• 27.08.2010, 15:30:10
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Berlakovich zu neuem Lawinenschutzprojekt in Galtür: Der Schutz der Menschen steht an erster Stelle

6,7 Millionen Euro und 47.000 Arbeitsstunden - Nach über 10 Jahren wurde Schutzprojekt nun fertig gestellt

Wien (OTS) - "Wir alle haben noch die Bilder im Kopf von dem
katastrophalen Lawinenunglück in Galtür am 23. Februar 1999, wo 31
Menschen ums Leben kamen. Heute über zehn Jahre nach der Katastrophe
kann sich Galtür wieder sicher fühlen. Das Lawinenschutzprojekt, das
unmittelbar nach dem Lawinenabgang gestartet wurde, ist nun fertig
gestellt worden. Rund 47.000 Arbeitsstunden und 6,7 Millionen Euro
wurden aufgewendet. Die Kosten wurden zu 69 Prozent vom Bund
übernommen, 22 Prozent kamen vom Land Tirol, 5 Prozent von der
Gemeinde und 4 Prozent von der Landesstraßenverwaltung Tirol. Ich
möchte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit danken und freue
mich, dieses einzigartige Lawinenschutzprojekt heute eröffnen zu
können", so Umweltminister Niki Berlakovich heute anlässlich der
Eröffnung des neuen Lawinenschutzprojektes in Galtür.

Das Lawinenschutzprojekt gehört zu den größten Schutzprojekten in
Österreich. Unmittelbar nach dem Ereignis begannen die
Aufräumungsarbeiten und in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde
Galtür und dem Land Tirol wurde ein Schutzprojekt ausgearbeitet. Nach
10jähriger Bauzeit konnten die Maßnahmen im Vorjahr fertig gestellt
werden, sie wurden auch bereits im Gefahrenzonenplan für die Gemeinde
Galtür integriert. "Es wurde bei dem neuen Projekt alles, was nach
derzeitigem Wissensstand möglich ist, umgesetzt und in die Verbauung
integriert. Der Schutz der Bevölkerung hat für mich oberste
Priorität. Ein Ereignis wie die Katastrophe von 1999 soll nicht mehr
passieren", so der Minister weiter.

Dennoch hält der Minister fest: "Es wird viel getan, wir
investieren jedes Jahr Millionen - konkret 160 Millionen Euro pro
Jahr - für den Schutz für die Bevölkerung. Auf der anderen Seite ist
mir persönlich aber auch die Bewusstseinsbildung und die Aufklärung
der Bevölkerung ein enormes Anliegen. Jedem und jeder muss klar sein,
dass trotz unzähliger Schutzmaßnahmen ein Restrisiko bleibt." Auch
Österreich war, ist und bleibt von Naturgefahren sehr bedroht. Das
Jahr 2010 ist bereits weltweit von verheerenden Naturkatastrophen
geprägt. Zwar blieb Österreich von katastrophalen Überschwemmungen
wie aktuell in Pakistan verschont, aber bis Mitte August hatte
Österreich schon 86 Unwetter mit Hagel, Überschwemmungen und
Vermurungen zu verzeichnen.

Naturgefahrenmanagement 2010 in Tirol: 68 Millionen Euro für
Schutzmaßnahmen und Qualitätssicherung

Der Schutz vor Naturgefahren ist im Gebirgsland Tirol eine
wesentliche Aufgabe der öffentlichen Hand. Im Schulterschluss
arbeiten die Wildbach- und Lawinenverbauung, Sektion Tirol, der
Tiroler Forstdienst und die Abteilung Wasserwirtschaft/
Schutzwasserwirtschaft des Landes Tirol für den Schutz von
Bevölkerung und Infrastruktur. Die geographischen Gegebenheiten des
"Landes im Gebirge" bestimmen die vielseitigen Aufgaben des
Naturgefahrenmanagements. Wirkungsvolle Maßnahmen für die Sicherheit
von Mensch und Infrastruktur werden vor allem durch die
Zusammenarbeit der drei wesentlichen Bundes- bzw. Landesstellen für
Naturgefahrenmanagement erreicht.

2010 werden in Tirol rund 68 Millionen Euro für den Schutz vor
Naturgefahren investiert, verteilt auf die Bereiche
Schutzwalderhaltung, Lawinenschutz, Erosions- und Steinschlagschutz,
Schutz vor Wildbächen und Schutz vor Tal- und Hauptgewässern. "Im
Vergleich zum Vorjahr investieren wir in diesem Jahr nochmals rund 3
Millionen Euro mehr", berichtet LHStv. Anton Steixner. "Die
Bereitstellung des notwendigen Budgets mit Unterstützung vom Bund
über die Wildbach und Lawinenverbauung und EU für die Sicherheit der
Einwohner und BesucherInnen unseres Landes hat trotz wirtschaftlicher
Krisenzeiten höchsten Stellenwert." Rund die Hälfte des
Investitionsvolumens fließt in den Schutz vor Wildbächen und den
Hochwasserschutz an Tal- und Hauptgewässern. Mehr als 20 Millionen
Euro stehen jeweils für die Schutzwalderhaltung und -sanierung und
den Schutz vor Lawinen Der, Rest in der Höhe von ca. 1,7 Millionen
Euro geht in den Erosions- und Steinschlagschutz.

"Der Schutz vor Naturgefahren spielt in den Alpentälern eine
zentrale Rolle und ist die Grundlage für deren Entwicklung. Dies hat
man in Österreich rechtzeitig erkannt, sodass sich unsere Täler zu
wahren Perlen entwickeln konnten und der Entsiedlung, im Gegensatz zu
vielen anderen Bergregionen, Einhalt geboten werden konnte. Dieser
Weg muss unbedingt fortgesetzt werden", so der Bürgermeister von
Galtür Anton Mattle abschließend.

Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

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