorium mitzuwirken, um eine
"reibungslose Zusammenarbeit mit der Unabhängigen
Opferschutzkommission" zu gewährleisten, erläuterte Bischof Küng,
der in seiner Funktion als Vorsitzender der Finanzkommission der
Bischofskonferenz gemeinsam mit Rita Kupka-Baier (Leiterin der
Kontrollstelle der Bischofskonferenz/Controlling) dem fünfköpfigen
Kuratorium angehört.
Das Kuratorium bestellte am Donnerstag auch die Geschäftsführung der
Opferschutzstiftung. Sie wird gebildet durch die Generalsekretäre
der Männerorden bzw. der Frauenorden, P. Erhard Rauch und Sr. Cordis
Feuerstein sowie durch den Rechtsreferenten der Bischofskonferenz,
Walter Hagel.
Freiwillige finanzielle Hilfe der Kirche
Bischof Küng erläuterte, dass über die Stiftung die freiwilligen
finanziellen Hilfeleistungen der Kirche für Missbrauchsopfer
abgewickelt werden sollen. Grundlage dafür seien die Empfehlungen
der Unabhängigen Opferschutzkommission. Er sei zuversichtlich, so
der Bischof, "dass die Zusammenarbeit gut funktionieren wird". Bei
der ersten Sitzung hätte sich auch gezeigt, dass die allermeisten
gemeldeten Missbrauchsfälle länger als 20 Jahre her seien, was den
freiwilligen Charakter der kirchlichen Hilfe deutlich mache, so Küng.
Hinsichtlich der zu erwartenden Gesamtsumme der finanziellen
Hilfeleistungen betonte Bischof Küng, dass zum jetzigen Zeitpunkt
keine genauen Angaben gemacht werden könnten, weil dafür die Anzahl
und die jeweilige Schwere der Fälle ausschlaggebend seien. "Klar
ist, dass die Stiftung im erforderlichen Ausmaß finanziell dotiert
wird und es gibt dafür weder Unter- noch Obergrenzen. Es wäre
unseriös, zum jetzigen Zeitpunkt irgendeine Summe zu nennen,"
bekräftigte Küng.
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