- 08.09.2010, 13:24:36
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Funovits zu Ministerin Karl: "Zurück in die 70er-Jahre"
Funovits (KPÖ): "Aussagen von Karl dokumentieren unfassbare Inkompetenz"
Graz (OTS) - Die jüngsten Aussagen von Bundesministerin Karl im
heutigen Ö1-Morgenjournal sind entweder der Gipfelpunkt des Zynismus
oder dokumentieren unfassbare Inkompetenz", kommentiert Philipp
Funovits, im Wahlkreis Graz zweitgereihter KPÖ-Kandidat für die
Landtagswahl und ehemaliger ÖH-Vorsitzender an der
Karl-Franzens-Universität Graz, die jüngsten Aussagen von
Wissenschaftsministerin Karl.
Karl gab zu, mit dem kommenden Budget würde die Unterdotierung
der Universitäten derartig drastische Ausmaße annehmen, dass
Massenentlassungen oder Zusammenlegung von Hochschulen unvermeidbar
sein würden. Die Lösung wäre jenes Modell, das bis in die 70er Jahre
des vorigen Jahrhunderts galt und Gebühren pro Lehrveranstaltung
vorsah. Die Festlegung der Höhe soll den Universitäten freistehen.
Die Folge werde die endgültige Verbannung von Studierenden aus
bildungsfernen Schichten oder sozial schwachen Elternhäusern aus den
Hörsälen sein, befürchtet Funovits. Schon in der Vergangenheit wurde
das Märchen vom sozial gerechten Stipendiensystem Jahr für Jahr durch
die OECD und die Studierendensozialerhebung Lügen gestraft: Je
geringer das Einkommen einer Familie ist, desto geringer ist die
Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder akademische Bildung genießen
können. Dies haben die Jahre, in den Studiengebühren eingehoben
wurden, Zug um Zug verdeutlicht.
Philipp Funovits: "Wenn man die Hochschulen durch Studiengebühren
vor dem Kollaps durch die angekündigten brutalen Sparmaßnahmen retten
will, müsste ihre Höhe von den derzeit Euro 363,36 deutlich erhöht
werden, was sich nur Vermögende leisten können. Umgekehrt wird vom
Stipendiensystem nur ein kleiner Prozentsatz der Studierenden
erfasst, und berufstätige Studierende verlieren regelmäßig jeden
Anspruch auf staatliche Unterstützung. Karls Pläne sind nichts
anderes als Klassenkampf von oben: Die ÖVP will auch die letzten
Arbeiterkinder von den Unis vertreiben, damit die Reichen und Schönen
in den Hörsälen mehr Luft zum Atmen haben."
Rückfragehinweis:
Philipp Funovits, Tel.: 0316/877-5105
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