• 16.09.2010, 08:15:05
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Das Schönreden des akuten LehrerInnenmangels schadet dem Schulsystem

FCG - LehrerInnengewerkschafter Stephan Maresch zu BM Schmied:

Wien (OTS) - Es hilft den österreichischen Schulen nicht, wenn
Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied mit ihren aktuellen Aussagen
den immer bedrohlicher werdenden LehrerInnenmangel auf die leichte
Schulter nimmt, stellt Stephan Maresch, Vorsitzender der Wiener
Personalvertretung der PflichtschullehrerInnen, fest. Während Schmied
noch Beruhigungspillen an die heimische Presse verteilt, versuchen
viele Schulleitungen mittels organisatorischem Kraftakt den
Unterricht in ihren Schulen aufrechtzuhalten.

Alleine in Wien fehlen im Pflichtschulbereich hunderte
KollegInnen. Dies lasse sich momentan noch kosmetisch bereinigen,
indem den LehrerInnen Überstunden verordnet werden. Manche werden so
reichlich mit Überstunden eingedeckt werden müssen, dass eine massive
Überlastung vieler PädagogInnen vorprogrammiert ist, führt der FCG -
LehrerInnengewerkschafter aus. Außerdem lasse sich z.B. in den
Volksschulen das Problem mit Überstunden aus organisatorischen
Gründen kaum lösen.

Der LehrerInnenmangel ist keine Naturkatastrophe, wie so mancher
Bildungspolitiker glaubt. Bereits vor Jahren warnten die
LehrerInnengewerkschaften und vor allem deren ARGE Vorsitzender
Walter Riegler vor dem drohenden Personalmangel. Anstatt Steuergeld
für zahlreiche Inserate, Prestigeprojekte und Kampagnen gegen
LehrerInnen zu verschwenden, hätte Schmied in ihrer mittlerweile
mehrjährigen Amtszeit, junge und interessierte Menschen für den
Lehrberuf begeistern sollen. Schmied hat mit ihrer Politik junge
Leute mehr verschreckt als begeistert und damit wertvolle Zeit
verstreichen lassen.

Zusätzlich werden die im Dienst befindlichen LehrerInnen
ungleichmäßig verteilt. Zu Gunsten des Schmiedschen Prestigeprojektes
"Neue Mittelschule" werden andere Standorte personell benachteiligt.
Gleichzeitig beabsichtigt man die Nachmittagsbetreuung mit viel zu
wenig Personal auf dem Rücken der LehrerInnen auszubauen. All diese
Handlungen des Dienstgebers verschärfen die aktuelle Misere.

Die Zeit der rosigen Sichtweisen und des Schönfärbens ist vorbei.
Wie man aus den ansteigenden "Burn out" Gefährdungen der PädagogInnen
schließen kann, werden sowohl die LehrerInnen als auch viele
SchulleiterInnen speziell in der Bundeshauptstadt diesen Belastungen
nicht mehr lange Stand halten können.

Das Bildungsministerium soll sich endlich besinnen und sich hinter
die LehrerInnen stellen, meint Stephan Maresch abschließend. Das
Problem des LehrerInnenmangels muss endlich aktiv und vorrangig im
Sinne der österreichischen SchülerInnen behandelt werden.

Rückfragehinweis:
Stephan Maresch
PflichtschullehrerInnengewerkschaft/FCG
01/53454-435

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