Walser & Jarmer fordern: Berufsschulen müssen barrierefrei werden

Grüne: Jugendliche mit Behinderung noch immer ohne freie Berufswahl

Wien (OTS) - "Jugendliche mit Behinderung müssen ihren Lehrberuf offensichtlich danach wählen, ob die entsprechende Berufsschule auch für sie geeignet ist", kritisiert Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen. Anlass für seine erneute Forderung nach barrierefreien Schulen ist der konkrete Fall eines jungen Lehrlings, der im letzten Moment von 'Verwaltungsassistent' auf 'Bürokaufmann' umsatteln musste, weil die ursprünglich gewählte Berufsschule, die BS Panikengasse in Wien Ottakring, nicht barrierefrei ist. "Es gibt an der ursprünglich gewählten Schule keine Rampe, keinen Lift oder sonstige bauliche Maßnahme, die es einem Menschen im Rollstuhl ermöglichen würde, am Unterricht teilzunehmen. Damit werden Menschen mit Behinderung von der Gesellschaft benachteiligt", kritisiert Helene Jarmer, Behindertensprecherin der Grünen. "Auch die neue Schule ist nicht wirklich barierrefrei. Einzig die Klasse befindet sich zufällig im Erdgeschoß, daher kann ich in den Raum
gelangen", so der Betroffene.

Die Grünen fordern daher die flächendeckende Einführung von barrierefreien und inklusiven Schulen auf allen Ebenen des Bildungssystems. "Die gemeinsame Schule aller Kinder ist eine zentrale Forderung der Grünen - selbstverständlich sind damit auch Kinder mit Behinderung gemeint", so Harald Walser weiter. "In Österreich werden Talente verschwendet, und das nur, weil noch immer Kinder mit Behinderung nicht die Ausbildung wählen können, die sie am meisten interessiert oder für die sie am besten geeignet sind."

Der konkrete Fall stellt auch eine deutliche Verletzung der von Österreich 2008 unterzeichneten UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen dar, die in Artikel 19 Wahlfreiheit und unabhängige Lebensführung vorsieht, ergänzt Jarmer.

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