• 09.09.2010, 16:05:14
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"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Glawischnigs Dilemma"

In Berlin bald stärkste Partei, in Wien ein Sanierungsfall: Den Grünen fehlen die Köpfe.

Wien (OTS) - Eva Glawischnig will die Grünen ab sofort zu einer
15-Prozent-Partei machen. Eine waghalsige Utopie: Bei den jüngsten
Wahlgängen mussten sie froh sein, wenn sie ihre einstelligen
Ergebnisse retten konnten.
20 Prozent und mehr für die Grünen - in Deutschland längst
Realität. In Berlin hat Ex-Umweltministerin Renate Künast sogar
ernsthaft Chancen, stärkste Partei zu werden und SPD-Bürgermeister
Klaus Wowereit zu stürzen.
Was machen die deutschen Ökos anders als die heimischen? Sie haben
im ganzen Land mitregiert und zehren vom Bonus der Machtteilhabe. Was
noch mehr zählt: Nach dem Abgang des grünen Übervaters Joschka
Fischer hat sich ein halbes Dutzend grüner Spitzenleute, wie Künast,
erfolgreich in die erste Reihe gespielt.
Hierzulande muss der grüne Übergroßvater Alexander Van der Bellen
nach seinem Rückzug als Parteichef im Wiener Wahlkampf noch einmal
als Nothelfer ausrücken. Glawischnigs Klubvize Werner Kogler, eine
seltene grüne Rabiatperle, muss als Wahlkampflokomotive den
fußmaroden Steirern auf die Beine helfen. Im Parlament hält derweil
Aufdecker-Star Peter Pilz tapfer die Stellung.
Das ist die Realverfassung 2010 einer Avantgarde-Partei a. D.: Den
Grünen gehen die Charakter-Köpfe aus.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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