1 Cent pro Tasse mehr EZA Fairer Handel passt Preise an

Anhaltend hohe Preise für Rohkaffee machen eine Anpassung der Endverkaufspreise für EZA-Kaffees nötig. Im Fairen Handel profitieren die Kleinbauernfamilien vom aktuellen Preishoch.

Köstendorf (OTS) - Ein Blick auf die Tagesnotierung für Arabica-Hochlandkaffee der Sorte "Other Mild Arabicas" an der New Yorker Rohstoffbörse macht deutlich: Kaffee ist heiß begehrt. Laut Aufzeichnung der Internationalen Kaffeeorganisation ICO lag dieser per 3. September 2010 bei 222 US Cents pro britisches Pfund. Zur Erinnerung: Vor rund 10 Jahren sah man Tagesnotierungen unter 50 US Cents für Hochland Arabica-Sorten, der Jahresdurchschnittspreis zwischen 2001 und 2003 erreichte keine 65 US Cents. Bauernfamilien wurden zu Tausenden in den Ruin getrieben, vernachlässigten - mangels Perspektive - ihre Kaffeepflanzungen oder verkauften überhaupt ihr Stück Land. "Mit den garantierten Mindestpreisen und den Sozial- und Bio-Prämien erhielten unsere Kooperationspartner damals mehr als das Doppelte. Das hat viele vor dem Ruin bewahrt," stellt Andrea Schlehuber, Geschäftsführerin der EZA Fairer Handel, Österreichs größter Fair Trade Importorganisation, fest.

Anhaltender Aufwärtstrend

Seit rund 2007 zeigen die Kaffeepreise am Weltmarkt einen deutlichen Aufwärtstrend. Die im Fairen Handel garantierten Mindestpreise von 155 US Cents pro britisches Pfund (inklusive der Sozial- und Bio-Prämien) wurden überschritten. "Mit weiter steigenden Weltmarktpreisen, der Sozial- und Bio-Prämie sowie Qualitätszuschlägen, die je nach Ursprungsland in unterschiedlicher Höhe zu entrichten sind, haben die durchschnittlichen Einkaufspreise, zu denen die EZA ihre Kaffees bezieht, in den letzten Monaten die 200 US Cent Marke überschritten."

Preisanpassung nötig

Was die Situation verschärft, ist der schwache Wechselkurs des Euro zum Dollar. Das bewirkt einen weiteren empfindlichen Anstieg der Einkaufskosten, da sämtliche Kaffeelieferungen in Dollar bezahlt werden. Eine Alternative zur Preisanpassung sieht man in dieser Situation bei EZA nicht mehr. "Kaffee ist preissensibel und unterliegt gerade in Österreich einem enormen Wettbewerbsdruck. Es ist völlig klar, dass die Kostensteigerung der letzten Monate nicht in vollem Umfang an die VerbraucherInnen weitergegeben werden kann," so Schlehuber. "Eine Preisanpassung bei den meisten EZA-Kaffees um rund 40 Euro Cent pro 250 grm Packung ist jedoch unumgänglich." Per 1. Oktober soll die neue Preisregelung in Kraft treten. VerbraucherInnen wird das - umgerechnet auf die Tasse Kaffee - einen Eurocent mehr kosten. "Mit unseren direkten Handelspartnerschaften können wir garantieren, dass die aktuell hohen Einkaufspreise auch tatsächlich den ProduzentInnen zu Gute kommen," versichert Schlehuber. Diese sind ausschließlich Kleinbauernorganisationen, mehrheitlich betreiben sie Bio-Landbau. Die höheren Einnahmen nützen manche von ihnen nun, um in die Erneuerung der Kaffeepflanzen zu investieren und so den Hektarertrag zu steigern.

Gründe für das aktuelle Preishoch

Eine anhaltend hohe Nachfrage vor allem nach gewaschenen Arabica Hochlandkaffees steht einer geringeren Produktion gegenüber. Die Zunahme des Verbrauchs in den Anbauländern selbst und neuen Märkten, die Bedarf anmelden, kommen hier zum Tragen. Wetterextreme wie unerwartet heftige Regenfälle, Stürme oder anhaltende Trockenheit haben den empfindlichen Arabica-Stauden zugesetzt und die Mengenerwartungen nicht erfüllt. In vielen Anbauländern werden die Nachwehen der extrem niedrigen Preise in der ersten Hälfte des Jahrzehnts spürbar. Kaffeepflanzungen hätten erneuert werden müssen, doch mangels entsprechender Einkommen haben viele Bauernfamilien darauf verzichtet. Abnehmende Erträge sind die Folge. Auch Spekulation spielt eine Rolle. Branchenfremde Investmentfonds setzen nach dem Platzen der Immobilienblase verstärkt auf agrarische Rohstoffe.

Kaffee ist wichtiges Standbein

Mit annähernd 555 Tonnen Röstkaffee ist die EZA die größte Anbieterin fair gehandelter Kaffees in Österreich. Die Arabica Hochlandsorten kommen aus Mexiko, Guatemala, Nicaragua, Uganda, Äthiopien, Indien und Indonesien. Alle tragen das FAIRTRADE Gütesiegel, 95 Prozent der verkauften Menge stammen aus kontrolliert-biologischem Anbau. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/2010 erreichte die EZA bei Kaffee einen mengenmäßigen Zuwachs von 3 Prozent. Das Produkt steht für 32 Prozent des Gesamtumsatzes, der sich aktuell auf 14 Mio Euro beläuft. Erhältlich sind EZA Kaffees vor allem in Supermärkten und Drogeriemärkten, in den Weltläden sowie im Naturkostfachhandel.

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