Das Schönreden des akuten LehrerInnenmangels schadet dem Schulsystem

FCG - LehrerInnengewerkschafter Stephan Maresch zu BM Schmied:

Wien (OTS) - Es hilft den österreichischen Schulen nicht, wenn Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied mit ihren aktuellen Aussagen den immer bedrohlicher werdenden LehrerInnenmangel auf die leichte Schulter nimmt, stellt Stephan Maresch, Vorsitzender der Wiener Personalvertretung der PflichtschullehrerInnen, fest. Während Schmied noch Beruhigungspillen an die heimische Presse verteilt, versuchen viele Schulleitungen mittels organisatorischem Kraftakt den Unterricht in ihren Schulen aufrechtzuhalten.

Alleine in Wien fehlen im Pflichtschulbereich hunderte KollegInnen. Dies lasse sich momentan noch kosmetisch bereinigen, indem den LehrerInnen Überstunden verordnet werden. Manche werden so reichlich mit Überstunden eingedeckt werden müssen, dass eine massive Überlastung vieler PädagogInnen vorprogrammiert ist, führt der FCG -LehrerInnengewerkschafter aus. Außerdem lasse sich z.B. in den Volksschulen das Problem mit Überstunden aus organisatorischen Gründen kaum lösen.

Der LehrerInnenmangel ist keine Naturkatastrophe, wie so mancher Bildungspolitiker glaubt. Bereits vor Jahren warnten die LehrerInnengewerkschaften und vor allem deren ARGE Vorsitzender Walter Riegler vor dem drohenden Personalmangel. Anstatt Steuergeld für zahlreiche Inserate, Prestigeprojekte und Kampagnen gegen LehrerInnen zu verschwenden, hätte Schmied in ihrer mittlerweile mehrjährigen Amtszeit, junge und interessierte Menschen für den Lehrberuf begeistern sollen. Schmied hat mit ihrer Politik junge Leute mehr verschreckt als begeistert und damit wertvolle Zeit verstreichen lassen.

Zusätzlich werden die im Dienst befindlichen LehrerInnen ungleichmäßig verteilt. Zu Gunsten des Schmiedschen Prestigeprojektes "Neue Mittelschule" werden andere Standorte personell benachteiligt. Gleichzeitig beabsichtigt man die Nachmittagsbetreuung mit viel zu wenig Personal auf dem Rücken der LehrerInnen auszubauen. All diese Handlungen des Dienstgebers verschärfen die aktuelle Misere.

Die Zeit der rosigen Sichtweisen und des Schönfärbens ist vorbei. Wie man aus den ansteigenden "Burn out" Gefährdungen der PädagogInnen schließen kann, werden sowohl die LehrerInnen als auch viele SchulleiterInnen speziell in der Bundeshauptstadt diesen Belastungen nicht mehr lange Stand halten können.

Das Bildungsministerium soll sich endlich besinnen und sich hinter die LehrerInnen stellen, meint Stephan Maresch abschließend. Das Problem des LehrerInnenmangels muss endlich aktiv und vorrangig im Sinne der österreichischen SchülerInnen behandelt werden.

Rückfragen & Kontakt:

Stephan Maresch
PflichtschullehrerInnengewerkschaft/FCG
01/53454-435

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