- 09.09.2010, 12:27:51
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Schönborn: "Afrika ist ein Kontinent der Zukunft"
Wiener Erzbischof empfing hochrangige Delegation der panafrikanischen Bischofskonferenz
Wien (OTS) - Wien, 09.09.2010 (PEW) "Afrika ist ein Kontinent der
Zukunft, wir müssen aufhören, Afrika herablassend zu behandeln": Dies
betonte Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstag in Wien bei einer
Begegnung mit einer Delegation der panafrikanischen Bischofskonferenz
SECAM. Die Delegation stand unter Führung des SECAM-Vizepräsidenten
Francisco Joao Silota, Bischof von Chimoio in der ostafrikanischen
Republik Mocambique. Kardinal Schönborn und Bischof Silota
formulierten einen gemeinsamen Appell an die Industriestaaten -
einschließlich Österreichs -, "alles zu tun, damit die von der UNO im
Jahr 2000 festgelegten Millenniums-Ziele (Halbierung von Armut und
Hunger bis 2015) verwirklicht werden können". Die SECAM-Delegation
bereist die europäischen Hauptstädte, um an die gemeinsame
Verantwortung für die Erreichung der Millenniums-Ziele zu erinnern.
In Wien führt die Delegation aus Afrika u.a. Gespräche im
Bundeskanzleramt, im Außen- und im Finanzministerium sowie im
Parlament.
Bei der Begrüßung der afrikanischen Delegation im Erzbischöflichen
Palais hob Kardinal Schönborn das Bemühen der katholischen Kirche in
Afrika um Gerechtigkeit, Frieden und Bekämpfung des Hungers hervor.
Insbesondere würdigte er das Engagement der Kirche im Bildungs- und
Gesundheitsbereich. In diesem Zusammenhang erinnerte der Wiener
Erzbischof auch an die Hilfe österreichischer kirchlicher
Hilfsorganisationen in Afrika. Kardinal Schönborn und Bischof Silota
appellierten an die österreichische Politik, keine Kürzungen im
Entwicklungsbudget für 2011 vorzunehmen, mittelfristig eine
Steigerung anzupeilen und sich für "innovative
Finanzierungsinstrumente" einzusetzen. Kardinal Schönborn: "Letzten
Endes nützt eine Steigerung des Entwicklungsbudgets allen
Beteiligten, Österreich genauso wie den Afrikanern". Bischof Silota
sagte, Afrika danke für die bisherige Hilfe. Der katholischen Kirche
in Afrika gehe es aber um eine Begegnung auf gleicher Augenhöhe,
"damit es - auch im Interesse des Friedens - keinen Streit zwischen
Nord und Süd gibt".
Die panafrikanische Bischofskonferenz SECAM hatte beschlossen, im
Hinblick auf den bevorstehenden UN-Gipfel in New York (20. bis 22.
September) mit einer hochrangigen Delegation die europäischen
Hauptstädte zu besuchen. Der SECAM-Delegation gehören auch P.
Martinho Maulano, Generalsekretär des SECAM-Referats für
Gerechtigkeit, Frieden, Entwicklung und Philomena M. Johnson,
Generalsekretärin der Caritas Ghana, an. Die Delegation wurde bei
der Begegnung mit Kardinal Schönborn von Erwin Eder, Geschäftsführer
der "Dreikönigsaktion", und Heinz Hödl, Geschäftsführer der
"Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für
internationale Entwicklung und Mission" (KOO), begleitet.
Österreich hat seit 1980 rund 55 Milliarden Euro an Entwicklungshilfe
versprochen, gezahlt wurde bislang nicht einmal die Hälfte. Anfang
März haben Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Josef Pröll
die Budgetrahmen für die Ministerien für die Jahre 2011-2014 bekannt
gegeben; darin sind auch die Entwicklungszusammenarbeit betreffende
Budgetkürzungen im Außenministerium von jährlich 3,5 bis 7 Prozent
enthalten. Derzeit beträgt das Budget für die
Entwicklungszusammenarbeit nur noch 0,3 Prozent des
Bruttonationalprodukts; nach internationalen Verpflichtungen (EU und
UN) hätte Österreich seine Beiträge bis heuer auf mindestens 0,51
Prozent erhöhen sollen. Die Anhebung auf 0,7 Prozent war erstmals in
der Zeit der Regierung Klaus Ende der sechziger Jahre versprochen
worden. (ende)
Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]
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