"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Glawischnigs Dilemma"

In Berlin bald stärkste Partei, in Wien ein Sanierungsfall: Den Grünen fehlen die Köpfe.

Wien (OTS) - Eva Glawischnig will die Grünen ab sofort zu einer 15-Prozent-Partei machen. Eine waghalsige Utopie: Bei den jüngsten Wahlgängen mussten sie froh sein, wenn sie ihre einstelligen Ergebnisse retten konnten.
20 Prozent und mehr für die Grünen - in Deutschland längst Realität. In Berlin hat Ex-Umweltministerin Renate Künast sogar ernsthaft Chancen, stärkste Partei zu werden und SPD-Bürgermeister Klaus Wowereit zu stürzen.
Was machen die deutschen Ökos anders als die heimischen? Sie haben im ganzen Land mitregiert und zehren vom Bonus der Machtteilhabe. Was noch mehr zählt: Nach dem Abgang des grünen Übervaters Joschka Fischer hat sich ein halbes Dutzend grüner Spitzenleute, wie Künast, erfolgreich in die erste Reihe gespielt.
Hierzulande muss der grüne Übergroßvater Alexander Van der Bellen nach seinem Rückzug als Parteichef im Wiener Wahlkampf noch einmal als Nothelfer ausrücken. Glawischnigs Klubvize Werner Kogler, eine seltene grüne Rabiatperle, muss als Wahlkampflokomotive den fußmaroden Steirern auf die Beine helfen. Im Parlament hält derweil Aufdecker-Star Peter Pilz tapfer die Stellung.
Das ist die Realverfassung 2010 einer Avantgarde-Partei a. D.: Den Grünen gehen die Charakter-Köpfe aus.

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