ÖAMTC-Test: Lkw-Rastplätze in Europa - große Sicherheitsmankos, auch in Österreich (+ Fotos, + Grafik, + Videomaterial)

Mehr als ein Viertel der Testkandidaten ohne jegliche Sicherheitsstandards

Wien (OTS) - Der ÖAMTC und seine Partnerclubs haben 50 Lkw-Rastplätze entlang von Autobahnen in 16 europäischen Ländern unter die Lupe genommen. Bewertet wurden Service- und Sicherheitskriterien. Das erschreckende Ergebnis, auch bei den beiden in Österreich getesteten Rastplätzen: "Sicherheit ist vielerorts ein Fremdwort", kritisiert ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke. "Bei mehr als einem Viertel der 50 getesteten Anlagen konnte dieses Kriterium nicht bewertet werden, weil nicht einmal einfachste Sicherheitsstandards geboten waren." Das zieht Kriminelle an. Laut einem Report der International Road Union (IRU) sowie des International Transport Forums (ITF) wurden in den Jahren 2000 - 2005 17 Prozent aller Lkw-Fahrer Ziel einer Attacke. 60 Prozent der Angriffe hatten den Lastwagen und dessen Ladung als Ziel, 42 Prozent der Attacken ereigneten sich auf Lkw-Rastplätzen. Frachtdiebstahl gehört zu den besonders wachsenden Delikten. Pro Jahr entsteht europaweit ein Schaden von rund 8,2 Milliarden Euro, berechnet die TAPA (Transported Asset Protection Association). Trotzdem wird nach wie vor nichts für die Sicherheit getan. Die gravierensten Mängel laut ÖAMTC: Fehlende Kontrollen bei Ein- und Ausfahrten, keine Zäune und Absperrungen, keine Kameraüberwachung, keine Beleuchtung bei Nacht. Beim Testkriterium Service schnitten die beiden österreichischen Testkandidaten Suben West (A8 Innkreis Autobahn) und Engerwitzdorf (A7 Mühlkreis Autobahn) besser ab. Trotzdem reichte es nur für Plätze im hinteren Mittelfeld.

Die Testsieger kommen aus Großbritannien und Italien. Der Ashford International Truckstop nahe Dover im Südosten Großbritanniens und der Autoparco Brescia Est am italienischen Gardasee erreichten als einzige die jeweils volle Punktezahl bei den Kriterien Sicherheit sowie Service. "Sicherheitspersonal, Tore an den Ein- und Ausfahrten, Kameraüberwachung, Notrufsysteme aber auch saubere Sanitäranlagen, ein Restaurant und Lkw-spezifische Angebote - so sehen mustergültige Parkplätze aus, auf denen Lkw-Fahrer sicher und erholsam ihre Ruhezeiten verbringen können", ist das Fazit des ÖAMTC-Experten. "Und nur ausgeruhte Fahrer sind sichere Fahrer."

Sichere Lkw-Rastplätze - die ÖAMTC-Forderungen für Österreich

* Das Angebot von Lkw-Stellplätzen entlang und an der Autobahn muss zeitnah und bedarfsgerecht ausgebaut werden. "Laut einer Erhebung des Instituts für Raumplanung aus dem vergangenen Jahr fehlen rund 1.600 Plätze", erklärt der ÖAMTC-Experte. "Dabei war die Lkw-Dichte im Wirtschaftskrisenjahr wesentlich geringer als heuer."

* Informationen über noch verfügbare Parkplätze müssen per Internet, Beschilderung, Onboard Unit und/oder Handy bereit gestellt werden.

* Parkplatz-Reservierungssysteme für Lkw-Fahrer müssen ausgebaut werden.

* Zertifizierungssysteme für sichere Lkw-Parkplätze müssen europaweit rasch umgesetzt werden.

"Hilfreich wäre außerdem, in den Nachstunden eine flexible und legale Nutzung von Pkw-Stellplätzen auf Rastanlagen für Lkw zu ermöglichen", sagt Matzke.

Rastplatz-Test ist Teil des "EU-Label-Projektes" - Zertifizierungen als Ziel

Der Lkw-Parkplatz-Test wurde vom ÖAMTC im Rahmen von EuroTest, dem internationalen Verbraucherschutz-Testprogramm, durchgeführt. Der Rastplatz-Test ist außerdem Teil des EU-Label-Projekts. "Ziel ist, ein europaweit standardisiertes Zertifizierungssystem für Lkw-Parkplätze zu schaffen", erklärt der ÖAMTC-Experte. Mindestens 70 Rastanlagen öffentlicher oder privater Betreiber in mehr als zehn europäischen Ländern werden im Rahmen dieses Projektes zertifiziert. Die jeweilige Einstufung einer Anlage wird in Label mit Schloss-Symbolen für die Sicherheit und Stern-Symbolen für den Service gekennzeichnet. Für beide Bereiche können maximal fünf Punkte erreicht werden. So erkennen Lkw-Fahrer auf Anhieb die Qualität einer zertifizierten Einrichtung. Dazu wurde auch eine Online-Plattform ins Leben gerufen (www.truckparkinglabel.eu), auf der sich Lkw-Fahrer über die Zertifizierungsergebnisse informieren können.

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