- 14.09.2010, 12:57:56
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Gesundheitsberufe: AKNÖ fordert höhere Förderungen für die Ausbildung
Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal steigt rasant
AKNÖ (OTS/Wien) - Österreichs Bevölkerung wird immer älter. Damit
steigt auch der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal. Die
Ausbildung ist jedoch neben einer Erwerbstätigkeit nicht möglich und
der Lebensunterhalt für viele Interessierte durch fehlende
Förderungen nicht zu bestreiten. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder
fordert daher die Etablierung von Förderungen für Ausbildungen in
Gesundheitsberufen.
Die Altersstruktur der österreichischen Bevölkerung wird sich in den
nächsten Jahren deutlich verschieben. Sind derzeit 23% der
Bevölkerung 60 Jahre oder älter, so werden es 2030 mehr als 30% sein.
"Die Anzahl der über 75-jährigen Menschen steigt bis 2030 sogar von
derzeit 662.000 auf über eine Million. Diese demografische
Entwicklung verlangt nach einem ebensolchen Anwachsen des
qualifizierten Pflegepersonals", unterstreicht
AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Christian Haberle den dringenden
Handlungsbedarf.
Ausbildung wird schwer gemacht
Dass in der aktuellen Pflegediskussion immer öfters der Ruf nach mehr
qualifiziertem Personal laut wird, bestätigt auch der
AKNÖ-Bildungsexperte Mag. Markus Riedmayer: "In unserer täglichen
Beratungspraxis haben wir immer wieder Anfragen insbesondere zum
Thema Förderungen für die Ausbildung in Gesundheitsberufen. Für eine
Tätigkeit im qualifizierten Gesundheits- und Krankenpflegebereich ist
Lebenserfahrung von Vorteil. Viele Personen haben aber dann schon
eine eigene Familie, eine Wohnung, ein Auto usw. - und mit diesem
geringen Taschengeld kann man dies sicherlich nicht erhalten."
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fordert daher: "Es muss dringend eine
Förderlandschaft geschaffen werden, die es interessierten Menschen
möglich macht, diese für die Gesellschaft so wichtigen Berufe zu
erlernen, ohne dabei die eigene Existenz zu gefährden. Das geringe
Taschengeld von 92,58 Euro, das den SchülerInnen der NÖ Gesundheits-
und Krankenpflegeschulen im ersten Ausbildungsjahr laut NÖ
Landeskliniken-Holding zusteht, ist entschieden zu wenig. Davon kann
niemand leben."
Die AKNÖ fordert daher im Rahmen eines 2-Punkte-Programms
entscheidende Verbesserungen bei den Förderungen für SchülerInnen der
Gesundheits- und Krankenpflegeschulen:
Für die Ausbildung (bis 27 Jahre): Eine Beihilfe für SchülerInnen der
Gesundheits- und Krankenpflegeschulen, mindestens an die Höhe der
staatlichen Studienbeihilfe angepasst.
Für die Ausbildung ab 27 Jahren (hier endet der Anspruch auf
Familienbeihilfe): Die Einführung eines Qualifizierungsstipendiums in
der Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes (derzeit 783,99 Euro für
Alleinstehende), und das 14 mal im Jahr für alle drei
Ausbildungsjahre.
Marek-Forderung nicht hilfreich im Kampf um professionelle Pflege
Als wenig hilfreich im Kampf um professionelle Pflege bezeichnet der
AKNÖ-Präsident die aktuellen Forderungen von Staatssekretärin
Christine Marek. "MindesthilfebezieherInnen zu Sozialarbeit
zwangszuverpflichten wird nicht dazu führen, dass es ausreichend
qualifiziertes Personal im Pflegebereich oder im sonstigen
Sozialbereich gibt. Im Gegenteil: Wenn die Forderung nach
Arbeitsverpflichtung umgesetzt wird, besteht die Gefahr von
Lohndumping und von Qualitätsverlust. Das kann doch nicht Ziel einer
ernsthaften Politik sein", sagte Haneder. Auch das Argument, dass so
Missbrauch bekämpft würde, sei nicht gültig. "Die Mindestsicherung
ist an strenge Anforderungen geknüpft, die Missbrauch so weit wie
irgend möglich ausschließen."
Rückfragehinweis:
Rückfragehinweis: AKNÖ Bildungsabteilung, Mag. Markus Riedmayer
01/58883-1975
Aktuelle Informationen finden Sie auch auf noe.arbeiterkammer.at/presse
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