AK zum Schulanfang: Mehr Sicherheit für FußgängerInnen

Anhalte-Moral an Schutzwegen sinkt. Mehr Aufklärung und längere Grünphasen

Wien (OTS) - Jeder fünfte tödliche Fußgängerunfall geschieht auf einem Schutzweg. Während im ersten Halbjahr 2010 nach wie vor ein erfreulicher Rückgang bei Verkehrsunfällen festzustellen ist, stagniert die Zahl der FußgängerInnen-Unfälle bei jährlich etwa 1.200 Verkehrsunfälle. Dieses Jahr wurden in Wien bereits 6 Personen bei derartigen Unfällen getötet. Vor allem Unfälle an Schutzwegen haben dramatisch zu ge-nommen, um rund 40 Prozent seit 2003. Insbesondere Schulkinder waren im ersten Halbjahr 2010 auffallend oft in Unfälle auf Schutzwegen verwickelt. 2009 ereigneten sich 17 Schulwegunfälle an Schutzwegen, im ersten Halbjahr 2010 waren es bereits 15. "Diese Zahlen sind alarmierend. Gerade zum Beginn des neuen Schuljahres muss das ein Anlass sein, mehr für Die Sicherheit von Fußgängern, ob Kinder oder Erwachsene, zu tun", sagt Michael Klug, AK Experte für Kommunalpolitik.

Die Anhalte-Moral vor Schutzwegen hat nachgelassen. Eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt, dass nahezu jeder zweite Pkw nicht stehen bleibt. Kfz-LenkerInnen sind bereits zum Halten verpflichtet, wenn erkennbar ist, dass eine Person den Schutzweg überqueren will und nicht erst wenn sie sich am Schutzweg befindet. Das ist vielen AutofahrerInnen offenbar nicht bewusst. Hier sind weitere Aufklärungskam-pagnen dringend notwendig. "Gerade in Wien wurden bereits viele Maßnahmen zur bes-seren Sichtbarmachung von Schutzwegen gesetzt, wie rote Umrandung, bessere Be-leuchtung. "Jetzt liegt es an den Autofahren und Autofahrerinnen, sich auch umsichtig zu verhalten", so Klug. Auch das Telefonieren am Steuer - häufiger Grund für Unaufmerksamkeit muss ein absolutes Tabu werden. Telefonierende LenkerInnen weisen ein fünf Mal höheres Unfallrisiko auf. Hier helfen neben Aufklärungskampagnen, wie etwa die Aktion "Achtung Zebra" der Stadt Wien, auch schärfere Kontrollen", so Klug. Ein weiteres Sicherheitsproblem für FußgängerInnen sind nach wie vor zu kurze Grünphasen bei vielen Ampelschaltungen. Laut Wiener Masterplan Verkehr muss die Grünphase mindestens so viele Sekunden dauern, wie der zu querende Weg an Metern beträgt. Das wird oft nicht eingehalten

Um die derzeit äußerst unbefriedigende Situation bei Schutzwegen für alle VerkehrsteilnehmerInnen zu verbessern, fordert die AK:
+ Alle bestehenden Schutzwege müssen auf eine optimale Verkehrssicherheitswirkung überprüft werden.
+ Die Ampelschaltungen müssen Fußgängerfreundlicher werden. Grünphasen müssen in Sekunden mindestens der Länge des zu querenden Weges in Metern entsprechen.
+ Es muss weitere bauliche Maßnahmen geben, um Übergänge für Fußgänger und Fußgängerinnen sicherer zu machen. Dazu gehören vor allem Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduktion für Kfz und eine ausreichende Beleuchtung.
+ Weitere Bewusstseinskampagnen bei AutofahrerInnen. Ergänzend dazu muss die Verkehrserziehung unter Einbeziehung der Kinder, LehrerInnen und vor allem der Eltern vertieft werden

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