Schönborn: "Afrika ist ein Kontinent der Zukunft"

Wiener Erzbischof empfing hochrangige Delegation der panafrikanischen Bischofskonferenz

Wien (OTS) - Wien, 09.09.2010 (PEW) "Afrika ist ein Kontinent der Zukunft, wir müssen aufhören, Afrika herablassend zu behandeln": Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstag in Wien bei einer Begegnung mit einer Delegation der panafrikanischen Bischofskonferenz SECAM. Die Delegation stand unter Führung des SECAM-Vizepräsidenten Francisco Joao Silota, Bischof von Chimoio in der ostafrikanischen Republik Mocambique. Kardinal Schönborn und Bischof Silota formulierten einen gemeinsamen Appell an die Industriestaaten -einschließlich Österreichs -, "alles zu tun, damit die von der UNO im Jahr 2000 festgelegten Millenniums-Ziele (Halbierung von Armut und Hunger bis 2015) verwirklicht werden können". Die SECAM-Delegation bereist die europäischen Hauptstädte, um an die gemeinsame Verantwortung für die Erreichung der Millenniums-Ziele zu erinnern. In Wien führt die Delegation aus Afrika u.a. Gespräche im Bundeskanzleramt, im Außen- und im Finanzministerium sowie im Parlament.

Bei der Begrüßung der afrikanischen Delegation im Erzbischöflichen Palais hob Kardinal Schönborn das Bemühen der katholischen Kirche in Afrika um Gerechtigkeit, Frieden und Bekämpfung des Hungers hervor. Insbesondere würdigte er das Engagement der Kirche im Bildungs- und Gesundheitsbereich. In diesem Zusammenhang erinnerte der Wiener Erzbischof auch an die Hilfe österreichischer kirchlicher Hilfsorganisationen in Afrika. Kardinal Schönborn und Bischof Silota appellierten an die österreichische Politik, keine Kürzungen im Entwicklungsbudget für 2011 vorzunehmen, mittelfristig eine Steigerung anzupeilen und sich für "innovative Finanzierungsinstrumente" einzusetzen. Kardinal Schönborn: "Letzten Endes nützt eine Steigerung des Entwicklungsbudgets allen Beteiligten, Österreich genauso wie den Afrikanern". Bischof Silota sagte, Afrika danke für die bisherige Hilfe. Der katholischen Kirche in Afrika gehe es aber um eine Begegnung auf gleicher Augenhöhe, "damit es - auch im Interesse des Friedens - keinen Streit zwischen Nord und Süd gibt".

Die panafrikanische Bischofskonferenz SECAM hatte beschlossen, im Hinblick auf den bevorstehenden UN-Gipfel in New York (20. bis 22. September) mit einer hochrangigen Delegation die europäischen Hauptstädte zu besuchen. Der SECAM-Delegation gehören auch P. Martinho Maulano, Generalsekretär des SECAM-Referats für Gerechtigkeit, Frieden, Entwicklung und Philomena M. Johnson, Generalsekretärin der Caritas Ghana, an. Die Delegation wurde bei der Begegnung mit Kardinal Schönborn von Erwin Eder, Geschäftsführer der "Dreikönigsaktion", und Heinz Hödl, Geschäftsführer der "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO), begleitet.

Österreich hat seit 1980 rund 55 Milliarden Euro an Entwicklungshilfe versprochen, gezahlt wurde bislang nicht einmal die Hälfte. Anfang März haben Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Josef Pröll die Budgetrahmen für die Ministerien für die Jahre 2011-2014 bekannt gegeben; darin sind auch die Entwicklungszusammenarbeit betreffende Budgetkürzungen im Außenministerium von jährlich 3,5 bis 7 Prozent enthalten. Derzeit beträgt das Budget für die Entwicklungszusammenarbeit nur noch 0,3 Prozent des Bruttonationalprodukts; nach internationalen Verpflichtungen (EU und UN) hätte Österreich seine Beiträge bis heuer auf mindestens 0,51 Prozent erhöhen sollen. Die Anhebung auf 0,7 Prozent war erstmals in der Zeit der Regierung Klaus Ende der sechziger Jahre versprochen worden. (ende)

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