VP-Riha: Mangel auf allen Ebenen - Wien muss "kindgerecht" werden!

Keine Betreuungsplätze, keine Kindergartenpädagog/innen, keine Plätze für Kinder in Krisenzentren etc.

Wien (OTS) - Vorschläge für eine "kindgerechte" Gestaltung von Wien präsentierte heute die ÖVP Wien Gemeinderätin und Familienexpertin Monika Riha in einer Pressekonferenz. "Es gibt vieles, was die Wiener SP-Stadtregierung noch tun muss, um den urbanen Lebensraum kindgerecht zu gestalten. In Fragen der Bildung, der Sicherheit und der Ausgestaltung des öffentlichen Raums müssen viel stärkere Akzente gesetzt werden. Dieser Aufgabe muss sich eine Stadtregierung in der kommenden Legislaturperiode stellen", so die VP-Gemeinderätin.

"Kindergärten an Belastungsgrenze"

Speziellen Nachholbedarf sieht sie bei der vorschulischen Bildung und Betreuung. Auf Grund des Mangels an Kindergartenplätzen und dem noch eklatanteren Mangel an geschultem Personal sei die Situation dramatisch. "Der rechtliche Rahmen ist unklar. Es gibt zu wenige Einrichtungen und viel zu wenig Personal. Für 8.000 bis 10.000 Wiener Kinder fehlen Plätze in den Kindergärten und Kinderkrippen. Und die Personaldecke aller Träger dieser Einrichtungen ist erschreckend dünn geworden, es fehlen in Wien 200 bis 300 KindergartenpädagogInnen. Das ganze System ist an der absoluten Belastungsgrenze angelangt!", so Riha.

Rechtsanspruch, akademische Ausbildung und Entwicklungsplan erforderlich

Um dieser kritischen Lage zu begegnen, fordert Riha die Verankerung eines landesgesetzlichen Rechtsanspruches auf einen Kindergartenplatz. "Das ist das gute Recht aller Wiener Eltern und Kinder. Im Rahmen einer Unterschriftenaktion", so die VP-Gemeinderätin weiter, "haben sich mehr als 1.500 Personen für diese Forderung ausgesprochen!" Um dem Mangel an Personal zu begegnen, soll die Ausbildung von KindergartenpädagogInnen akademisiert und dadurch attraktiver werden. "Wenn sich mehr Menschen für diesen Bildungsweg entscheiden, wird sich die Situation allgemein entspannen", hält sie dazu fest. Dem Mangel an Kindergärten soll durch einen Entwicklungsplan begegnet werden. "Durch die Errichtung neuer Standorte und den Ausbau bestehender soll bis 2015 ein bedarfsgerechtes Netz geschaffen werden. Jedes Wiener Kind soll seinen Platz bekommen", so Riha.

Sicherheit für Kinder

Mittlerweile kritisiert selbst die Gewerkschaft die Zustände in den Wiener Krisenzentren. Die Stadt Wien müsse sich hier endlich ihrer Verantwortung bewusst werden, fordert Riha. "Es kann nicht sein, dass man auf Seiten der Stadt versucht, alles schön zu reden. Problembewusstsein ist gefragt. Die Politik des Wegschauens und des Leugnens muss ein Ende haben. Die Stadt Wien ist aufgefordert, die rosa Brille abzulegen und zu handeln. Niemandem ist geholfen, wenn man Probleme unter den Teppich kehrt."

Sicherheit für Familien - Elternbildung und aufsuchende Familienarbeit ausweiten

Um die Sicherheit von Familienmitgliedern und Kindern zu fördern, schlägt Riha die Ausweitung bzw. den Ausbau des Angebots an Elternbildung vor. Mütter und Väter sollen dabei durch Beratung, Coaching und Kurse bei ihrer Aufgabe begleitet und unterstützt werden. Daneben soll die aufsuchende Familienarbeit gestärkt und das Netz an Eltern-Kind-Zentren merklich ausgebaut werden. "Das sind alles Bestandteile einer familiären Präventionsarbeit. Auch hierbei gilt, dass Vorsorge besser als Nachsorge ist", meint Riha dazu.

"Kinderverträglichkeitsprüfung" und "Masterplan Kinderstadt"

Im Rahmen einer "Kinderverträglichkeitsprüfung" soll sichergestellt werden, dass die gesamte Stadtpolitik auf ihre "Kindertauglichkeit" überprüft wird. "Urbane Kommunalpolitik aus Sicht der Kinder muss endlich jenen Stellenwert erhalten, den sie verdient. Mit diesem umfassenden Plan können wir das erreichen", meint sie dazu. Um die Stadtplanung besser als bislang auf die Bedürfnisse von Kindern einzustellen, soll ein eigener "Masterplan Kinderstadt" erarbeitet und umgesetzt werden. "Ziel muss es sein, den öffentlichen Raum stärker als bislang auf die Bedürfnisse und Anforderungen von Kindern einzurichten", hält sie dazu fest.

"Bürgermeister Häupl wünscht sich auf seinen Wahlplakaten die beste Bildung für unsere Kinder. Die Frage ist, warum er in 16 Jahren im Amt nach wie vor nicht dafür gesorgt hat, dass unsere Kinder die bestmögliche Bildung erhalten - schließlich hatte er das ja in der Hand", kritisiert Riha. Für die ÖVP stehe fest, dass Wien nur dann fit für die Zukunft sein wird, wenn es kindgerechter werde. "Eine Stadt ohne Kinder", so die VP-Gemeinderätin abschließend, " ist eine Stadt ohne Zukunft. Eine Stadt, die sich um die Bedürfnisse von Kindern kümmert, tätigt die beste Investition in die eigene Zukunft. Unsere Vorschläge für ein kindgerechtes Wien sind eine solche Investition!"

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