Missbrauch: Kirchliche Opferschutzstiftung nimmt Arbeit auf

Bischof Küng: "Kirche will Missbrauchsopfern menschlich und angemessen helfen" - Waltraud Klasnic, Spitzen der Männer- und Frauenorden sowie Vertreter der Bischofskonferenz im Kuratorium der Stiftung - Gesamtsumme der freiwilligen finanziellen Hilfe noch offen

St. Pölten, 16.09.10 (KAP) Die von der Bischofskonferenz im Juni beschlossene "Stiftung Opferschutz" hat sich am Donnerstagnachmittag konstituiert und ihre Arbeit aufgenommen. "Die Kirche in Österreich bleibt konsequent auf ihrem Weg, den Opfern von Missbrauch und Gewalt rasch, unbürokratisch, menschlich und angemessen zu helfen", betonte Bischof Klaus Küng gegenüber "Kathpress" nach der ersten Sitzung der Opferschutzstiftung in St. Pölten. Die hochkarätige Zusammensetzung des Kuratoriums zeige, dass die ganze Kirche "an einem Strang ziehen will, um den Opfern zu helfe," hob Bischof Küng hervor, der zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt wurde. Auch die personelle Zusammensetzung der beschlossenen Geschäftsführung würden eine "rasche und kompetente" Vorgangsweise sicherstellen, zeigte sich der St. Pöltner Diözesanbischof überzeugt.

Im leitenden Kuratorium der Stiftung sind die Ordensgemeinschaften durch den Vorsitzenden der Superiorenkonferenz, Propst Maximilian Fürnsinn, und die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden, Sr. Kunigunde Fürst, vertreten. Waltraud Klasnic wurde von der Bischofskonferenz gebeten, im Kuratorium mitzuwirken, um eine "reibungslose Zusammenarbeit mit der Unabhängigen Opferschutzkommission" zu gewährleisten, erläuterte Bischof Küng, der in seiner Funktion als Vorsitzender der Finanzkommission der Bischofskonferenz gemeinsam mit Rita Kupka-Baier (Leiterin der Kontrollstelle der Bischofskonferenz/Controlling) dem fünfköpfigen Kuratorium angehört.

Das Kuratorium bestellte am Donnerstag auch die Geschäftsführung der Opferschutzstiftung. Sie wird gebildet durch die Generalsekretäre der Männerorden bzw. der Frauenorden, P. Erhard Rauch und Sr. Cordis Feuerstein sowie durch den Rechtsreferenten der Bischofskonferenz, Walter Hagel.

Freiwillige finanzielle Hilfe der Kirche

Bischof Küng erläuterte, dass über die Stiftung die freiwilligen finanziellen Hilfeleistungen der Kirche für Missbrauchsopfer abgewickelt werden sollen. Grundlage dafür seien die Empfehlungen der Unabhängigen Opferschutzkommission. Er sei zuversichtlich, so der Bischof, "dass die Zusammenarbeit gut funktionieren wird". Bei der ersten Sitzung hätte sich auch gezeigt, dass die allermeisten gemeldeten Missbrauchsfälle länger als 20 Jahre her seien, was den freiwilligen Charakter der kirchlichen Hilfe deutlich mache, so Küng.

Hinsichtlich der zu erwartenden Gesamtsumme der finanziellen Hilfeleistungen betonte Bischof Küng, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Angaben gemacht werden könnten, weil dafür die Anzahl und die jeweilige Schwere der Fälle ausschlaggebend seien. "Klar ist, dass die Stiftung im erforderlichen Ausmaß finanziell dotiert wird und es gibt dafür weder Unter- noch Obergrenzen. Es wäre unseriös, zum jetzigen Zeitpunkt irgendeine Summe zu nennen," bekräftigte Küng.

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