• 30.08.2010, 09:40:04
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ÖAMTC-Test: Lkw-Rastplätze in Europa - große Sicherheitsmankos, auch in Österreich (+ Fotos, + Grafik, + Videomaterial)

Mehr als ein Viertel der Testkandidaten ohne jegliche Sicherheitsstandards

Wien (OTS) - Der ÖAMTC und seine Partnerclubs haben 50
Lkw-Rastplätze entlang von Autobahnen in 16 europäischen Ländern
unter die Lupe genommen. Bewertet wurden Service- und
Sicherheitskriterien. Das erschreckende Ergebnis, auch bei den beiden
in Österreich getesteten Rastplätzen: "Sicherheit ist vielerorts ein
Fremdwort", kritisiert ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke. "Bei mehr
als einem Viertel der 50 getesteten Anlagen konnte dieses Kriterium
nicht bewertet werden, weil nicht einmal einfachste
Sicherheitsstandards geboten waren." Das zieht Kriminelle an. Laut
einem Report der International Road Union (IRU) sowie des
International Transport Forums (ITF) wurden in den Jahren 2000 - 2005
17 Prozent aller Lkw-Fahrer Ziel einer Attacke. 60 Prozent der
Angriffe hatten den Lastwagen und dessen Ladung als Ziel, 42 Prozent
der Attacken ereigneten sich auf Lkw-Rastplätzen. Frachtdiebstahl
gehört zu den besonders wachsenden Delikten. Pro Jahr entsteht
europaweit ein Schaden von rund 8,2 Milliarden Euro, berechnet die
TAPA (Transported Asset Protection Association). Trotzdem wird nach
wie vor nichts für die Sicherheit getan. Die gravierensten Mängel
laut ÖAMTC: Fehlende Kontrollen bei Ein- und Ausfahrten, keine Zäune
und Absperrungen, keine Kameraüberwachung, keine Beleuchtung bei
Nacht. Beim Testkriterium Service schnitten die beiden
österreichischen Testkandidaten Suben West (A8 Innkreis Autobahn) und
Engerwitzdorf (A7 Mühlkreis Autobahn) besser ab. Trotzdem reichte es
nur für Plätze im hinteren Mittelfeld.

Die Testsieger kommen aus Großbritannien und Italien. Der Ashford
International Truckstop nahe Dover im Südosten Großbritanniens und
der Autoparco Brescia Est am italienischen Gardasee erreichten als
einzige die jeweils volle Punktezahl bei den Kriterien Sicherheit
sowie Service. "Sicherheitspersonal, Tore an den Ein- und Ausfahrten,
Kameraüberwachung, Notrufsysteme aber auch saubere Sanitäranlagen,
ein Restaurant und Lkw-spezifische Angebote - so sehen mustergültige
Parkplätze aus, auf denen Lkw-Fahrer sicher und erholsam ihre
Ruhezeiten verbringen können", ist das Fazit des ÖAMTC-Experten. "Und
nur ausgeruhte Fahrer sind sichere Fahrer."

Sichere Lkw-Rastplätze - die ÖAMTC-Forderungen für Österreich

* Das Angebot von Lkw-Stellplätzen entlang und an der Autobahn
muss zeitnah und bedarfsgerecht ausgebaut werden. "Laut einer
Erhebung des Instituts für Raumplanung aus dem vergangenen Jahr
fehlen rund 1.600 Plätze", erklärt der ÖAMTC-Experte. "Dabei war die
Lkw-Dichte im Wirtschaftskrisenjahr wesentlich geringer als heuer."

* Informationen über noch verfügbare Parkplätze müssen per
Internet, Beschilderung, Onboard Unit und/oder Handy bereit gestellt
werden.

* Parkplatz-Reservierungssysteme für Lkw-Fahrer müssen ausgebaut
werden.

* Zertifizierungssysteme für sichere Lkw-Parkplätze müssen
europaweit rasch umgesetzt werden.

"Hilfreich wäre außerdem, in den Nachstunden eine flexible und
legale Nutzung von Pkw-Stellplätzen auf Rastanlagen für Lkw zu
ermöglichen", sagt Matzke.

Rastplatz-Test ist Teil des "EU-Label-Projektes" -
Zertifizierungen als Ziel

Der Lkw-Parkplatz-Test wurde vom ÖAMTC im Rahmen von EuroTest, dem
internationalen Verbraucherschutz-Testprogramm, durchgeführt. Der
Rastplatz-Test ist außerdem Teil des EU-Label-Projekts. "Ziel ist,
ein europaweit standardisiertes Zertifizierungssystem für
Lkw-Parkplätze zu schaffen", erklärt der ÖAMTC-Experte. Mindestens 70
Rastanlagen öffentlicher oder privater Betreiber in mehr als zehn
europäischen Ländern werden im Rahmen dieses Projektes zertifiziert.
Die jeweilige Einstufung einer Anlage wird in Label mit
Schloss-Symbolen für die Sicherheit und Stern-Symbolen für den
Service gekennzeichnet. Für beide Bereiche können maximal fünf Punkte
erreicht werden. So erkennen Lkw-Fahrer auf Anhieb die Qualität einer
zertifizierten Einrichtung. Dazu wurde auch eine Online-Plattform ins
Leben gerufen (www.truckparkinglabel.eu), auf der sich Lkw-Fahrer
über die Zertifizierungsergebnisse informieren können.

Aviso an die Redaktionen: Bildmaterial und eine Grafik zu dieser
Meldung sind auf der Homepage des Clubs unter www.oeamtc.at/presse
verfügbar. Sendefähiges Filmmaterial ist über die
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit erhältlich.

(Schluss)

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit, Claudia Kesche, Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218, mailto:[email protected], http://www.oeamtc.at

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