• 07.09.2010, 16:06:09
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"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Verpasste Chance"

Barrosos Rede war politisch korrekt, die Herzen der Bürger hat er nicht erreicht.

Wien (OTS) - Es sprach der Professor für politische Ökonomie:
Analytisch fundiert hat Kommissionspräsident Barroso in bester
amerikanischer Tradition eine "State of the Union Address", eine Rede
zur Lage der Union, gehalten und trocken dargelegt, wie gut die EU
die Wirtschaftskrise gemeistert hat.
Nur, Barroso ist leider nicht Barack Obama mit großer Ausstrahlung
und Charme, das Europäische Parlament nicht der überfüllte Kongress,
der den US-Präsidenten mit stehenden Ovationen feiert.
Der Rede Barrosos hat es an vielem gefehlt: An Leidenschaft für
politische Inhalte und Menschen; an Kritik an den Praktiken der
Mitgliedsländer, die immer öfter mit der nationalen Karte spielen; an
der Betonung des Stellenwertes der Kommission als EU-Regierung; an
den globalen Herausforderungen, vor denen der Kontinent steht; sowie
an Perspektive.
Der Portugiese hat nichts gegen die Stimmung der Bürger, die so
EU-skeptisch sind wie schon lange nicht mehr, unternommen. Es ist
schon ein großes PR-Defizit, die gelungene Krisenbewältigung der EU
mittels Euro, Banken- und Konjunkturpaketen nicht besser zu verkaufen
und so um das Vertrauen der Menschen in die EU zu kämpfen. Schade,
Monsieur le president.

Rückfragehinweis:
KURIER, Europa-Redaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

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