• 13.09.2010, 14:29:21
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Kardinal Schönborn seit 15 Jahren Erzbischof von Wien

Schönborn setzt auf eine "missionarische" Kirche und auf Dialog und erwarb sich auch weltkirchliches Ansehen

Wien, 19.01.10 (KAP) Vor 15 Jahren, am 14. September 1995, hat
Christoph Schönborn sein Amt als Erzbischof von Wien angetreten.
Schönborn, der bereits am 13. April 1995 zum Erzbischof-Koadjutor
ernannt worden war, übernahm die Leitung der Erzdiözese in einer für
die Kirche in Österreich äußerst schwierigen Situation. Er folgte
Kardinal Hans Hermann Groer nach, dessen Rücktrittsgesuch zuvor von
Papst Johannes Paul II. zum 14. September angenommen worden war.

An seinem ersten Tag als Erzbischof nahm Schönborn erste wichtige
Personalentscheidungen vor und ernannte den damaligen Wiener
Caritas-Direktor Helmut Schüller zu Generalvikar. Den
Festgottesdienst zur Amtsübernahme feierte der neue Erzbischof zwei
Wochen später am 1. Oktober im Stephansdom, dem Fest der "kleinen"
Heiligen Theresia von Lisieux.

Option für missionarische Kirche

Das Pastoralkonzept des Wiener Erzbischofs ist stark davon geprägt,
dass die Kirche wieder missionarisch sein muss und sie in der
Öffentlichkeit für das Evangelium Zeugnis abzulegen hat. Nach nicht
einfachen ersten Jahren als Wiener Erzbischof wurde sein
missionarische Ansatz auf verschiedene Weise immer deutlicher in der
Erzdiözese aufgegriffen. Gemeinsam mit den Erzbischöfen von Paris,
Brüssel, Lissabon und Budapest entwickelte Kardinal Schönborn das
Konzept der "Stadtmission".

Auch die laufende Initiative "Apostelgeschichte 2010", die von drei
diözesanen Delegiertenversammlungen im Stephansdom geprägt ist, hat
diese missionarische Ausrichtung; vor allem sollen die engagierten
Katholiken befähigt werden, mit den suchenden Menschen von heute in
ein Gespräch über den Glauben, über "Gott und die Welt",
einzutreten. Zugleich sieht er in den neuen geistlichen Bewegungen
("movimenti") einen wichtigen Impuls für das Leben der Kirche.

Dabei verschließt der Wiener Erzbischof nicht die Augen vor den
schwierigen Herausforderungen für die Seelsorge wie dem
Priestermangel und der Situation der wiederverheirateten
Geschiedenen.

"Kein Christ kann Antisemit sein"

Kardinal Schönborn erinnert die Katholiken auch immer wieder an ihre
jüdischen Wurzeln. Die "Reinigung des Gedächtnisses" im Hinblick auf
die österreichische Geschichte brachte Kardinal Schönborn u.a. auf
der von ihm veranlassten neuen Gedenktafel auf dem Wiener Judenplatz
zum Ausdruck, aber auch bei der öffentlichen Lesung der Neuauflage
des Buches "Antwort an Hitler" von Irene Harand am 12. März 2005 auf
dem Wiener Stephansplatz. Im Vorwort der Neuauflage hielt Kardinal
Schönborn einmal mehr fest, dass kein Christ Antisemit sein kann.

Dialog mit dem Islam

Der Wiener Erzbischof bemüht sich auch um ein gutes Verhältnis zum
Islam, was sich etwa bei seiner Reise in den Iran 2002 zeigte.
Hintergrund dafür ist ein konsequentes Bekenntnis zur
Religionsfreiheit für Muslime in Europa und für Christen in
islamisch dominierten Ländern, aber auch die Überzeugung, dass die
Bekenner unterschiedlicher Religionen in der globalisierten Welt zum
Miteinander verpflichtet sind.

Kardinal Schönborn ist in der katholischen Weltkirche "zu Hause"; in
erster Linie aber ist er - und das "mit Leidenschaft" - Erzbischof
von Wien, betont dazu sein Pressesprecher, Prof. Erich Leitenberger.

Am 21. Februar 1998 wurde der Wiener Erzbischof zum Kardinal
erhoben. Im selben Jahr 1998 übernahm Schönborn auch den Vorsitz der
Österreichischen Bischofskonferenz, den er seither inne hat. Sein
Handling der im Frühjahr dieses Jahres ausgebrochenen
Missbrauchs-Krise hat in Österreich und weit darüber hinaus große
Beachtung und Anerkennung gefunden.

(ende) pwu/jop/

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