"Von den Tränen der Götter - Die Bernsteinstraße in Niederösterreich"

ORF Niederösterreich-Dokumentation als "Erlebnis Österreich" am Samstag, 11. September um 16.35 Uhr in ORF 2

St. Pölten (OTS) - Als Phaeton, der Sohn des Sonnengottes
Helios, von Zeus? Blitz erschlagen wurde, verwandelten sich seine trauernden Schwestern zu Pappeln und ihre Tränen zu Bernstein: So erklärt die Legende die Entstehung dieses Schmucksteins.

Seine Geschichte steht im Mittelpunkt eines "Erlebnis Österreich" aus dem ORF Landesstudio Niederösterreich (Gestaltung: Sabine Daxberger, Kamera: Erich Strommer) - eine spannende Spurensuche, die neben imposanten Bernstein-Exponaten auch die heute noch sichtbaren Reste der legendären "Bernsteinstraße" in Niederösterreich zeigt.

Seit der Steinzeit fasziniert das weiche und glänzende Material die Menschen - es war gut zu bearbeiten und ein hervorragender Schmuckstein, darüber hinaus wurden ihm bald magische Fähigkeiten zugeschrieben. Warf man den Abfall ins Feuer, roch er wunderbar -kein Wunder, ist Bernstein doch ein viele Millionen Jahre altes Harz, das einst in Kiefernwäldern Nordeuropas von den Bäumen tropfte, sich verhärtete und ablagerte. Die Ostsee und der gesamte Ostseeraum sind dabei die bedeutendsten Fundgebiete.

Schon in der Urzeit wurde der Bernstein überregional gehandelt, schon damals entstanden die Wege der sogenannten "Bernsteinstraße". Dieses Wegenetz führte von der Ostsee bis in den Süden an die Adria. Seinen Höhepunkt erreichte der Handel mit diesem Stein zur Zeit der Römer. Dabei wurde auch Niederösterreich gequert, nämlich entlang und nahe der March und dann über die Donau weiter in den Süden.
Dazu werden im TV-Film die wichtigsten niederösterreichischen Bernsteinschmuck-Funde der Urzeit - darunter Bernsteinperlen und Knöpfe - in faszinierenden Bildern präsentiert. Sie werden u.a. im Urgeschichtemuseum in Asparn an der Zaya, im Naturhistorischen Museum Wien und im Ur-und Frühgeschichtemuseum Stillfried an der March aufbewahrt.

Dieses Stillfried war eine der wichtigsten urzeitlichen Siedlungen entlang der Bernsteinstraße; hier wurden auch die 3000 Jahre alten und ältesten kultivierten Weinkerne Österreichs gefunden... ein deutlicher Beweis für den damals regen Handel. Ebenso bedeutend war Carnuntum als der wichtigste Handelsplatz. Von hier wurde Bernstein über eine gepflasterte Straße nach Aquileia zur weiteren aufwändigen Verarbeitung und dann wieder zurück nach Carnuntum gebracht. Denn Bernstein galt bei den Römern als Symbol für Wohlstand und war ein Prestigeobjekt, das nicht zuletzt auch gegen Krankheiten helfen sollte.

Im Mittelalter verlor Bernstein zwar an Bedeutung, die historischen Handelswege aber wurden weiter genutzt. Hier entstanden Wehranlagen, Burgen, Schlösser und ganze Städte, auf niederösterreichischem Gebiet etwa Schlösser in Marchegg, Dürnkrut und Jedenspeigen oder in Palterndorf der in seiner Art nördlich der Donau einzigartige gotische Wehrturm. Eine Ausstellung informiert dort auch über die Geschichte des Deutschen Ordens, der im Mittelalter lange ein Bernsteinmonopol hatte.

"Von den Tränen der Götter" in ORF 2 erzählt aber nicht nur die Geschichte des Bernsteins, porträtiert wird u.a. auch der Wolkersdorfer Künstler Otto Potsch. Er ist der letzte gelernte Bernsteindrechsler im Land und zeigt seine Kunst, aber auch seine außergewöhnlichen Mikrofotografien, mit denen er Millionen Jahre alte Tiere und Pflanzen im Bernstein sichtbar macht.

Vorgestellt wird auch das NÖ Museum für Volkskultur in Groß Schweinbarth im Weinviertel, das unter anderem über die Zeit der Wiener Bernsteindrechsler und deren Produkte mit Hilfe kostbarer Leihgaben informiert. Und nicht zuletzt zeigt dieses "Erlebnis Österreich" auch die vielen touristischen regionalen Aktivitäten rund um Bernstein, bei dem vor allem an Familien gedacht wird, zum Beispiel im Weinstadtmuseum Poysdorf und in der Ruine Falkenstein.

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