"Visionen für die Gestaltung der Gesellschaft oder das Private ist hoch politisch"

Bundesministerin Heinisch-Hosek lädt zur "Zukunftskonferenz"

Wien/NÖ (OTS) - Anfang der Woche trafen sich 80 Vertreterinnen aus Frauen- und Mädchenberatungseinrichtungen zu einer "Zukunftskonferenz" in Wien.

Beim gemeinsamen fachlichen Austausch standen nicht nur die zunehmend prekäre und ungelöste Finanzierungssituation der österreichweiten Infrastruktur von Mädchen- und Frauenberatungseinrichtungen zur Diskussion, sondern insbesondere auch die Zunahme von Arbeitslosigkeit und Armut, ein weiteres Aufgehen der Lohnschere sowie die anhaltende Gewalt gegen Frauen, die sich durch die "Weltwirtschaftskrise" sowie die kommenden staatlichen Einsparungen weiter verschärfen werden.

Finanzielle Hilfen für Banken, Versicherungen, Staaten? Wen treffen die Einsparungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales?

Alle (noch kommenden) Maßnahmen, wie Einsparungen beim Zugang zu Bildung, bei der Arbeitsmarktpolitik, bei den sozialen Sicherungssystemen, bei der Infrastruktur für die Gesundheitsversorgung und bei den Beratungs- und Pflegeeinrichtungen aber auch die Verschärfungen in der Asylpolitik widersprechen einer aktiven Gleichstellungs-, Umverteilungs- und Antidiskriminierungspolitik, zu der alle politisch Verantwortlichen unter anderem im Rahmen der UN-Frauenrechtskonvention (CEDAW) verpflichtet sind.

Besonders dramatisch ist auch die politische Vorgangsweise, z.B. Angebote im Bereich der Frauenberatung der Ausschreibung nach dem Bundesvergabegesetz zu unterwerfen. Sollen gesellschaftspolitisch zu lösende Aufgaben wie etwa die Bekämpfung von Armut und Gewalt, die Sicherung einer aktiven Arbeitsmarktpolitik, die Pensionsvorsorge oder Beratungs- und Pflegeaufgaben zunehmend dem "freien Markt", der seit einiger Zeit die Destabilisierung der Welt vor Augen führt, überantwortet werden?

Gibt es noch Visionen von einer (geschlechter)gerechten Gesellschaft?

Um die Visionen einer gerechten Gesellschaft auch nur annähernd umsetzen zu können, benötigen wir einen starken Sozialstaat und politisch Handelnde, die die Umverteilung des vorhandenen Reichtums, eine gerechte Besteuerung des Vermögens, die Einstellung von ausgabenseitigen Einsparungen zu Lasten der Ärmsten, eine Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik, die ausreichende Basisfinanzierung und grundsätzliche
Absicherung der sozialen Infrastruktur wie z.B. Beratungseinrichtungen für Frauen und Mädchen, aber auch die Einhaltung der Grund- und Freiheitsrechte auf ihrer täglichen Agenda haben.

Die Mitarbeiterinnen der Frauen- und Mädchenberatungsstellen fordern eine Politik, die menschenrechtskonform, visionär planend und nicht demokratiegefährdend ist!

Rückfragen & Kontakt:

Anneliese Erdemgil-Brandstätter Frauen- und Familienberatungsstelle "Kassandra" Tel. 0699-10684137 Mail: kassandra@inode.at; www.frauenberatung-kassandra.at
"Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen" Mail: netzwerk@netzwerk-frauenberatung.at;
www.netzwerk-frauenberatung.at
"NÖ-Vernetzung der Frauen- und Mädchenberatungs- und Bildungseinrichtungen"

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