- 06.09.2010, 14:18:44
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Land wird Raubkunst-Gemälde von Berthe Morisot zurückgeben
Brenner: Erben sollen so rasch wie möglich ausfindig gemacht und informiert werden / Fall ethisch und moralisch eindeutig
Salzburg (OTS) - "Eine ethisch und auch moralisch klare
Verpflichtung zur Restitution" nannte heute, Montag, 6. September,
Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner
jenen Fall von Nazi-Raubkunst, der seit einiger Zeit die
Öffentlichkeit beschäftigt. Dabei handelt es sich um das Gemälde
"Jeanne Pontillon à la capeline" von Berthe Morisot. Es gehörte
ursprünglich zur Sammlung der Familie David-Weill in Frankreich und
wurde 1940 von den Nazis "beschlagnahmt". 1977 wurde das Pastell für
das Rupertinum ersteigert - zu einem Zeitpunkt, als in der Fachwelt
bereits bekannt war, dass es sich hier um einen Fall von Raubkunst
handelt. Derzeit wird das Gemälde im Depot des Museums der Moderne in
Salzburg aufbewahrt.
Nun hat die Landesregierung über diesen Fall und die damit
verbundene Restitutions-Frage beraten. Mag. Brenner: "Es freut mich,
dass meine Meinung auch vom Koalitionspartner geteilt wird und die
Landesregierung hier eine eindeutige Position hat: Das Bild muss
zurückgegeben werden." Auch wenn derzeit noch nicht ganz klar sei, ob
die Rückgabe auch rechtlich verpflichtend sei, so gebe es jedenfalls
eine "Verpflichtung im Sinne der historischen Gerechtigkeit". Denn es
bestehe kein Zweifel, "dass es sich hier um Raubkunst handelt;
gekauft, als bereits klar war, welche Vorgeschichte dieses Bild hat".
Die Finanzabteilung sei nun beauftragt worden zu klären, ob bei
einer Rückgabe mögliche Forderungen Dritter gegenüber dem Land
entstehen können (so könnte etwa ein theoretischer Vorbesitzer
Ansprüche gegenüber dem Land erheben). Vor allem gelte es jetzt aber,
die Erben ausfindig zu machen und zu informieren, sagte
Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Brenner abschließend.
Rückfragehinweis:
Landespressebüro Salzburg
Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65
mailto:[email protected]
http://www.salzburg.gv.at
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