Stopp der "Fohlenzucht für den Schlachter"

Laaben (OTS) - Mit dem Beginn der Fohlenauktionen der Pferderassen Haflinger und Noriker - morgen Freitag, 10. September, findet die jährliche Versteigerung in Stadl Paura statt - startet ANIMAL SPIRIT heute eine Online-Petition an Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich sowie an die Pferdezuchtverbände, mit der "Fohlenzucht für den Schlachter" endlich Schluß zu machen. Denn wie jedes Jahr werden auch heuer wieder einige Tausende "Schlachtfohlen", v.a. Haflinger und Noriker, von Österreich oder Süd-Deutschland nach Italien gekarrt, weil sie keinen privaten Abnehmer finden, der sie als Reit-, Wander-, Wagen- oder Wirtschaftspferd einsetzen würde.

Noch immer glauben einzelne ZüchterInnen, mit der jährlichen Deckung der Stuten dieser Rassen das große Geld machen zu können; angespornt dazu werden sie u.a. durch Deckprämien der Zuchtverbände, durch die AMA-Förderungen und die unverhohlene Propaganda einzelner Verbands-Funktionäre, mehr Fohlenfleisch zu "produzieren" bzw. zu essen. Dennoch landen immer noch zwischen 80 und 90 % dieser sinnlos "produzierten" Fohlen nach einem Horrortransport über hunderte Kilometer in italienischen Mastanlagen und anschließend auf den Tellern italienischer "Gourmets". Auktionen wie z.B. die Hengstfohlenversteigerungen in Maishofen zeigen, daß sich praktisch nur noch "Viehhändler" die Preise untereinander ausmachen und diese daher teilweise schon im Keller sind: "Schlachtkilo"-Preise von gerade mal einem Euro sind keine Seltenheit!

Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT, der morgen wieder in Stadl Paura sein und versuchen wird, möglichst vielen Fohlen das Leben zu retten, dazu: "Die direkten Gespräche zwischen Tierschutz-Organisationen und VertreterInnen der Zuchtverbände in den letzten Jahren haben zumindest ansatzweise Verbesserungen der Situation der Tiere auf den Fohlenmärkten gebracht. Aber die jährlichen, nicht kleiner werdenden Fohlenzahlen beweisen, daß die Züchterei "auf Teufel komm raus", großteils für das "Rösslfleisch", nach wie vor gegeben ist. Wir fordern daher den verantwortlichen Landwirtschaftsminister Berlakovich sowie die Zuchtverbände dringend auf, diesem jährlichen Martyrium endlich ein Ende zu setzen!"

Die wichtigsten Forderungen der TierschützerInnen:

- Keine Pferdezucht für das Schlachthaus!

- Stopp den Langstrecken-Pferdetransporten!

- Verschärfung der Richtlinien für die Zucht der Haflinger und Noriker - im Sinne einer qualitativ hochwertigen, verantwortungsvollen und tierleidfreien Zucht (Verbot von Qualzuch-ten!) für den Freizeitpferdemarkt (als Reit-, Wagen-, Wander- und Wirtschaftspferd); ggf. Ausschluß einzelner unverantwortlich agierender Züchter!

- Abschaffung der Förderung für die jährliche "Fohlen-Produktion":
Änderung der Förderungspolitik im Sinne der Gesundheit für die Stuten und Fohlen (jährliches Decken abschaffen, Mindestalter für das erste Decken: drei Jahre).

- Artgerechte Haltungsbedingungen, artgerechte und artspezifische Aufzucht und Ausbildung, bedarfsgerechte Pferde- und Fohlenfütterung, tierärztliche Kontrollen (Trächtigkeit, Entwurmung, Hufe, etc.); Verbot der Einzelhaltung.

- Rigorose Einhaltung der Tierschutzbestimmungen (kein Verkauf von kranken, nicht entwurmten oder verletzten Tieren, Versorgung mit Wasser und Futter, etc.); Überwachung durch unabhängige und fachkundige Kontrollorgane bzw. TierschützerInnen!

Diese und weitere Forderungen können in der Petition auf www.animal-spirit.at unterschrieben werden. Wir werden die gesammelten Unterschriften noch im heurigen Herbst an den zuständigen Landwirtschaftsminister bzw. die verantwortlichen Zuchtverbände übergeben.

Rückfragen & Kontakt:

Animal Spirit
Dr. Franz-Joseph Plank
Tel.: +43 (0)676 708 24 34
office@animal-spirit.at
http://www.animal-spirit.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ANI0001