- 01.09.2010, 12:30:42
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AK zum Schulanfang: Mehr Sicherheit für FußgängerInnen
Anhalte-Moral an Schutzwegen sinkt. Mehr Aufklärung und längere Grünphasen
Wien (OTS) - Jeder fünfte tödliche Fußgängerunfall geschieht auf
einem Schutzweg. Während im ersten Halbjahr 2010 nach wie vor ein
erfreulicher Rückgang bei Verkehrsunfällen festzustellen ist,
stagniert die Zahl der FußgängerInnen-Unfälle bei jährlich etwa 1.200
Verkehrsunfälle. Dieses Jahr wurden in Wien bereits 6 Personen bei
derartigen Unfällen getötet. Vor allem Unfälle an Schutzwegen haben
dramatisch zu ge-nommen, um rund 40 Prozent seit 2003. Insbesondere
Schulkinder waren im ersten Halbjahr 2010 auffallend oft in Unfälle
auf Schutzwegen verwickelt. 2009 ereigneten sich 17 Schulwegunfälle
an Schutzwegen, im ersten Halbjahr 2010 waren es bereits 15. "Diese
Zahlen sind alarmierend. Gerade zum Beginn des neuen Schuljahres muss
das ein Anlass sein, mehr für Die Sicherheit von Fußgängern, ob
Kinder oder Erwachsene, zu tun", sagt Michael Klug, AK Experte für
Kommunalpolitik.
Die Anhalte-Moral vor Schutzwegen hat nachgelassen. Eine
Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt, dass
nahezu jeder zweite Pkw nicht stehen bleibt. Kfz-LenkerInnen sind
bereits zum Halten verpflichtet, wenn erkennbar ist, dass eine Person
den Schutzweg überqueren will und nicht erst wenn sie sich am
Schutzweg befindet. Das ist vielen AutofahrerInnen offenbar nicht
bewusst. Hier sind weitere Aufklärungskam-pagnen dringend notwendig.
"Gerade in Wien wurden bereits viele Maßnahmen zur bes-seren
Sichtbarmachung von Schutzwegen gesetzt, wie rote Umrandung, bessere
Be-leuchtung. "Jetzt liegt es an den Autofahren und Autofahrerinnen,
sich auch umsichtig zu verhalten", so Klug. Auch das Telefonieren am
Steuer - häufiger Grund für Unaufmerksamkeit muss ein absolutes
Tabu werden. Telefonierende LenkerInnen weisen ein fünf Mal höheres
Unfallrisiko auf. Hier helfen neben Aufklärungskampagnen, wie etwa
die Aktion "Achtung Zebra" der Stadt Wien, auch schärfere
Kontrollen", so Klug. Ein weiteres Sicherheitsproblem für
FußgängerInnen sind nach wie vor zu kurze Grünphasen bei vielen
Ampelschaltungen. Laut Wiener Masterplan Verkehr muss die Grünphase
mindestens so viele Sekunden dauern, wie der zu querende Weg an
Metern beträgt. Das wird oft nicht eingehalten
Um die derzeit äußerst unbefriedigende Situation bei Schutzwegen für
alle VerkehrsteilnehmerInnen zu verbessern, fordert die AK:
+ Alle bestehenden Schutzwege müssen auf eine optimale
Verkehrssicherheitswirkung überprüft werden.
+ Die Ampelschaltungen müssen Fußgängerfreundlicher werden.
Grünphasen müssen in Sekunden mindestens der Länge des zu querenden
Weges in Metern entsprechen.
+ Es muss weitere bauliche Maßnahmen geben, um Übergänge für
Fußgänger und Fußgängerinnen sicherer zu machen. Dazu gehören vor
allem Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduktion für Kfz und eine
ausreichende Beleuchtung.
+ Weitere Bewusstseinskampagnen bei AutofahrerInnen. Ergänzend dazu
muss die Verkehrserziehung unter Einbeziehung der Kinder,
LehrerInnen und vor allem der Eltern vertieft werden
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Ute Bösinger
Tel.: (+43-1) 501 65-2779
mailto:[email protected]
wien.arbeiterkammer.at
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