• 27.08.2010, 12:23:12
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Frauen stoßen in IT-Arbeitswelt noch immer auf Hindernisse

Weibliche IT-Führungskräfte weiter in der Minderheit - Vorbilder und Role Models fehlen - Frauen müssen nach wie vor Nachteile in Kauf nehmen

http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201008&e=20100826_e&a=event
Expertinnen beleuchteten bei der APA-E-Business-Community die Positionierung, Chancen und Stolpersteine von Frauen im IT-Sektor. Im Bild v.l.: Christian Kneil (Moderator/APA-MultiMedia), Lisa Kuhn (NAVAX Consulting AG/4relations Consulting GmbH), Marija Jelinek (Capgemini), Evelin Mayr (Hewlett-Packard), Elisabeth Unger-Krenthaller (SAP), Bente Knoll (Knoll & Szalai).

Wien (OTS) - Der Trend geht in die richtige Richtung, sehr viel
ist trotz zahlreicher Initiativen aber in den vergangenen Jahren
nicht passiert: Noch immer verharrt der Frauen-Anteil im
Top-Management von IT-Unternehmen auf einem sehr niedrigen Niveau und
auch die Hürden auf dem Karriereweg sind nach wie vor hoch, war der
Tenor der Expertinnen bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der
APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien.

Dem weiblichen Nachwuchs Informationstechnologie schmackhaft zu
machen, sei bisher ebenfalls mehr schlecht als recht gelungen. "Wir
brauchen die Frauen aber unbedingt. Schließlich ist der Mangel an
Nachwuchs in der Branche ein extrem wirtschaftliches Thema. Da geht
es nicht um 'wäre nett', sondern wir benötigen alle Gruppen im Sinne
von Diversity", erklärte Evelin Mayr vom Computerhersteller
Hewlett-Packard (HP) Österreich: "Fakt ist: Wir bekommen den
Nachwuchs nicht herein."

Neben flexiblen Arbeitszeiten seien Rollenvorbilder essenziell.
Bei HP betrage der Frauenanteil bei den Mitarbeitern rund 30 Prozent,
in der ersten Führungsebene sogar 50 Prozent. "Das ist für die
IT-Branche sehr viel, aber selbst wir sehen hier noch Spielraum nach
oben", so die HP-Managerin. Zielvorgabe sei, in der
Bewerbungsendrunde einen Frauenanteil von 50 Prozent zu haben. Eine
Quote hält Mayr hingegen nicht unbedingt für zielführend, "weil wir
gar nicht so viele Bewerberinnen haben".

"Es ist ganz klar, dass wir was tun müssen", unterstrich auch
Elisabeth Unger-Krenthaller vom Softwareunternehmen SAP Österreich.
Rund 60 Prozent der Uni-Absolventen seien weiblich, im Top-Management
komme davon aber wenig an. "Gerade in der IT-Branche, die historisch
sehr männerlastig ist, fehlt es Frauen leider oft an guten
Frauen-Vorbildern und Role Models", bemängelte Unger-Krenthaller.

Quoten sieht sie nicht als Ziel, "sondern als eine Maßnahme, um
ein gewisses Ziel zu erreichen". Bei SAP in Österreich seien an die
40 Prozent der Gesamtbelegschaft weiblich. Das Unternehmen biete
Mentoring, Coaching, Talent-Management und eigene Frauen-Netzwerke
an. "Den Fokus legen wir auch vermehrt auf Frauen in
Managementpositionen", so Unger-Krenthaller.

"Doppelbelastung und weniger Lohn"

Eine Entscheidung für die Karriere sei für Frauen "noch immer eine
Entscheidung für Doppelbelastung und weniger Lohn", gab sich Marija
Jelinek vom Beratungsunternehmen Capgemini überzeugt. Zwar sei ein
Drittel der Beschäftigten in der IT- und Telekommunikationsbranche
weiblich. Trotz einer gleichwertigen Ausbildung würden Frauen in
technischen Berufen aber seltener auf Führungsposten gelangen und
häufig "übersehen".

Von weiblichen und männlichen Führungskräften werde dasselbe
erwartet: Fachkompetenz, Durchsetzungsvermögen, Bereitschaft für
längere Arbeitszeiten, unternehmerisches Denken. "Gleichzeitig
verdienen Frauen auf IT-Positionen nicht dasselbe wie Männer", sagte
Jelinek. Außerdem müsse die fachliche Kompetenz immer wieder aufs
Neue unter Beweis gestellt werden. "Es ist ein langsamer Prozess,
Klischees aus den Köpfen zu bringen", so die Expertin.

"Frauen müssen sich bewusst für eine Karriere entscheiden und
damit auch mögliche Nachteile in Kauf nehmen: Wenig Freizeit, keine
Zeit für Partner und Familie", stellte Lisa Kuhn von der Navax
Consulting AG|4relation Consulting GmbH fest. Derzeit seien viele
Frauen in der IT- und Telekombranche in Bereichen wie Rechnungswesen,
Administration oder Marketing tätig. "Wenn unter zehn möglichen
Kandidaten für eine Führungsposition dann nur eine Frau ist, ist die
Wahrscheinlichkeit, dass es genau sie wird, dementsprechend gering",
so Kuhn.

Im Ausbildungsbereich gebe es große Unterschiede auf den
verschiedenen technischen Gebieten, ergänzte Bente Knoll,
Gender-Expertin und Geschäftsführerin der Knoll & Szalai OG. Während
das Verhältnis zwischen Männern und Frauen beim Architekturstudium an
der Technischen Universität (TU) Wien (Stichtag 14.12.2009) praktisch
ausgeglichen sei, liege der Anteil der weiblichen Informatikstudenten
bei lediglich 15 Prozent. Außerdem stünden 138 männlichen
Universitätsprofessoren (Stichtag 1.10.2009) gerade einmal 11 Frauen
gegenüber.

"Schauen wir mal was geht"

Was den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Bewerbern
anbelangt, waren sich die Diskussionsteilnehmerinnen einig, dass
Frauen ihr Licht zu sehr unter den Scheffel stellen. "Männer, die zu
60 Prozent geeignet sind, sagen sich: 'Schauen wir mal was geht'.
Frauen, die die Anforderungen zu 100 Prozent erfüllen, sind sich
unsicher, ob sie das schaffen", so HP-Managerin Mayr.

"Männliche Bewerber verkaufen sich besser, weibliche wollen ihre
Qualifikation am Papier nachweisen. Außerdem findet sich unter zehn
Bewerbern nur eine Frau", bemängelt Kuhn von Navax.
Capgemini-Expertin Jelinek konstatiert: "Frauen warten auf eine
Beförderung, Männer planen ihre Karriere ganz konkret."
Unger-Krenthaller von SAP empfiehlt Frauen: "Tue Gutes und rede
darüber."

Die Plattform

Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als
Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit neun
Jahren existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur
Aufgabe gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu
vermitteln und Geschäftskontakte zu erleichtern.

Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen
Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein
schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche
Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch
Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale
Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:

- A1 Telekom Austria AG www.A1TelekomAustria.at
- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com
- CELLULAR GmbH www.cellular.at
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- economyaustria http://economyaustria.at
- Hewlett-Packard www.hp.com/at
- Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net
- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria
- NAVAX Consulting AG www.navax.at
- NextiraOne www.nextiraone.at
- SAP Österreich GmbH www.sap.at
- UC4 Software GmbH www.uc4.com
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201008&e=20100826_e&a=event

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
E-Mail: [email protected]
http://ebc.apa.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MMM

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